Ausgabe 
9.12.1914
 
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«Tie äkqjflcomifl mvfetcv Scut« vorn ist anogczcichnlt Mid tztr ganze dlachschub durch Kolomren har grotzartiq^klapp:' rrotz irr Geivaltmärsche. dir die Kolonnen bei dem Vormarsch u,-irrer Truppen leisten mutzten. Es ist ja manche.. Pferd liegen geblieben und dafür ans dem nächsten Hof ein anderes geholt und eingc- spannt worden, oder es mutzte geschafft werden. Bon der 2tri- lung der fechtenden Tnipvrn b-s hinten zur ziveiten Staffel, also in einer Entfernung von etwa üreitzig Kilometern. wo wir schon fünf Wochen liegen, ist das Land völlig auc-gciogcn: denn zuerst sind natürlich dies« rlorräte l>eiiut,t worden Man kann sich gar nicht vorstrllen, was das bedeutet für rin Land, in dem der Krieg ansgcfochten wird. Tic Olmzc Bestellung der Anker liegt brach, was noch auf den Feldern ist. verdirbt und verfault. To» Biel, ist verzehrt, oder, wie jetzt auch hier, für den zu ernvartende» Bor. niarsch in BiehdcpotS von unseren Truppen zujanmiengctrieben Trüben, bei de» Franzosen, di« ebensolange in der selb cn biegend liegen, werden wir es best» Born-arsch gemrn so ausgesogen vor- finden. Deshalb wird bei i-ns tüchtig vorgejorgk um mit der Bcrpflegimg für die koinmcndc .Zeit gesichert zu sein. Die Bahn geht schon wieder bis an di« lsefcchcslinir heran. An all den Orten hinter der Sefechtotinie, n, denen wir und mit dem Pro­viant-, Verpflegung^- und Runrttonskolonrien befinden, ist von uns rin regelrechter Haferdreschbctrieb cingcrichtet, wozu die Ein­wohner lnrrangeholt werden. Ebenso müffrn die Frauen und Kinder auf den Feldern die Kartoffeln ernten, die magazfiiieri werden. Sämtliche vortmndencn Mehlvorräie sind beschlagnahmt. Tie Einwohner bekomnien täglich gerade nur so viel ausgehän­digt. datz sic leben kSnnen. Tie großen Hammekherben lz. 3- 1000 Stint) befinden siä, ebenfalls im Biehdepot. auch olles Rindvieh. In einein Orte habe ich dafür gesorgt, datz geirügend Kühe zurllck- blicben, damit für di« Kinder Milch da ist. Au, Winker ist unter den Einwohnern bestimmt ein« Hungersnot zu erwarten."

Die Entscheidung in Polen.

Eine neutrale Stimme.

Bern, 7. Tez. (W. Nichtamtlich.) lieber die Kriegslage i» Russisch-Polen schreibt der Berner Bund, Man lann annchme». aus der ganzen Front wird von den Bcrbündctcn planmätzig gchandcli. Tie habe» die Lssensivc der Russen in ihren Grundzwecken r, ollständig unterbunden. Tic russische Offensive ist i n ihre» Wurzeln geknickt. Ähre Situation ist der unge­heure T t o tz k r a s t der Hindenburgschen Flankcnoffcnsive zu danken. Tas Blatt weist wirdrrholt auf die Schwierigteitcn der Russen hi», dr» Nachschub zu regeln. Es wird von ihrer vor- handene» Kralt obl,nagen, ob ihre Heeresleitung .feil gewinnt, die Ncugrnppierung durchzuführcn. Nur ei» glücklicher Durchbruch kann sic der Noiwendigkeii der Ncugruppierung eni- hebrii. sonst gcrairn ste :n dir g r ö st t c (Erfahr. Dazu kommt die Zerstörung aller E i s e n b a h n k n bei drm planiniitzigen Nückzugc Hindcnburgs. Wie rin Millionenherr da noch längere Zeit planmätzig bewegt und ausreichend vcrpllegt werden kann, während von Nordrn und Westen der Feind drückt, ist nicht auszu- denken. Nur die gewaltigste und verzweifeltst« K r a s t a n st r « n g » g oder ein allgemeiner Rückzug kann die Russen ans dieser Lage befreien. Beides mutz sic u n . .zähligc Opfer kosten.

