Ausgabe 
9.12.1914
 
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SBcilrtfjc zur Obcrhcssischeii Volkszeituug Nr. 283

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Hesien und Nachbargebiete.

ttitftftt ituo Umgebung.

Ariegsmaßnahmeil des Bauarbeilerverbandts.

Wir die meisten Zemraloerbünde, so Hot auch der Bau- citcrverband bei Kriegscnisbriich sein Untersliihungswesen j, neuen und oußerordentlichcn Verhältnissen anpepaßt. Stelle der statutarischen Arbeitslosenunterstützung, die : aus die Dauer von acht Wochen gezahlt wurde, trat eine indcre Notstandsunterstübnng, deren Bezugsdaner nicht reizt war. Diese Matz »ahme war notwendig, da die ver- «btcrten Erwerbsverhältnisse eine achtwöltngc Unter- >>mgspcriode als ungenügend erscheinen liehen. Neben er Notstandsunterstützung, die an alle erwerbslosen Mit- !d«r mit mindestens einjähriger Mitgtiedstixift gezahlt rde, ganz gleich, ob sie vorher schon als Kranke oder Ar- Äose ausgesteuert waren, zahlte der Verband den Familien jnm Kriege eingezogenen Mitglieder im Oktober eine nalige Unterstützung als Mietsbeihilfc in der Höhe von is 13 Mark.

Die Aufwendungen für diese Unterstühungsniahnahme csen sich bis Ende Oktober auf 1 870 000 Mk.. wovon d 800 000 Mk. auf die Familienunterstützung entfallen. Die zuständigen Verbandskorverichgften habe» dieser ,e beraten, ob und in welcher Weise diese Maßnahmen tergesührt werden können. Es war zu berücksichtigen, daß Umfang der Arbeitslosigkeit, der im Oktober auf rund Prozent zurückgcgangen war, in den nächsten Monaten rlich stark wachsen wird. Schon der November weist jere Arbeitslosigkeit auf und Dezember und Januar wer- zweifellos ein weiteres Anschwellen der Arbeitslosigkeit gen. Tie statutnrisck)c Arbeitslosenunterstützung wurde cn Monaten Januar und Februar nicht gezahlt. Es lag :, auch die Notstandsnntcrstützung für diese zwei Monate n zu lassen. Vorstand und Beirat kamen jedoch nach idlicher Prüfung der Vermögenslage des Verbandes zu Ergebnis, die Zahlung der Notstandsunterstützung n u r Januar auszusehen, sie ini Februar dagegen wieder »nehmen. Dagegen wurde nun eine feste Bezugsdaucr 15 Wochen festgesetzt, was nahezu einer Verdoppelung statutarijckien Ansprüche gleichkommt. Arbeitslose, die Jahre 1011 noch keine oder noch nickst für 15 Wochen ,'rstützung erhalten haben, können diese vom Februar nach Zurücklegung einer achttägigen Karenzzeit, bis aut Höchstdauer von 15 Wochen beziehen. Daneben soll auch > er eine Unterstützung der Familien der Kriegsteilnehmer hlt werden: sic soll zu Weihnachten in gleicher Höhe wie Oktober zur Auszahlung kominen.

Der Vorstand des Bauarbcitcrverbandes hat dem Reichs­und dem Reichsamte des Innern eine Eingabe unter- tet, die mit guten Gründen die Bereitstellung von Reichs- Ikl» zur Unterstützung der Gemeinden befürwortet, die iMach sind, uni ans eigenen Mitteln Erwerbslosciiuntkr- zu gewähren. Nachdem über den Umfang der Ar- berichtet ist. heißt es in der Eingabe:

