Organ für die Interessen der Provinz Oberhessen
des werktätigen Volkes und der Nachbargebiete.
D« Cfccrbdfiidit v»l»,ritnn, crtdieml itbo, Efrilao Abend in «ieken, Dri HbonntmtnUtirei» beträal wöchentlich 15 Bin. monol'.xi go «to. emlchl. ©nnoerlolm. Durch die Boi! bergen vietteIiädrl.lL0Mr.
Redatii,n und Srdeditt»»
Aletir». Vadnt-tUkai,, - 2 , (fdt kdwenioüe. Te>c»d,n 200S.
Iuternte tollen die 6 mal aetpali. Nolonclzeite ober deren Raum 15 Bl» Bei größeren Austrägen -tu all A,Zeisen wolle man bis abend» IKi iür die leigende Rümmer m der Erpcditton auigedeu
Nr. 286
Gimil, Mittwoch, Den 9. Tczcmlicr 1914
9. ^lit>r>llnlg
tind und die Buren.
Dokumente des Weltkriegs.
Nach Deutschland, öuglaiid, Belgien u»d Hlufclanb ist nun auch ratifrcid) mit einer umfänBlidjen Publikation über die Ursachen j :* Weltkriegs aus den Markt getreten, den vorhandenen Weiß-, llau-, Gran- und Lrangebiichern hat sich damit auch ein Wclbburf, ■gefeilt. Wenn einmal Zeit fein wird, die Ereignisse, die den, usbnich des große» Krieges vorauginge», leidenschastslos zu er- itern, werden uns alle diese Dokumentensammlungen ausgezeich- : etc Dienste tun. Einstweilen ist es aber vielleicht das richtigste, l: alle, mit einem Rcgistraturzcichc» versehen, in den A k t e u - chrank zu legen, denn Vernünftigeres laßt sich jetzt mit ihnen ich nicht ausaiiqcu.
Was soll denn bei einer weiteren Diskussion herauSkommeu? I ie Franzose» werden erklären, durch das W e 1 b buch sei der B e • e i S erbracht, hast D e u t s ch I a n d an dem Ausbruch des Kriege» e Schuld trage. Die Deutschen werden das ebenso entschieden eflr eiten. Man wird jedes Blatt Papier hin und her wenden id eö mit andern Blättern Papier vergleichen, aber das Ergebnis !er umständlichen Bemühungen wird iinvermeidlich in beiden lindern dasselbe oder vielmehr das genau Umgekehrte sein. Es I ird dabei bleiben dast Millionen anständiger, vernünftiger und > in Teil hochgelehrter Menschen hüben und brühen ans den gleiche» I orten und Lätze» eine» ganz verschiedenen Lin» herauslese» I erden, und die Well wird davon »nr einen neuen Beweis für die I lbstverständliche Wahrheit haben, dast man im Schlachlciilärm I cht über Recht „nd Unrecht diskutieren kann.
Zum kritische» Urteil gehört, was im Krieg am wenigsten vor- »den sein kann, vollkomineiie Leidenschaftslosigkeit des e ii k e» s. Heute aber sind alle Völker von dem leidenschaft- ' che» Wunsch ersiillt, ihre eigene Niederlage z u vcr - intern , und von diese», Wunsch wird ihr ganzes Denle» und Ühlen geleitet. Die Zensur wacht überall mit strengen Augen trüber, dast keine >e»ster»ng in der Qessentlichkeit erscheint, die e notwendige Einheitlichkeit des Willens stören könnte. Welche» fmi und Zweck soll es unter solchen Umständen habe». Folianten fcäljen, Druckzeilen unter die Lupe zu »ehme» und Texte zu sMlcichc»?