Tos Blatt erwartet am Schlutz grundstürzende Bcr- ä » d e r « n g e n aus den Kriegsschauplätzen in de» ii ä ch st c » Tagen.

Tic Beschießung von Lodz.

Petersburger Nachrichten geben folgende Schilderung von der Bcschieszung von Lodz. Biele Häuser des vor­nehmeren Stadtteils wurden z c r st ö r t. Ter obere Teil dcZ Savoy-Hotels fiel im Schrapnellfeuer zusammen, Ein« Granate verursachte eine Erplosion des Gasbehäl­ters, wodurch die Stadt in Dunkel gehüllt wurde. Es herrscht Mangel an Lebensmitteln, besonders an Milch und Zucker. Als Ersatz nimmt man .Honig. Der PrciSfürBrotund I l e i s ch ist um das D r e i f a ch c gestiegen.

Die Kämpfe an der ?)ser.

Ter Daily Mail wird aus dem Norden Frankreichs ge­meldet: An der Mer haben wieder viele Angriffe und Gegen­angriffe stattgefunden. So gab cs gestern ein blutiges Ge- sockst bei Feroyse, welchen Ort die Deutschen von Flößen aus angrisfen, auf denen Maschinengewehre ausgestellt waren. Hinter den Flöße» durchwatete Infanterie das über- schwemmte Gebiet. Tie Soldaten standen vielfach bis zum Halse im Waise und sckwamnicn, bis die Schncllfcucrgeschütze Feuer gaben. Ta waren die Deutschen auch keine 20 Meter mehr vom Ziele entfernt. Sie erreichten das Ufer und schwärmten über die Teiche. Tic Verbündeten stürmten und eS kam zu blutigen Bajonettgcfcchtcn. Auch bei Merchen wird heftig gefochic». Tort hatten die Deutschen das HauS des Brückenwärtcrs in eine kleine Festung verwandelt und die Franzosen daS HauS unter einen, Hagel von Kugeln zu stürnien. Sie suchten die Mauern zu erklettern »nd gerieten an mehreren Stellen in Wolfsgruben.

Berhaftunfl sozialdemokratischer Tiimarnitglieder.

Stockholm, 8. Tez. Xi: Verhaftung der russischen ,'ozialöemo- kvatifchen Mitglieder der Timiafnäktioii, unter denen sich mich deren Vorsitzender Petrowski befindet, haben noch einer Nachricht aus Finnland dir Sozialdemokvalen mit eiltet» T c m o n st r a t i o n s. strcik beantwortet. Revolten find ausgeb rochen. u»d wie ge- wölmlich. waren die Arbeiter der P u t i I o w - W e r ke an der Spitze. Tie Aivaswerkc schloffen sich auch an. Studenten hielten Zusanimenkünfte ab und nahmen eine Resolution zu diesen Bcr. Haftungen an. Tie Folge ivar, datz die Polizei in die Universi­tät ciiidrang und verschiedene Verhaftungen vornahm. Auch in 8 a u k a s i e ii sollen ll n r u h e n auogcb rochen sein und in anderen Teilen des Reiches. besonders in Polen, haben neue Audcnver. s o l g u n g «ii sbaltgefiiudeu.

Nikdcrmctzclting von Serben.

Budapest, 8. Dez. Ter Sonderberichterstatter des Pest' Hirlap meldet ans Konsiantinopel: Turan erfährt aus Sofia daß die bulgarische Bevölkerung von Mazedonien zwei ser­bische Bataillone nicdergcmetzelt habe und daß bei Gradi'tc östlich von Risch die Eiscnbabnbrücke in die Luft gesprengt wurde, wodurch die Verbindung zwischen Serbien und Maze- donien gestört ist.