J&& ift leider nicht daraus zu hosscn. sah sich die Arbaits- fcfcit in den nächsten Monaten verringern wird. Nicht allein k VittermigSvcrhältnisse werben ein starkes Anfchwevc» der ttestbiosigkeit mit sich bringen, auch die Fertigstellung von Ban- U die Reichs-, Staats» und Gcmettudebe Hörde» zur Verringerung r Arbeitslosigkeit in Augriss nehmen liehen, ivird viele Hände m Feien, zwingen. Dars matt auch ivos,l hofsen, daß di« 2K- rien weitere Bauaufträge vergehen ivcrdcu. so muß man aber 4 damit rechnen, daß viele öffentlich« Haushalte durch die viel- 'tolHflcn Pslichten, die ihnen der Krieg auserlcgt, zu sehr er- ,öoft sein werden, um nach wesentliches für di« Arlxits- schosßinq tun zu können Uni von der primrten Atantätigkeit ist s 8rübc, die für jeden Kenner des Wirtickzastsirbciis osten *** liegen, auch für die »<icl»'t« Zukunft nichts zu erwarten." Obwohl die Vorlage der Reichsregierung die Verwendung Geldern für diese Zwecke vorsieht, bleibt doch noch abzu- cn. wie die Regierung von diesem Rechte, leistungs- tchen Gemeinden die Erfüllung ihrer sozialen Kriegs- sten zu ermöglichen. Gebrauch macht.

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Atttsen auf Taschen ;u !

Eine UnmengeLiteratur", die sich mit dem jetzigen Weltkrieg i>. bat in der letzten Zeit den Weg aus der Presse gefunden. Naffenortikel komme» besonders die sogenannten .»riegs- >ken" j» Betracht. Ei» Heer von Agenten hetzt trcvpaus. °b, um mit dem ganze» Aufgebot seiner llcberredungskuns» bare an den Mann, oder besser gesagt, an die irrau zu len. Tenn in erster Linie ssnd es die Frauen, die bearbeitet kn und die gewöhnlich auch hiueinsallen. Wir sage» bincin- >. weil nicht immer das Gute gewählt wird. Da ist vor maßgebend ein recht grellfarbiges Titelbild, dann kommen Höiien Bilder im Heft selbst. Die meisten Besteller bedenken baß der größte Teil der Abbildungen Phantastegebildc vkineS Menschen ssnd, der vom Schiachtscldc Io wenig geselle» wie der Leser selbst. Bei dem geringsten Nachdenken müßte sei Beschränkteste das Unwahre dieser Malereien einsebcn. weil««- ausschlaggebendes Moment ist die Größe und Ticke -'estes: die Qualität ist Nebensache. Wenn man im gkwöhn- »ebcii z. B. zwei Zacke voll Kartofseln nebenclilalider stellen e. eine» großen Tack voll fauler, einen kleinen Zack voll -are, welchen wurde man wählen? Fcdc Hausfrau würde ur dumm erklären, der ihr zumuten würde, den großen Zack lanlen Kaitosselii nach Hause zu schleppen, selbst wenn sic schenkt bekäme. Tas sieht gewiß jeder ein. Genau so ist es '"geistigen Kost. Da darf nicht die Dicke des Buches maß- em. sondern nur der Inhalt. Deshalb reiflich prüfen, ehe "ltellt. Gewöhnlich muß ein Bestellschein auSgesüllt iverdeu. tnJ abnal ' me sämtlicher Hefte verpflichtet. Diese Vcr- ö wird dann auch streng durchgcsührt. Tic Arbeiter l 'br Geld besser brauchen, als es für Zchnnd zum

' Fetzt heißt «S mehr denn je: A u g c »ui

,u! Der Arbeiter muß sich zu gut dünken

^"einlantkn aus die Dummheit als Ausbeutuuqsobjekr zu

ließen, ZLittwoch den 9. Dkjcmöer 1914.