^Nehmen wir einmal den psychologisch undenkbare» Fall, ein i»ze Volk käme mitte» im Kriege zu der Ueberzeugung, dast es 0 " seine» Staatsmänner» schlecht geführt worden sei und diese iitten durch ihre Fehler den Ausbruch des Krieges verschuldet — «lches Volk würde daraus die Folge ziehen, es müsie nun die !asfei! strecken, den Feind im Land einbrechen, seine Städte und i ’örfer verwüste» lassen? Sicher kein einziges! Denn lein Volk, lbft wenn es sich seiner eigenen Kehler b e w u st t würde, dürste juum sich der Rachsuch, hastersüllter Gegner wehrlos überant- j »Neu. Zm Krieg gibt es aber keine Richter, sondern >r P a r t ei e n . den» solange es internationale Richter und inter- itionale Gerechtigkeit gibt, solange gibt eS keine» Krieg,
^ Psiickiologlsch verständlich, ja notwendig ist das Berlange» jedes ! olkes, sein Verhalte» während des Krieges sittlich zu rechtfertigen, j itmand will känivse» mit dem Gefühl, dast er für eine ungerechte ache fcfn eigenes oder fremdes Blut vergiestt. Aber bedarf es
dieser Rechtfertigung wirklich weitausgesponneuer und ver- s ickelter Erörterungen über diplomatische Unterredungen und | eveschenwcchsel, die dem Kriegsausbruch vorangingen? Oder i »ügt dazu nicht, was unzählige Männer aus dem Volk in ihre» ildpostbriese» immer wieder zum Ausdruck bringen: „Wenn wir ' fielt, welche Leide» der Krieg über die Länder bringt, die von ihm ' troffen werde», bann reisten wir alle Kraft zusammen, a von, eig eiien Land solches Unheil abzuwehren!" Solche 'ldpostbricik sind Dokumente wirllicher Bolksgesinnung und sitt- her Massenkraft. während die Dokumente der verschiede,ie» bunten tlcher doch nur Zeugniste für de» mehr oder minder guten Willen, c mehr oder minder groste Geschicklichkeit einzelner Diplomaten id.
Die Diplom,ne», die im Trieben zu de» »leistgeplagten und eiftfritiflcrtcit Geschöpfe» gehöre», genieste» jetzt, ivähreud des eieges, überall Schonzeit Die Pfeile der Kritik, der Satire und r Karikatur, die vom Ausland her gegen sie gerichtet werde», den ihnen nicht einmal die Haut Im Z»Ia»d sind sie immun, ckit nur aus äustere» Gründen der Zensur, sondern auch deshalb, äl die Böller ausschliestlich damit beschäftigt sind, ihr eigene:• benSrecht zu verteidige» und weder Zeit »och Neigung haben, rklichen oder vermeintliche» Dehlern ihrer Diplomatie mit wistenhaltem Eifer nachzuspüre» Auch die Franzose» sollten ! ) — ebensogut wie alle übrige» Böller — tage», dast sie ihr Rech:
- r Verteidigung nur in der Tatsache des Krieges selbst, nicht aber
- buten Sttenbünbeln :,u suche» habe»,
*s hat gar keine» Sinn, sich jetzt aegenseitig mit Papierballe» , beschiesten und einander Beweisstücke an de» Kops zu wersen. lx »Ue sind jetzt Kämpfer und solle» wisse», dast w i r ,ch t R i ch t e r sein k o » » e ». Dan» werden wir uuscrc Sache »re» j„ sicherem und geradem Pflichtbewusttsei». ohne Selbst- rechtigkeit und Heuchelei. Für die Kritik, die immer, wen» ste gchtbar sein soll, mit der Selbstkritik beginnen must, wird später ' : Zeit kommen!
Tic Balkanmächte.
Konstautinopel, 7. Tez. <\V. 15. Nichtamtlich.) 2er lütit erfährt, datz nach der serbischen Niederlage der en >-
Gesandte in Sofia ini Jiamen der Triple-Entente aifi-
. er flürt hat, Serbien sei bereit, den ganzen Teil Maz' mzens bis zuin Wardar abziitreten. Tas Blatt glaubt, dast K garien dieses Anerbieten ebenso ab lehnen werde wie o ^ an ’ n erfährt weiter, dast der Tchrui
erdiens in Griechenland lebhafte II n z n s r i e ö e n I, e i: »rgernsen habe, da Griechenland befürchte, dast es iw
Aalte der Verwirklichung des serbischen Angebots von Bulgarien eingeschlossen wäre.
Einstellung der schlvcdisch-finnische«» Schiffahrt?