M

Ciscnbahnuttgliick in Italic».

Rom, 8. Tez. (Speziallelegramm der Tclcgraphcn-Nifioii.s Auf der Strecke RomNeapel hat sich gestern ein schweres Eisen­bahnunglück ereignet. Ter RomNeapeler Schnellzug fuhr an, einen Gütcrzug auf. dabei wurden ein Viehwagen des entgleisten Zuges und vier Wagen dritter Klaffe des Schnellzuges zertrüm­mert. Bon den Reisenden, zum größten Teil Soldaten und t,in- ziere, waren mehrere Personen sofort tot. Zwei andere starben "us der Wcitcrsahrt nach Neapel. 50 Leute wurden schwer verletzt. Auch von ihnen dürsten einige kaum mit dem Leben davonkommcn.

Telegramme.

rMsbcricht des föroficn £(iiiptpar(ict5.

Au* Westen wieder langsam vorwärts. An Polen schnelles Zurückgckicn der Russen.

^ 0 Großes Hauptquartier, 8. Tez. vorm. lAnitlich.) A» der f l and rischen Front bereiten die durch die letz- ten Regengüsse verschlechterten Bodenverhältniffc den Trup penbewcgungcn große Schwierigkeiten.

Nördlich Arras haben wir einige kleinere Fortschritte gemacht.

Das Äricgslazarett in Lille ist gestern abgebrannt. Wahrscheinlich liegt Brandstistung vor. Verluste a» Menschen- leben sind aber nicht zu beklagen.

Tie Behauptung der Franzosen über ein Vorwürtskvm- men im Argon ncnwaldr entspricht nicht den Tatsachen. Teil längerer Zeit ist dort überhaupt kein französischer An- griff mehr erfolgt. Tagege» gewannen wir jortgesebt lang sam Bode».

M a I a » c o » r t östlich V a r c n n c s wurde gestern ein französischer Stützpunkt genommen. Tabei ist der größere Teil der Besatzung gefalle». Ter Rest einige Offiziere »nd etwa 150 Man» wurde gesangen.

Gin französischer Angriff gegen unsere Stellungen nörd­lich N auch wurde gestern abgewiesen.

Im Osten liegen von der oft preußischen Grenze keine besonderen Nachrichten vor.

In N o r d p o l c n folgten die deutschen Truppen dem östlich und südöstlich Lodz schnell zurückwrichrndcn Feinde unmittelbar. Außer den gestern schon gemeldeten uugewöhn- lich starken und blutigen Verlusten habe» die Russen bis heute etwa 5000 Gesaiigene »nd Ist Geschütze mit MiinitionSwagen verloren.

In S ü d p o I c n Hai sich nichts besonderes ereignet.

Die oberste Heeresleitung.

Ter französische Abendbericht.

T. Ü. Paris, 8. Dez. (Etr. Bin.) Der amtliche Slbend- bcricht vom Montag besagt: In Belgien beschossen die Deut- scheu Ost-Tüirkirchcn. Zwischen Böthunc und Leus haben wir das Dorf Dcrmailles genommen und die Stellung von Rutoire, wo wir im Osten das Eisenbahngleis besetzten. Weiter war ein bemerkenswerter Fortschritt bei Roncray fcst- zustellen. Sonst ist nichts zu melden.

Schwere englische Verluste durch deutsche Küstengeschütze.

Tbl. Amsterdam, 8. Tez. sCtr. Bin.) ES kann nicht mehr be- ziveiselt werden, datz die deutschen Geschütze den englischen Sriegs- schissen tm Kanal schivcre Berlnstc beigesligt haben. Täglich werden zahlreiche Leichen englischer Seesoldaten an der holländischen Küste angejchwcmint.