2 ^'"Hesiötung batte fick, gestern die 23 Jahre

ölte »athar.ne G o tz a»S Frruerbock» v. d. Höbe vor ddin f ö" verantworten. Tie Anklage vertrat

verichtsastesto^ K n a u. Verteidiger war Rechrs.rnwal: schenk v. schw e i n s b e r g. Dieser Fall lag bereits «.ein vorigen Schwurgericht zr Aburteilung vor. wurde aocr zurnckgestcUt. weil der d<rn,alige Verteidiger. Recht», anwalt Engnch beantragte, die Angeklagte auf ibren (Geistes, zustand zu untersuchen. In der Tat ist die Angeklagte geistig inindcrwertig: verschiedene Zeuginnen, bei denen sie in Stelle war. geben ,i,r zwar kein schlechtes Zeugnis, doch wird sie allgemein als ..dumm" bczeickwct. Sic ist in Gießen als uneheliches Kind geboren (jedenfalls in der Klinik) und wurde in Fauerbach, wo ihre geistig ebenfalls sehr be­schrankte Mutter lebte, erzogen. Nach ihrer Schulzeit kam sie in verschiedene Dienststellen, meistens in Butzbach, ivo sie am Morgen des 0. Juli auch die ihr zur Last gelegte Tat verübte. Bereits im April 1013 bot sie ein Kind gebaren, das sich bei ihrer Mutter in Fauerbach befindet. Zur friti- s'^on Zeit befand sie sich bei deni Bäckermeister Hadermann in Butzbach in -stelle. Man bemerkte damals wohl, daß di- Angeklagte sich in Hoffnung befinden müsse und befragte sie deswegen; allein sie bestritt dies mit aller Entschiedenlwit. Am 6. Juli hörten die Gesellen Hadermanns in der Früh« schreie aus deni Zimmer der Angeklagten und verständigten ihren Meister davon. Bei der 'Nachforschung fand man das Kind ans dem Tachkandel liegen, der an das Ncbe»I)aus anstößt. Man holte cs herein und Hadermann übergab ihr das Kind wieder mit deni Erniahnen, keine dummen Sachen zu niachen. Nachdem Hebamme und Arzt herbeigebolt wur­den, fand man das Kind init einem tiefen Schnitt in dem Backen und leblos vor. Tie Angeklagte gibt z». die Ab- sicht gelebt zu haben, das Kind zu töten, den schnitt brachte fie ihm niit einem scharfen Glasscherben bei. Dieser Srhnitt hat nach dem Gutachten des Sanitätsrats Dr. Nebl-Fried- berg den Tod des Kindes herbeigeführt. Ter Sachver­ständige spricht sich über den Geisteszustand der Angeklagten dahin aus, daß sic nicht gerade als geistig abnorm bezeichnet werden könne, zweifellos sei sie aber etwas minderwertig. Das zeige auch ihr nlerkwürdiges Berlxiltcn, das mehr als dumm sei. Nachteilig muß in geistiger Beziehung auch der ganze Zustand aus sie cingcwirkt lzaben. Daß die freie Willensbestiminiing ausgeschlossen gelvescn sei, wolle er nicht bcl)aupten. Prof. Tr. Berliner bemerkt in seinem Gutachten, daß nian den Zustand der Angeklagten bei Be­gehung der Tat ins Auge fassen müsse. Jede normale Frau gerate bei einer Geburt in hochgradige Erregung. Minder­wertige könnten hierbei in einen Geisteszustand gerate», dee von einem willenlosen kaimi zu unterscheiden sei. Ob ein solcher tatsächlich Vorgelegen habe, nwfür verschiedene Merk- malc sprechen, könne er mit Bestimmtheit nicht behaupten, aber auch das Gegenteil nicht. Ter Staatsanwalt meint, der Gesetzgeber habe den Erregungszustand einer Frau bei der Geburt bereits bei Fassung des 8 217 in Rcchming ge­zogen, es gehe nicht an zu sagen, daß die freie Willensbe- stlmniung ausgeschlossen sei, sonst könnten derartige Fälle nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Er ersuchte die Ge- schworen«'», die Schuldfragc zu bejahen. Der Verteidiger bezweifelte stark, daß die Angeklagte bei Begehung der Tat die freie Willensbestimmung besaß, unter allen Umständen ersuchte er, die Frage nach mildernden Umständen zu be- sahen. Ter Spruch der Geschworenen lautete ans schuldig unter Zubilligung mildernder Umstände. Das Urteil fiel ziemlich hart aus, cs lautete auf 3 Jahre Gefäng­nis, während der Staatsanwalt nur 2'/, Jahre beantragt hatte. 4 Monate erlittene Untersuchungshaft werden an- gerechnet.