Der Untergang der beiöcn schwedisch:» Dampfer «Lu»«" >,»d „Everiida", die in den finnischen Schären durch Minen zun, Sinken gebracht wurden, hat in schwedische» Schissahrtskreise» die gräszte Besorgnis erweckt. Man hindert telcgraphilch alle ans der gleiche» sinnischcn Route befindlichen Dampser a» der Fortsetzung der Reise,
Aus Stackhokm wird gemeldet, dast wegen der lest!:» Rineil- Unglücke i» den sinnischen Schüre» wahrlcheinlich die Schissahrl von de» schwedischen Häsen »gch Raumo in ,Finnland eingcsiclli werde. Damit tvsirdc die > e st t c S e c v e r b i u d » » g Rußlands mit dem übrigen Europa aushören
!Le»tciVi,i>i»gs«nasjnaIi«icn i» .KIciiiasir».
Aus, Smyrna wiid gemeldet: Unter Lesluug vo» fünszehu
deutschen Genieosfi,ziere», an der Spitze General v. Weber Pascha, entstanden bei Smyrna vier neue Föns, 30000 christliche Reservisten, die noch nickt inif Waffen ausgerüstet sind, arbeiteten am Bau, Alle Forts sind bereits mit achtzöllige» Geschützen bestückt. Bei Smyrna sind drei Divisionen unter Terges Pascha konzentriert, um etwaige Landungsversuche abzuwehren.
Deutschland nnd diesüdafrikani chettnron
Berlin, 7. Tez, (W. It. Amtlich.) Pon burischer Seite wurde die kaiierliche Regierung um die Abgabe eiiipr Erklärung über die Stellung Teutschlnnds zu der fiibnfrifnnt- schon Union während des gegenwärtigen Krieges gebeten, Ter Staatssekretär des Reichskolonialamts hat daraus folgende Erklärung abgegeben:
„Um den in keiner Weise provozierten Einsall englischer Truppen in das Schutzgebiet von Teutsch-Sridwestafrika zu entschuldigen und »nr in den Augen der Izollandischen Bevölkerung Südafrikas, deren überwiegende Mehrzahl gegen eine sollt» Mastnahme war, diese» Schritt zu rechtfertigen, haben Mitglieder des Ministeriums sowie des Parlaments der siid- afrikanische» Union öffentlich und hrivatim behauptet, die deutsche Regierung beabsichtige im geheime», Südafrika in Besitz zu nehmen und eS zu einer deutschen Kolonie zn. inachen. Tie deutschen Ltreitkratte in Teutsch-Siidwostasrik: liätten das Territorium der Union verletzt, ehe Feindselig- keile» von feite» der südafrikanischen Negierung unternommen worden seien. Teulschland habe alio den Angriff provoziert, Falls man keine (Segenmastnahmen ergriffe-' hätte, würde das Schutzgebiet von Tentsch-Siidwostasrika als Basis tür militärische Lperationen gegen die britischen Schiffe, welche den Verkehr zwischen Südafrika und Europa besorgen, benutzt »nd der Union unabsehbarer Sclxiden ,»ge- fügt ivorden sein,
Ta die deutsche Regierung dein Eindrücke zn begegnen wünscht, de» diese falschen Nachrichten aus alle Süd- aslikaner gemacht haben, erkläre ich folgendes: Tie deutsch'
Regierung lmt n i e n, a l s den Wunsch oder die Absicht ge- Habt, das Territorium der südafrikanischen Union vorübergehend oder dauernd zu besetzen, noch aus irgend eine Art d deutsche Herrschas! über die Union oder über Teile diese? Landes zu erzwingen, weder durch militärische Einfälle von Teutich-Südwestafrika ans noch in irgend einer anderen Weise. Soweit der,kaiserlichen Regierung bekannt geworden ist, ist das Territorium der Union, ehe die südafrikanische Regierung den Angriff auf Teutsch-Siidweitafrika anordnet-', von dort weder zn Lande noch zn Wasser angegriffen worden. Teutschlaud ist überzeugt davon, dast die Ursache dieses Krieges zwilchen Teutschland und England Südafrika in k e i n e r W e i s e b e r ii b r e, Teutschland wünscht vielmehr, die Feindseligkeiten, die ihm durch die Regierung der südafri- kani'chen Union anfgezwungen worden sind, einzu- stellen, vorausgesetzt, dast auch die Regierung der Union von weiterem feindlichen Vorgehen gegen deui'che Territorien Abstand nimmt und die bereits besetzten Gebiete wie- der r ä u m t. Tie deutsche Regierung ist in diesem Falle be- reit, zu versichern, dast keinerlei Feindseligkeiten von Teutstcki- Südwestafrika aus gegen die südafrikanische Union untcr- nonimen werden sollen Tollte es den Südafrikanern gelingen, einen s e l b st ä n d i g e n Staat zn errichten, so wird die deutsche Regierung ihn anerkennen und seine politische Unabhängigkeit und seine terri- toriale Integrität respektieren."
Lod ",7 das polnische Manchester.
Nus wird fleüfrrieüen:
Hum drille ii Male seil dem Ausbruch des «rieAss pcht Lodz die grvße nizsisch-polnisch- S-afontfraiit. deutsche Truppen in ihren Mauern. Wechselvoller waren die Geschicke keiner Stadt als dieser
Zu vier Monate» n\u sie dreimal russisch, gveimal dentsch, eimmal polnisch ,,»d cn.'iiui! städtisch autonom regiert. Aber der ruhen «de Pol in der Erschein«,nge» blieb das lurmenMe Massenelend
Bieri»alhuti derl>a»send Mstisckteii, zum gröszien Teil Prolciaricr, sitzen >>:e> aus engem üiuum zusammengepsetchl Z» Slrajie», hären saute,des Hol.zpjlasier mit runden i'tlWleineii ane,zebessert ist, stehe» » be» r.rgendeu Fabrikschlote» inid Paläste» i>» erlKirin- jichstcii Prvtzeuftit verfallene B-arackeu, In denen eine schmutzige Atiiiui haust. Eine Grostsiadt ohne ÜchisierleiNu«« und Kana-li- sation. zur Somnierszeit in Ranch und Staub getiiillt, an Rege», tagen mit einer Sckrich! eähsliissigen braune» Unrats l>edeckt, in dem sich die Bogcnlichtrr der Strastc »nd die nn-ähligen Glühbirnen gtänzcitdcr Sckxrnseniler trübselig ipiegeln, Phaiiitaftischer Reicht««» und hossniingsioles Elend, lsämiä-er norischritt »nd mOtelo-lter- lid-e Rücksläudigtei:, wohl nirgends stolze» sie so I>aN am Raume zusammen wi« hier im polnischen Maackiesler.
So io>il es einst tu n-riedciidzeit. wie ist es jetzt? Lodz lebt säst ausschliestlich von leiuer gcwaltigeu Tertlüiidustrie, deren Er- .'«ugnisie m ganz Rnstland Abnehmer flu den. Der Krieg mit einem Schlage den gewaltige» Apparat lalyngelegt. Mit dem Stocke» der Eisenbahn, de:» Ausdlcide,, der Aufträge, der llmnög- lichlcit des Tva-nsports kamen auch alle Spindeln und Websttihle zu:» piatzlichc,, Ltrllsland Lodz hungert, mid der ci»»zi«e ichlechic Trost blciiie, dast cs das Hungern gewöhnt ist Es Iciin-i de» Hunger ans de» Zeiten der Riefe »nd Avbeilslosigckeil. in denen reget,„ästig zahlreichze Mensche» a„ diretie», NahvungS- Mangel zugrunde gehen, c« kennt auch den Hunger aus den Zeiten einer l^rvesche» Evl,ebu»g. der revolutionären Malsen- streits, i» denen siel» ein Fvciheiisäaumet der ganze«, 'Bevölkern ng bmilüchtrigle, Züge vo» Zelmlausenden unter dem GeiaiW der lüRrewt ifahne" durch die Stvasze» roasiten. »-»d allen eine nene, veffere Zeit gekommen n, sein schien.
Dam, aber kmiien die Kosaken wieder, und mit ihn»» die hossnnn.rslvse sch.iiutzigc und bsnt-ige „Ordnung" des heiligen Rnst- land Der Periode sttiriniichcr Ktassonkämpse solgie» Zeiten eine» dumpf gävenden Ra j se ir ha s seS, Mit dem Geschick einer alten Tradition versürnd es die dünne vnisische Beamlenschicht, die eüi Kongtomevat bmitocntHdittr Bolkerschasien beircrrsckp. Deutsche „nd Polen, Polen mid Jode» gegeneinander zn Hetze». Sv sank alles in di« alle Hojsimu-gslosigtett zurück. Unter dem Druck der Bersolguugen vrrschivande» die Orgaii-iäatione» unter die Lbersläche, verwildercke Triebe der SHeoolution art-elcn zum, Bandit e:ni,s ans und »rachtcu Ttadi und llingebuihg u»sick»cr. Unter Mitilävdldeckurig srihren d,c Postwagen a» hellichiem Tage durch die bclebtesieii Straheu, und des Racksis zitterten die Michen in ihre» Wolyinng.»
ll,»d nun ivard die mifllü(fkdrc 2mW, die oon der doppelten Geistes der zarisckxi, Willkürl»errs<hast „ird des Kapitallsmus ge schlagen wird, auch uack» schrecklich, wie kaum eine andere, oon der Geistes des Krieges gelrosse». Was wird ihr dieser Krieg bringen, und was soll cr ihr bring«»?