Eindruck der Einnahme von Lodz.

Tie norwegische Presse bespricht in ausführlichen Be­trachtungen ihrer militärischen Mitarbeiter die deutsche Be­setzung von Lodz. Morgenbladct sagt, nicht allein militärisch sei dieser Sieg sehr bedeutend, da nunmehr die Deut­schen die Eisenbahn nach Warschau vollkommen beherrschten, sondern »och schwerwiegender sei die moralische Bedeut- ung dieses deutschen Wasfencrfolgcs. Tic Eroberung von Lodz sei ein fühlbarer Schlag für die gesanite russische Welt, da die Stadt der zweitgrößte Ort Polens und der bedeu­tendste Mittelpunkt der russisch-polnischen Industrie sei und schließlich auch deshalb, weil sich um Lodz die gewaltigsten Kümpfe der Riesenschlacht im nördlickicn Polen konzentriert hätten. Beide Gegner hätten hier ihre stärksten Kräfte einge­setzt und ihre äußerste Kraft angespannt. Aus dieser Probe seien die Deutschen also als Sieger hervorgcgangcn.

Der militärische Berichterstatter des Neuen Wiener Tag- b,'altes erklärt: Man kann nicht umhin, den Berichten der Entente diesmal das Zeugnis ausznstellen, daß sic nun schon mehr als zwei Wochen die volle Wahrheit sprechen, in- deni sie betonten, der jetzige Riesenkampf in Wcslpolen werde von ausschlaggebender Bedeutung für den gan­zen Feldzug sein. Ter einzige Grund ihres Ausrichtigkeit ist. daß man absolut von dem Sieg der moskcüvitischen Waffen überzeugt war. Ta die russischen Fronten nun gerade an der stärksten Stelle, in dem Brennpunkt des Ringens der Mil- lionenheere, geworfen wurde», muß sich ihre schwere Nie­derlage bald auch in den übrigen feindlichen Stellen fühlbar matbcn. Tcshalb sind die militärischen und moralischen Fol­gen des Sieges der Verbündeten, deren bewunderungswür­diges Zusammenarbeiten der Artikel besonders hervorhebt, umso höher zu werten. Tie Zeit sagt: Gewiß ist der Feld- zug auf deni östlichen Kriegsschauplatz mit dem Siege bei Lodz noch nicht entschieden; aber eine vorsichtige Be- nrteilung wird zugeben, daß die überlegene Führung und die Truppengualität der verbündeten Armeen hier gegen die russische Hebern,acht bereits Großes erreicht hat und »och Größeres erwarten läßt.

Die Sperrung der Nordsee.

Ter Marineiachverständigc der Times schreibt: In den letzten Teaen und dir Marinebcchörden grzivungen gewesen, durch d»c Handlungen des Feindes der SchiKährt in der Nordsee und rin Kanal weitere Einschränkungen aufzuerlegeii. Es ist sicher. datz diese Ratzrcgel nur mit dem äustorsle» Widerstreben be­schlossen worden ist. weil sie dringend notwendig ivar. Zweffcls- ohnc drückt sie schwer out gewiffc Klasicn der Seefahrer. sowohl der britischen wie der neutraler Aber keinerlei Rücksicht am private Iliiamiehmlichkriten oder periönsichc rlerlnste kann in die Wog schale qrlcgt werden gegen irgend etwas, das im Antrreff« der Nation und im öffentlichen Interesse liegt. Zwaifelsohn« wird der Handel in den von den Maßregeln betroffenen Gewässern durch die Vcrsüonng mehr oder weniger behindert werden, aber dir Fi sch"-- reit n du st rie wird durch dies« Matznahme sozusagen lahmz:^-gr Ter Nutzen wird für die Zukumfi aber desto gröber sein. X-rm macht der Mitarbeiter der Tiines «ine jener hench- lcristhen W-nbungan. mit demm dir englischen Zeitungen arbeiten. Nicht die Engländer seien es, die der vollständig am Kriege imbe- teifigtrn Schiffichrt der neutralen Mächte alle diese Mühsolc in den Weg legen, sondern lediglich die Teutschen, Alles geschehe nur, weil