Gefallene des Gießencr Regiments. Freiwilliger Sans Becker, stud. jur. ans Gießen. Wehrmann Friedr. Werner. Kaufmann aus Gießen. Wchrmann Philipp Will aus Treis a. d. Lumda. Freiwilliger Fritz Trant- mann aus Gießen. Reservist Karl Decher. Lehrer aus Elbenrod. Gefallene aus Oberhesfen und N a ch b a r g e b i e t e n. Kriegsfreiwilliger Ernst Klein ans Gießen, Jnf.-Regt. Nr. 200. Einjähriger Gefreiter Markus Plaut aus Storndorf. Kr. Alsfeld. 2. bayerisches Jägerbataillon. Reservist Karl Otto aus Beuren, Inf.- Regt. Nr. 56.

Stadtvcrordneten-Versammlung. Für di« Sitzung am

Tvn-n«rs!ag. 10. Dezcnrber. nachmittags 5 Uhr ist salgende Tages­ordnung vovgcichcü. 1. M-tteckuaige». 2 Gesuch des Hrch Henne ®r, Genehmigung «ur Erriaming «ul-en-a» an, tvrn» Syiütor-

ft io Ix 5. 3. «tfrirft des Ludivig Müller um Belassm-g ctneS ,V.nu«i-. schjldeS am HauS Neustadt 15. 4 Gesuch des Ludwig «ohlermgirn wegen Aubriugintg eines Ffrm«n->ch'!»eS am Haus Bleichstreche 10. 5. Gesuch des k. Zimmermann um Gcvcsimiguitg zur Anbrrng'nig eines FirnienschlldeS am Hause Ntutnltäu« 15. 0. Errichtung eines G-artenhäuSchluiS auf Fiur 28 Nr. 101 durch Karl Anrevd. 7. Geütch des Hcisstättimverei.us um pachtweise Nederlassu-nq städtischen Ge­ländes. 8. Bereitstellung eines Kredits für die Herstellung von HauSanschlüsscn durch das NektrezitätSwerk. 0. F-ghrpIan der Ttraßenbehn. 10. Fahrpreis der Straßenbahn wahrend deS Krieges. 11. Gesuch um Gaszusührung in ein städtisches Gebaudc. 12. Geinch des Berc-nS sür LällgOngs'ursvr« um Gewährung cmeS ueiteren Zuschusses. 13. Rcchiiimg 181304 der Löbrrschen Ltittung. 14. Voranschlag 1914 15 der Löben'chr» Ztistuug.

Das Gold nach der Neichsbank bringen! Vom Sreisemrt

u-ird «schrieben: ES erscheint dringend wünschenswert, daß der

Gvldbcstgnd der Reichsbaick stand g vermehrt wird Noch dem Neichs4«a,ikgciktz ist dx Re.chsba.ck/rmachligtz '«: drenachen> Berrcg ihres Geiddestandes Bantn.'icn. -Ho für 20 Mark ur Sold Gt Mark in Rrichsbauknolen, di« bedruntllch g-ictzsiche Zahlungsmittel stich, audzugeden Es sted: aber >th, daß rratz oxtsachei «utk.arung u> der Presse »ad trotz deS wörtniien AogellS an doö nat»naü Pslxht- bewußneiu iumner nxb :t>r» drr Bevölterrw« rbssck«i,ch mit

dem Goch zurückhol!«,,. starr r° an die Reichs-bank u«r he fMdO ,ichrn Kassen ab, »sichren Au-' diel« Wen« wird em otellrich.- nach Millionen Mlender Betrag der Nutzhormochlsu, sslr du. siiumgess«