Man köittttc gsandrn. uirge: öS würde der Wimsch nach einer Bosrcii!.,,! durch den Krieg lebhaster empsnuderr als hier Den» wen» auch Deutsche. Polen und Znden einander h>rssen, so hasiei: fie doch alle zusammen die russische Z r e rn d he r r I ch a s t, leiden stc alle unter dem absolnttstiiche» Regiment, das sich darani beschränkt, 2:-:»cr» zu crpresicir. oh,:e dasllr durch Ein-rlch:nnge» rum Schutze des allgemeinen Wohls a-»ch i»ur den geringsten Gegenwert zu bieten Und dock, sehen die Lodz er mir mit Zagen in die Zukunft, die ihnc«: die Besreiwig vom .Zarismus bringen soll. Tenn so groß die pvlitesche Abiieiguvg gegen Rnstland ist. so hart und z:v-:-g:iid ist die w i r t scha I t l , che Notwendig- ke i.t. die diese Ttodt der Spinner und Weber mit dem zarische» Rieienrcickee verbind:!. Ein autoownic» Polen vermöchte mir den geringsten Teil der Waren auszunohrnen, die Lodz alljährlich ans dt» Markt wirft, du deutsches Lodz würde criien Ko»kurrkii>,tamps aus Ted und Leben mit der cnrgefesscurn denttschcii Terttliiidnsttir zu füljrrn ha beit, ein msstsches Lodz ivklvd-- aber auch in .Zutunst ixben seinem cingorcn eniften Rivale», Moskau, seinen Platz zu befawe» nifl-.n. So klammert sich Lodz an sein alles Elend, an seine gewchMe ?I> nurt — voll a-urcht, dast jede Aendernng imr ein tiefere* Hinabgleite» zur stzolge habe» würde.
Den deuisckrcn Soldaten, die am letzten Sonntag als Sieger civzogen. mag die trostlose Stadt, der sonst jeder nvcind:. wenn er loiin, in wetten, Bogeu aus dem Weg: geht manche elni.chmlich- keil bieten. Sie komme» ous der Gruitdlostgkeit des polnischen Landes auf gepürseerte Büvgcrsteigc, ans senckite» Schützengräben in warme .trockene, wenn auch i ich! ollzusaubere fZehansungen. ?Na,'chcs Wohlwollen wird sie begrüßen, denn komme» ja aus Dlu!ichtai«d, dcsien Zustände dem Lodzcr, -.urnal dem unterdrückten, verochtttt» ,Inden säst schon als vaerrcichbav-s Zdeal erscheinen, und doch wird die Freude über die Flucht der Russen gedrückt durch die bange Sorge, was da noch werden mag. Lodz braucht Ordnung, Freiheit und gesicherten Eriverb, es kennt aber nicht das Land her Sek,»sucht, in dem diese drei Gitter vereint zu finden sind Am brandrclk.i Himmel des Weltkriegs ist iln» noch kein Hvss- nungsftern ausgegangen,
Tic englische .Hceresnusbildung.
Kvpenhagen, 7. Dez. (IV. I?, Nichtamtlich.) Ter milt- türische Mitarbeiter derBcrlinske Tide »de schreibt: Kitchener hat ungeheure Lchwierigkeitei, mit der Ausbildung des neuen Heeres für die Verbündeten. Während Teutschland die junge Mannsckzast z» einem bestimmten Zeitpunkt mit allen Hilfsmitteln in die Kasernen der alten Mannschaft zu systematischen Unterricht einberufr, ist der Militärdienst in England ein Erwerbszweig mit hohe i Löhnen und bedeutenden Pensionen für die Hinterbticbenc!: der Gefallenen und Verwundete. Die Kasernen aber sind nur