Tcnkschland apgeblich di« Kesichr der Minen so weit audgedchni, habe und weil mehr als vorher die Unierforbovte <m> der Anbei: seien. S<M>stverstäi>dl-ich 'ej England an seinom onzono» rncksichtk- iosen Bvvgehen vollsländig nuichuldi-g.

TieScehcrrschaft".

Tie englische Admiralität bat der Rbeiiiisch-Westsälischen Zeitung zufolge eine Bekanntmachung erlassen, die vom >0. Dezember 1911 ab in Kraft tritt und folgendermaßen lautet: Zin Kanal und aus der Reede von Hüll werden die Bojen eingczogen. die Leuchttürme und Lichtbojen werden gelöscht, die Nebelzeichcn verändert oder fortgelassc».

Die Angst vor der Anvasion.

Nach einer Londoner Meldung verschärfte die engilsche Adiuiralitäl dir Maßnahmen für die Sickzerl»cit der cng- lische» Küste außerordentlich. Von Barmonth bis Plymoutiz wird die Küste gesperrt und allen Lootse» d,rS Zeugnis ent- zogen. Nur besondere, von der Admiralität zugelasseue Lootscn crhaltcii eine» Erlaubnisschein, der aber nicht länger als 11 Tage Giltigkeit hat und nach Ablauf dieser Zeit er­neuert werden muß. Der Firth of Forti, wird für die Scküss- sadrt gänzlich gesperrt, auch sür die Fisckier. Datier Ix'rrfdit unter den schottischen Fischern große Unzufriedenheit, da die Zisckierei jetzt und voraussichtlich sür die ganze Kriegsdauer brach gelegt ist. Tie englisckien Befürchtungen gegenüber einem deutschen Eindringen sind so stark wie nieiiials zuvor und die grtrossencn Maßnahmen sind so einschneidend, daß die gesamte Ost- und Südküste Englands faktisch unter de, Blockade der eigenen Streitkräftc stobt.

Wieder ein schwerer englischer Verlust.

Balparaiso, 8. Tez. Ti« i'sseivbehöiden von P>u>»t»o, eine,» Nein»» Hasen in t>,r 8,'ähe mn Valparaiso, mache» die Mineilimg, datz das avinlerte TmidSportichch' Priai-z Eitel Friedrichs das am 8. November von Istor ansgrlanfiln war, die Brmannuim des eng­lischen TampfersEl»>rkas" dort an Land »'jetzt I>ab«, nachdem cs das englisch: Schilfs aus der Höh: von Eovel in den tstrnnd gebohrt hatte. Ter Dampfer .Ehardao" hatte einen Aiilmlt von inehr ats .',000 Tonnen und gelKrt der New-shirk and Pacific Eoinpany rn London.

Deutschlands Versorgung aus dem Norden.

Politiken erfährt ans Paris, die französisäie Presse ver­folge aufmerksam die Ausfuhr aus den skandinavischen Län­der». Fast täglich erzählen sraiizösisckh.' Blätter. Deutschland werde indirekt durch Skandinavien mit Vorräten versehen. Ter Teinps erwähnte gestern die angeblich bedeutende TransitauSsuhr von lffctrcidc von Goctcborg nach Deutschland. Der Jntransigeant versickrert, daß die schwedische Presse Mitteilungen aus französischen Blättern gegenüber sich verschließe und vollständig vom Dolsf-Bureau beherrscht werde. Tie skandinavisclmn Kolonie» in Frankreich spreche» den Wunsch aus, daß kräftige Derlialtnngsmaßregcln zwecks Widerlegung solckzer Beschuldigungen getroffen werden möchten.