RusNiug. der es u» wesentlich:,, Maße zu verdanke» ist. wenu ««uistttauö seither von, wirnchaktliche,, Rückgangi«d der dauiit verbundeueir Arbeitslosigkeit bewahr« blieb, eutiogen. Taut der Bemühungen prir-airr StAre iii cs e,,»gcu Biiiidesstaaie» ,x- lungen. da» rort>andei,e v-otdgrlü durch eino Vertrauen:«ierso» ein- zusaniiucln und au die Neichsdau-k behusS »mwe.tjelmig j Baut- iiviru ab'usühren. F «ieizcirien lleinrreir Hnjchgsieu sind >iuj diese Weis« Brl.agc vou 3>u>» 4ot.i Mark eiugesam.nelt und ge«» Bunl- ii«>leu iru,gri>rusch, woide» Es war: in hrdini Grad: «rwuuicht. wenn dxirs aiierlsuucusivene lireißchrrii auch .,» Großheriogiun, >m >«>«irrltgeheud<icu Umfauge Nachghmuiug sirude «ind l>ei esivgige» demnächst zu «erarisboltendeu Hauesaminluiige» di: noch «rucköchal- teee» GoldmPug:» gcg.i, Papurgeld unigrwuscht würden. tTie M'.isle» unserer Leser dürsten jedeusatls nicht allzuviel Gold mehr i» itztku Käste» haben, doß si« da.nt» hie Rcich>4>>r»k l>eglllck«u köiuite» >

Tie Krisis in der Londwirtschastlichen Geiioffenschostsbonk. ?l,n Zginstag »achniittag sand eine Glänbigerversauimlung der Land- ivliischastlichcn Seiiossenlchastshank stau. De» Släubigergenosse»- schaste» sollte Berich» über die scllherige Tätigkeit der Verwaltung und die jetzige Lage der Bank erstatici werde»: außerdem sollte Klarheit darüber gcschgssc» werde», ob Geneigtheit besteht, dgs am 31. Dezember ablouscndc Morotorimn bis 1810 zu verlängern: endlich sollte die Gcnehmigiing zur Ausschbltniig von 15 Prozent aus die Glänbigersorderuiigcu erteilt werden. Herr O s c » l u ch - Finthen. Vorsitzender de» Vorstandes und Aiifsichtsrats, bedauerte, dasi noch immer 17 Genosscnschastk» sich weigern, de» Verzicht aus 50 Prozent zu erkläre». E» sollte noch einmal an diele appelliert werde», ihre ablehnende Haltung auszugeben. Er müsse erklären, daß weder Vorstand noch Ansstchtsrot daran denke», die Forde­rungen dieser 17 «8c»ossc»Ichaiicn aufziikousc». Der Verwaltung war e» nicht möglich, wie sie beabsichligt hatte, de» Gcnvssenschasten durch ein Nundichreibcn einen Ucberblick über de» Stand der L. El. B. zu geben, da die Verhandlungen zur llebcriiahnie der Rcichsgcnosscnichaitshank erst vor kurzem zui» Abschluß gelangt sind Die Verliandluiigen stockte» elue zcillang, sodast die Kontur»- anmelduug nahcgcrückt schic» Erst dem Emgreisr» des Fi»»»z rat» Dr. Michel und des Vcrbandsanivalts Geinies gelang es, die Verhandlungen wieder im Gang zu bringe». Durch die »kber- »ahmc der SR. G. V kam die ltzewerkschail Kurküln und die Ziegelei ZanncrtS unter die Aussicht der L. G. B. Bet der Ziegelei Zaniicrls wird durch Vereinsachuug der Verwaltung eine Verzinsung von über 500 («10 s.llark crwarlct. Die Licgciischasisgcicllichasl ist in Konkurs geraten, aber wegen Mangel an Masse abgewlcscn wor­den. Tic dlcrggcrrchiiamc »o» Kurköln ließe» sich durch 'Verkauf von Zlahlbcrg für 20 000 Mark zu einen, Ileiuen Teil verwerte». Bezüglich der Rcgreßklagc gegen de» frühere» Borstand und ?lus. sichlsrat wurde nicht »»verjucht gelassen. Der Versuch einer güt­lichen Einigung mißglückte. - Fiuonzrat Dr. Michel basst, daß die Psandbricfspcrrc der Laiidwirtfchastlichc» Hypothekenbank wieder aufgehoben wird. lieber die Vcrwaltuugs- und Verivcrluiigsgcscll- schast in Frankfurt sei vom stmisgcricht sur die Dauer des Krieges die Gcichäsisaussicht verhängt worden Da» Schicksal der B. B. G. ist all» vou dem der L. G. B nbgclöst. Dircklor Moll gab eine eingehende Darlegung über die Lage der Bank. Die Notwendig­keit eines ivcitcrc» Moratoriums von zwcl Fohren habe sich cr- aebcn, da die Aktiven, besonders auch wegen des Krieges, nicht eher slilfstg zu machen feien. Elue Bilauzausslclluiig silr 1»I3 tonnte bis jetzt noch nicht vorgenommc» werden, da 17 Olcnvssciischastcu die Erklär,mg aus Verzicht von 50 Prozent noch nicht abgegeben haben. Am 31. März ISIS betrugen die Zchulden 14180 nsn,«l!» Mark: davon entfallen aus die Gcnosscnfchastc», die die Erklärung abgegeben haben, >3 523 800,73 Mark, während die 17 Olciiossen- schastc», die »och keine Verzichterklärung abgabcn, 015 428,98 Mark zu sorder» haben Die 15 Prozent, die zur Verteiluiig gelangen solle», werde» nach der Gesamlsordernng vom 31. Ältärz 1813 be­rechnet. Ncttig-Flonbclin beantragte, de» Genosscnfchosten den Vortrag über die Lage der Bank ln Druck zugehcn zu lassen, da sonst keine Uebcrsicht inüglich ist. Der Vorsitzende Cfenfod) Finthen teilte mit, daß bereit» 123 Genossenschaften mit 5 284 000 Mark da» weitere Moratoriuni von zwei Fahre» genehmigt haben. Fakobi-Königstädlen verlangte, daß die 17 Kassen genannt wiii- den, die die Erklärung nicht unterzeichnet hätten. Finauzrat Dr. Ab'ichel hält es für ratsam, wenn die 17 Gcnvssenschasten, falls fl: vertreten leie», ihre Meinungen äuferten. weshalb sie de» Verzicht auf 50 Prozent nicht zustiniinten. Der Vorsitzende stellte seit, daß von de» 17 Gcnosscnfchaitkn fünf vertrete» feiet. Direktor Mager gabt sodann die Summe a». mit denen einzelne der 17 Ge- nossenschasicn Gläubiger sind. Die Spar- und Darlehenskasse Babenhanic» hat eine Forderung von 43t««i Mark: sic weigert sicki, auf die 50 Prozent zu verzichte» iveoc» eines Streite» über einen Wechsel. Weiter gehören zu de» 17 Genosse,lichaste» die zu Brc»«- bach, Eber-Node», Rimhorn. Dorheim, Erseldcn. Heulcnftamm ll hat 48 000 Mark sorder»: ei» Grund für die Verweigerung de» Verzichte ist »ich, bekannt. Die Spar- und Lcihkassc Lflenbach verlangt 50 Prozent in Bar von ihrer Forderung i» Höbe von 18,««, Mark. Die Spar- und Lcihkassc Wonobcim hat eine Forde­rung von 218«««l Mark, der Landwirtschaiilichc Konsumverein Lsfcnbach 280 Mark! Tie Spar- und Darlehenskasse Biirg-Ge- müiide» 1581 Mark, von Dcckcnbach 15l««> «llark, von Homberg 84 000 Mark. Cbtr-Cilcibcn 20 000 Mark, die Spar, und Lelhkasse Grüniiigcn 38l««l Mk., Spar- und Tarlchenskosse Lucckbor» 13(««> Atzark und der Spar- und Kreditverein Steinbach bei Gießen üfMW Mark. Arnold-Griiningen erklärte das ablehnende Verhalten feiner Kasse: seinen Acußcrungc» traten verschiedene üledner e»I- gegcn. Ein Vertreter wünschte wiederholt Ausschluß darüber, wie hoch sich die Vcrwaltungskosten stelle». Eine Antwort konnte voui Vorstand darüber nicht mltgteilt werden, doch soll in der General­versammlung eine Ausstellung über die Vcrwaltungskoften gegeben werden. Bei der Beschlußfassung stimmen nur fünf Vertreter gegen eine slusrechterbaltung des Verzichts fllr den Fall, daß die 17 Genossenschaften ihre ablehnende Haltung bewahren. Das Moratorium und die AuSsckillltuiig von 15 Prozent ivurden ein­stimmig genehmigt. Direktor Mager ging bann noch mit kurze» Worten auf die Frage ein. ob die Liquidation oder die Gcschäst»- oufstcht empfehlenswerter fei. Von der Zentralkassc könne er als erfrculach bezeichnen, daß das Wechfclobligo bei der Prcüßenkass- von 4Vi Millionen auf 800 000 Mark ziiriickgcgangen fei. An Kriegsanleihe konnten 450 000 Mark gezeichnet werden. Von einem Vertreter wurde beantrag», de» Finanzrat Dr. Michel I» die Ver­waltung zu wählen und diesen Antrag ans die nächste Tarc- ord- nung zu setzen. Dieser dankte sür de» ihn überraschenden Antraa. Er vermisse »och AnfklSrunric» darüber, wie man sich hinsichtlich der Burai'chastcn «sichert habe Seiner Ansicht nach hätte man sich erst mit den Gläubigern ins Benehmen setzen müssen, ob sie mit einer Veränderung der Bürgschaft einverstanden seien, che man sich stark macke, 15 Prozent zu verteilen. Herr Direktor Mager gab zu, daß dreS formell zutreiie. Mit Dankesworten an die Erschiene­nen schloß der Vorsitzende Lscnloch-Finthen dann die Versammlung.

Hessischer Fürsorgeverein sür Krüppel. 2lm 3. Dezember hieli der Verein i,i Darmsladt im Sitzungssaal drr LandesoersickrerungS- anstalt fein« Nitaitedervenammlu.ig ab. Drr Vorsitzende, Ge­heimer Reg crungsrat Dr. Dies, erstattete den Gcsckiäsi-bericht sii, das Fahr 1813, demzufolge über 5200 Mk. für Unterstütz.u-geii sür besscruugssähig« Krüppci au'rewcudet worden sind Dem Schatz- r ' äer wurde für 1912 und 1913 lintlaffuiif, erteilt, und he b a.t- tiagte Tavuegsändorung «nrd: -vuehmi, t, damit der «tidgiingt Eitrtrag des Benerns -xis Be cnrrcg :rr ersoigen !amt. Zur Smeassürsorge de-- Beneiiis. dem Haupipm»?, der Daaesardnuna. teilte der Vorsitzende mit. daß Ser Berem aus Veranlasfimg drr Deutschen rbeverm»«,« ^rr Krülwettürsomae am 27. ?!ovemb«L