Der österreichisch-ungarische Tagesberichl

Erfolge auf alle» stlrontc».

Wir», 8. Tez. (>V. Ii. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver- lautbart: 8. Dezember, mittags. Die Kämpfe in West- galizic» nehmen an Heftigkeit zu. Nunmehr auch non Westen her angreisend, verjagte» unsere Truppen den Feind aus seiner Stellung Dobczyce-Wieliczka. Der eigene Angriff dauert a». Tie Zahl der G e s a » g e n e n läßt sich noch nicht übersehe»; bisher wurde» über 5000, darunter 27 Offiziere, abgeschobcn.

In Polen wurde» erneuerte Angriffe der Russe» im llianiiic südwestlich P i o t r k o w von unseren »nd deut­sche» Truppen überall abgewiesen.

In den Karpathen hat sich nichts von Bedeutung ereigiiet, Ter Stellvertreter des Ehcss des Gciieralstabes: v. H ö f e r, Generalmajor.

Die Dcrkchrö-Schwicrigkcitc» Rttsilands.

Zwischen Schweben und Rutzlanb. ans der 8Ionic von Rainno« Mäninluoto, ans der der gesamt« russische Verkehr mit Schivcden stoiifinbct, ist heute, wie dem Rorgenblab ans Stockholm gemeldet wirb, ei» drittes schwedisches Schiss8Ivra Tverige" durch ein« treibende Mine zerstört wordrn. Tas Schiss an»g mit io rasender Schnelligkeit unter, batz nicht «in «uiziger tcr Maien, schäften sich retten konnte. Tos Sckpff war in zwei Minuten vcr- ,'chwuiibk». Tie stlnvcbfich: Tchifiahrt, die allein den itKrkcbr mit Rußland und Westeuropa, wivohl Wüter wie Perjonentvanstt, feit KriogsaiiSbrnch besorgt, ist imumohr endgültig «enge stellt. Tcr Unfall ereigne:: sich säst o» der glcick-cn Stelle, wo gestern die Schn!« »Luna" undEv.rfiba" untcrgingen. Als dieser doppelte Unfall bekannt wurde, wollte die Reederei dieNora Sverige", die bereits unter weg.- war. i vorne n. kmn jedoch zu spat damit. Wer die Minen gelegt hat, iveitz man nicht, lßilt es jedocki für wahrsckzein. lich. datz die Minen durch die Stürme dieser Tage von ihrer nr- sprünglichm Bcrankenn'g losgeriffcn wurden und mm frei umher trelben.

Febe»falls habe Rußland keine Berblndnng mehr m>, Westeuropa. Da austerdem das russische Kabel Liban- ne mark zerstört «ft. sind di« sür Rußland nunmehr ent. stellenden Schwierigkeiten, soll mit Europa i.i Verbindung zu setzen, möglicherivriic von äußers t verwirrender Natu r. __

Lichtbilder-Vortrag

des Herrn A. Simmig über:

Die 8ärl»m«rilOa-k'riIirt «Ich Prinzen Heinrich und seiner Gemahlin an Bord des Dampfers Cap Trafalgar am Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8 Asir, in der Menen Aula der Hlniversttät. Her Reinertrag ist für vaterländische Zwecke bestimmt.

Eintrittskarte« zu 1 Mk. sind in den Luchhaiidlungen von FrecS Sclteriweg. Koch, Tclicrsweg, Legier. Südanlage, Pieifser, Walltorstraße, Schneider, Neuen-Baue, sowie Ernst Baiser, Miusburg und abends an der Kaffe zu baden Zutritt von dtl Ludwigstratze aus. Verwundete haben unentgeltlich Zutritt zur Galerie von der Goelhestratze ans.

Die Univerfflät hat die Deranstalwng de» BorlrageS übernommen und hofft im Hinblick auf den wohltätigen Zweck auf regen Besuch.

Der Rettvr: