Eie fr».. —ssion des Reichstags
, 0 ar am Donnerstag zu einer Besichtigung der Gefangenen- tager in Toberitz emgeladcn worden. Mit Rücksicht auf die Geschäftslage der Kommission wurde jedoch davon Abstand genommen, der Einladimg an diesem Tage Folge zu leisten. Die Kommission trat dann in die Beratung einer Anzabl von Heeresfragen ein. wobei, wie wir hören, besonders über die Gefangenenlager sowie über die Verpflegung und Behänd- lung der Kriegsgefangenen Erörterungen gepflogen worden sind. Bei dieser Gelegenheit unterhielt man sick, auch über die von den Behörden angeordncte Räumung einiger Teile Ostpreußens. Die Not der Flüchtlinge wurde recht lebhaft geschildert und weitgehendste Abhilfe der Klagen in Aussicht gestellt. Allerdings ist ein Teil des Notstandes auch auf dir Kopflosigkeit der Bevölkerung zurückzuführen. Auch die Ar- beitsverhältnisse der Schanzarbeitcr wurden in den Kreis der Erörterungen gezogen. Tie Verhandlungen gehen weiter und dürften erst am späten Nachmittag beendet werden.
Tet verschärfte Kriegszustand,
6er am 31. Fuli für den Bereich des 7. Armeekorps festgesebt und später „infolge des Wohlverhaltens der Bevölkerung" gemildert wurde, lst »ach einer Bekanntiiiachnng des Generalkommandos in Münster, vom 27. November datiert, wieder eingeführt worden.
Begründet wird diese Maßnahme mit dem Fnteresie der össent- Iichen Sicherheit, insonderheit der überhand nehmenden Tätigkeit fremder Spionageagenten. Zugleich wird bekannt gegeben, das; die Aushebung des Artikels 7 der preußischen Verfassung wieder außer «rast gesetzt wird und die außerordentlichen Kriegsgerichte in Münster und Tllsieldors ausgehoben sind und damit die ordentlichen Gerichte wieder ln «rast treten. Diese letztere Maßnahme wird mit dem einwandfreien vaterländischen Verhalten der gesamten Bevölkerung begründet.
Von den Kämpfen im Nordwesten.
Holländische Blätter berichten: Einzelnachrichtcu über die 'Kämpfe an der Äser fehlen noch. Zahlreiche Verwundete sind in Brüssel angekommcn. Seit Dienstag früh 6 Uhr hört man fast ununterbrochen Kanonendonner. Ganze Züge von Automobilen, Munitionskolonnen. Wagen mit Material und Proviant erstrecken sich bis Mariakerke, wo die Grenze des Operationsgebietes ist. Tie Küste ist im vollkommenen Ver- teidigungszustand. Die strengsten Maßregeln sind gegen Spionage getroffen worden. Mehrere hundert Flüchtlinge, die vorgestern aus dem Kampfgebiet kamen und nach Holland wollten, sind zurückgewicsen worden. 30 Einwohner an? Ostende, darunter zahlreiche Franzosen und Engländer, wurden unter dem Verdachte verhaftet, zum Feinde Beziehungen unterhalten zu haben. Sie wurden nach Deutschland transportiert. In Gent wurde eine Anzahl angesehener Bürger .scstgenommen wegen des letzten Bombenanschlags gegen das Benzindepot. Es heißt, daß die Lage desselben durch Spione verraten worden war.
Aur Lage in Serbien.
London, 4. Dez. Die Times melde» aus Petersburg: Die Lage in Serbien ist ernst. Die Lesterreicher habe» jetzt dort eine halbe Million Soldaten einschließlich :J(1000 Bagern. Serbien hat sehr große Verluste erlitten. Mehrere Regimenter haben nur noch 8 Cffiiierc statt 75. Die einzige Hoffnung ist die Silse Rußlands.
Italiens Neutralität.
Fortepiano des Ministerpräsidenten.
Rom, 4. Dez. Bei der gestrigen Eröffnung der Kammer gab Ministerpräsident Salandra die Erklärung über die aus- ivärtige Politik des Landes ob. Er rechffcrtigte die Neutralität Italiens als dem Wortlaut und dem Geiste der vor- handcnen Verträge entsprechend und als notwendige Forderung nationaler Interessen. Er spielte dann auf die leidenschaftlichen Debatten an. die sich an die Erflärung der Neutralität knüpften, die aber später in Italien und dem Ausland der Anerkennung Platz machten, daß die Regierung durchaus den richtigen Weg verfolgt habe. Italien habe in den Ländern und Meeren des alten Kontinents, dessen Bild sich vielleicht verändern werde, vitale Interessen zu schützen nnd gerechte Ansprüche zu unterstützen. Es habe seine Groß- mocktzstcllung nicht nur intakt zu erhalten, sondern sie durch etwaige Vergrößerungen anderer Staaten auch nicht relativ verkleinern zu lassen. Diese Stelle der Rede wurde von allen Parteien durch lebhaften Beifall unterstrichen. Italiens Neutralität dürfe nicht ohnmächtig fein, sondern das Land zu jeder Entscheidung befähigen. Zum Schluß appellierte der Staatsmann an die Einigkeit und Opfer- sreudigkeit der Nation und des Parlaments.
Salandras Rede hat in Presie und Parlament einen beisviellosen Erfolg gehabt. So bestimmt und klar ihre wesentlichen Stellen zu lauten scheinen, so vielfältig sind die Ansichten über ihre Bedeutung. Zahlreiche ousgesragte Ab- geordnete haben den Abendblättern ihre Auffassung mitgeteilt. Viele halten die Rede für einen Kriegsrus. viele i ir den Ausdruck der Absicht, durch friedliche Mittel Italiens gerechte Ansprüche zu befriedigen. Aber alle sind v e f r i e d i g t. zum Teil b e g e i st c r t. Ter Abgeordnete 'federzeni charakterisierte die Rede mit folgendeni prägnanten Wort: Salandra bat einen Wechsel ausgestellt, aber das
Datum nicht ausgefüllt.
Englische Mastnasimeil gegen die irischen Rationalisten.
Das Allgemeene Handels-blab meldet aus London: sin Dublin .'Ursen in der letzten Rächt HauSs» Lungen von der Poliz« ä: allen ZeitungsoerkaufSstellen der Stobt veranstaltet, wobei ^auch eine Anzahl Eremplaie der Zeitung Irish Freedom (Orifefte uro- r, eit) beschlagnahmt wurden Di« Polizei nahm auch im Burvau dieser Zeirung «ine Haussuchung vor.
Amerikas wirtschaftlicher Schaden.
London, 3. Dez. (IV. B. Nichtamtlich, s Die Morning Post meldet aus Washington: Die Erklärung Llond Georges im Unter- •oute, daß die Vereinigten Staaten Großbritannien ungetahr llltzv Millionen Psund Sterling schuldeten, hat hier einen etwas unangenehme» Eindruck erregt und wird, wie man befurchtet. de ^röflnung der Fondsbörse noch weiter hiuauSschieben. uurw die Erklärung wird außerdem erneut die Besorgnis hervorgeruie», daß bei der Erösfnung des Böiienverlehrs in Neivvork ameri- lc-Nische Werte ohne Rücksicht auf den inneren Wert aus oeu Marti geworfen werden — Z„ dem gleiche» Gegenstand ichreibt die Washington Post: Ter Handel in Aktien an der Fondsbörse wäre ucher bereits eröfsnet. wenn man nicht befürchtete, daß die enormen -'engen amerikanischer Werte, die sich in briti'chem Besitz befinden,
m Äcwyork ntafienweile aus Leu Markt geworfen werden, daß La. £ ir iv £5 **l. ,n gefordert und der dadurch bedingte starke v « *, • ‘»extlonif* Finanzlage gefährden wird Durch $! e Erklärung Lloyd Georges taucht die Besorgnis von neuem auf. Biele amerikanlfche Bankiers nehmen infolgedessen an. daü britische Mnan-i»stttute versuchen. Geld aunubringen, indem sie ihren Besty an amerikanischen werten verkaufen.
Tagung dcs französischen Parlaments.
Bordeaux, 3. De;. (IV. B. Nichtamtlich.) Der Minister- rat unter dem Vorsitz des Präsidenten Poincarck beschloß, die Kammer zu einer außerordentlichen Session auf den 22. Dezember in Paris einzuberufen. Tie Minister reisen Ende nächster Woche nach Paris, um dem Finanzausschuß des Senats und deui Budpetausschuß der Kammer zur Verfügung zu stehen. Präsident Poincarck wird ebenfalls dann in Paris sein.
Deutsch-schweizerischer Zwischenfall.
... «Mf. 4. Dez. Das Schweizer Gren'.blatt Demokrat« lerichtet über einen angeblich deurs<t>schwei.zeri scheu Zwischenfall. Eine deutsche Patrouille soll aus schioei.zerrsche Soldaten geschossen hoben. JL't Untersuchung ergab aber eine völlig korrekte Haltnna der Deutschen, die der Demokrat« lobend anerkeimt. Dt« bcutschc Patrouille benierkte an, Ausgang eine» Forstes eme Gruppe ,'ran,»silch.schweizer-isä,er Soldaten. Um dw Franzosen .,ur Ruck zug zu i>eraiilasten, feuerten die Soldaten aber nur über die Kopse der Gruppe hmwe«. worauf die Franzosen crbzogen.
Erfolg der türkischen Waffen.
w - B - «onstantinopel. 4. Dez. Der Generolstab teilt mit. baß die türkischen Truppen einen groften Yrfolg in der Zone des Flusses Tschorkh davongetragcu haben. Einzelheiten folgen noch.
Ter Kaiser in Berlin.
W. B. Große» Hauptquartier. 4. Dez., vorm. (Amtlich.s §. M. der Kaiser Ist gestern abend zu kurzem Aufenthalt tu Berlin eingetroffen. Die oberste Heeresleitung.
Telegramme.
TMsbmcht teßrop •ömiptprtäers.
Feindliche Tlngrifsc in Lst und West abgeschlagen.
Die deutsche Lsicnsive in Polen.
XV. B. Großes Hauptquartier, 4. Dez., vormittags. (Amtlich.) Aus dem westlichen Kriegsschauplätze wurden französische Angriffe gegen unsere Truppe» in Flandern wiederholt abgewiesen. Ebenso in der Gegend nordwestlich Altkirch, wo die Franzose» bedeutende Verluste hatte».
Aus dem ö st l i ch e n Kriegsschauplätze sind feindliche Angriffe östlich der Masurischen Seenplatte unter großen Berlujtc» für die Russen abgeschlagen worden. Unsere Offensive in Polen nimmt normalen Verlauf.
Tie oberste Heeresleitung.
Vom flanderischen Kampsplatj.
Tie holländische Tijd meldet aus Dünkirchen: „Der
Kainpf hat einen anderen Charakter angenommen. Ans deutscher Seite sind allenthalben Truppenbewegungen vor- genommen worden. An einigen Punkten sind große Strcit- kräfte zusamniengezogen und wieder an anderen Stellen der Mer-Linie Truppen wcggenommen worden. Ick, kann deshalb auch nicht sagen, wie andere das tnn, daß man hier keine neue Schlacht zu erwarten habe: das, was ich hier feststellen kann, weist mehr darauf hin, daß der neue Charakter dcs Kampfes gerade in dem scheinbar energischen Auftreten der Deutschen und in dem scheinbaren Truppcnzusammcnzichen gelegen ist, während in Wirklichkeit die Regimenter wohl nach der Ostfront gezogen worden sind. Das heftige Auftreten der Deutschen, vor allem ihrer Geschütze, hat dann wahrscheinlich bloß den Zweck, die verbündeten Armeen über die Stärke deS deutschen Heeres zu täuschen. Was die nächsten Tage bringen werden, weiß ich nicht."
Ter Berliner Lokalanzeigcr meldet aus Genf: Eine
empfindliche Störung erfuhren durch die deutschen schweren Geschütze die bei Nieuport und südlich Apern^ fortgesetzten Befestigungsarbeiten der Verbündeten, deren Stellungen i» dein überschwemmten Gelände südlich Tirmuiden unmöglich wurden.
Die enttäuschten Pariser.
Der Korrespondent des Rieuwe Rotterdamsche Courant in Paris veröffcntlickst «inen längeren Zeitungsbericht, an besten Ende es heißt: Tic Berichte der letzten drei bis vier Tcnze entsprechen nicht der Hosstwnge». Dos Pnblitum bekommt setzt tücr nach de» letzten Berichten den Eindruck, daß der Abzug der Deutschen aus Frankreich noch immer keine Wirklichkeit wird imd daß auch eine erneut« vcvschürste Lssensive an jenem Teil der Front, der sick, am inefcefte« bei Paris befindet, zu erwart:, ist. Ferner fühlt man hier, daß die Rüsten immer noch nicht aus deut- schcm Gebiet die eitwtften Fortschritte machen und daß im Augenblick in Rii'sicch-Polen die Rüsten in einen schwierige» Kamps vc> wickelt sind, desten Rcinitat bis jetzt hier unbekannt ist. Alles das ziuammen sich« dazu, die Erster und Gemüter wieder in ti- Strni- liiung zu bringen, di« vor den letzten großen E«varni,>ge„ herrschte. Wiederum denkt man an einen zähen und blutigen Kamps. D>. cimnutigt wichl nicht, und man ist überzeugt, daß man schlitßl ä, dennoch den Sieg davontragen werde, aber es iührt zn ciner Depression und zu einer Enttäuschung, die vielleicht bald iibcr wunden werden wird, aber btt in dem für alle Eindrücke so Ir*' zuaanglnhen Teil sofort zu bemerken war und die sich dann auch in allcrchand «larmgcrüchten gtänße« hatte.
Frankreich beruft dis Jahresklasse ein.
Paris, 4. Dez. (Ctr. Frkst.) Nach der Jahrcsklasse 1915 beruft Frankreich nun auch die Jahresflaffc 1916 ein und zwar auf Mitte Februar. Wenn auch diese Rekruten nicht sofort in den Krieg geschickt werden sollen, so scheint dock, aus der getroffenen Maßregel hervorzugeiwn. daß Frankreich noch mit ciner langen Kriegsdaucr rechnet. Im Westen sind beide Gegner auf mehreren Parallellinicn so fest verschanzt, daß selbst die heftigsten Kämpfe (nach franzöm'cher Ueberzcugung) nur leichte Acnderungen der Linien bewirken könnten; unter diesen Umständen genüge selbst ein Jahr nicht, um die Deut- schen aus dem Lande hinauszuwerfen.
Ter Botschafterwcchsel in Rom.
Berlin, 4. De,. (IV. B. Amtlich j Die Roeddeuische Allgemeine Zeitung meldet: Da der Kaiserliche Boischasier in Rom, v. Flvtow,
aus Gesundbeiisrückfichteu eine» längkee» Urlaub auireten muß,', t,ot Seine Majestät der Kaiser den Fürste» von Bülow mit der Führung der Geschäfte der Kaiserlichen Botschast in Rom de.
austragt.
a:cr tfcuijua gegen zserluen.
Eöicn, l. Dez. (11. N> Po,» südlickicn Kriegsschauplatz' wird anitlich gemeldet: 4. Dezember. Die Besitzergreifung von Belgrad erfolgte gestern in feirrlickzer Weise. — Der Vormarsch unserer Kräfte gebt am nördlichen Teile der Front kampflos vorwärts, lvobci gestern 300 Mann zuj <befangenen gemackst wurden. Westlich »nd südwestlich von, Arandjclowatsch stellten sich dem Vordringen unserer Truppew starke feindliche Kräfte entgegen, ivelche durch heftige Angriffes die insgesamt abgewiesen wurden, versuchen, den Rück-' zug der serbischen Armeen zu decken.
Da» isolierte Serbien,
Berlin, I. Tcz. Tie B. Z. meldet aus Sofia: Nach Meldungen aus N i s ch ist auf dem großen Tunnel brr Zajetschar ein D y n a in i t a t t e n t a t verübt worden, sodaß' Lcrbicn nun auch von R » ni ä n i c n a b g e f ch n i t t c n,' ist. Tie Zufuhr der russische« Transporte auf der Dona><. ist dadurch unmöglich geworden.
Kein serbisch-österreichischer Sonderfriede.
Wien, 4. Dez. (IV. Ti.) Die Reichspost erfährt von diplomatischer Seile: D,e verschiedeiniiche» Meldungen über angebliche Absichten maßgebender Kreise Serbiens, angesichts der große» Fortschritte dcr kaiserlichen Truppe» ans serbischen Bode» einen Sondersrieden mit Lesterrcich Ungar» anzubahnen, um den vollständige» Zusammciibruch de» Königreichs zu vermeiden, entbehren jeder Grundlage. Die serbische Regieriing ist abhängig von Peteztzbnrg, »nd es geschieht in Serbien heute mir das, was Rußland will. Das Zarenreich wird aber nie zugeben, daß sein Vasallenstaat sich mit dcr Donallmonarchie gnssöhnt Auch von der ongeblichc», schon mkhrmal» gemeldeten Kabinettskrise in Risch, ist an hiesiger maßgebender Stelle nicht» Authentische» bekannt.
Kein neuer Balkanbttkid.
Nack; dem Eorricrc dclla Sera sollen die Leute, die die! Wardnrbrückc sprengten, b»lgarisck>e und türkische Komi- tadschis, aus dem bulgarischen Ctaatsarscnal mit Wasseitz versehen und von einem bulgarischen Offizier geführt worden sein. In Risch sei nian darüber sehr aufgebracht. Auch sollen Bulgaren an Grieckxnvcrfolgungen in Kleinasien und( Thrazien (?) teilnehmcn. Man schließe daraus in Athen und' in Nisch, daß Bulgarien sich der Türkei an schließen! wolle. Geheimverträge zwischen der Türkei und Bulgarien! scheinen das Zustandekonlmen eines neuen Balkan-l bundcS zu verhindern. Falls die Oefterrcicher Nisch besetzen, würden die Btllgaren voraussichtlich in Maze»! d o n i e n e i n f a l l c n. Italien sei mit seinen Bemühungen' zur Gründung eines neuen Balkanbnndes auf wenig Gegen-, liebe in Serbien gestoßen, wo man Italien beschuldige, daß cs Bulgarien begünstige. Aus Bukarest kämen ähnliche Nachrichten: Regierung und Volk meinten dort, daß heute! ein kriegerisches Eingreifen verfrüht wäre: auch hält man Bulgarien durch ein Abkommen mit der Türkei und Oester-j reich-Ungarn für gebunden und die Gründung eineH neuen Balkanbundes für äußerst sckjwierig.
«Hreueltaten dcr Rnffcn.
Wien, 4. Dcz, (IV. B. Nichtamtlich.) Ans 6cm Krlegspreste-!, quartier wird gemeldet: Au» der Bukowina wird iiber fortgesetzte Greileltaten der Rnsteii, tnsbesondere gegen Rumänien, berichte». So haben in Zedova am Terelh Kosaken den »Ksährigen Giits- bcsitzcr Rittmeister a. D. Demeter Ritter von Gojan, deste» rumänssche Rationalität ihnen bekannt war, »m Mitternacht aus dem Bett gezerrt, ihn im Garten angebunden und blutig ge- schlagen: inzwischen demolierten sie die Wohnung Gosan» und raubten sie bis auf die letzte Decke aus. Auch wurde beobachtet, daß die Kosaken verwundete Gendarmen an die Pscrde banden »nd sie so sortschafften.
Dcr Krieg im Orient.
Neuer türkischer brfolg.
Konstantiiiopcl, 4. Dez, (IV. B. Nichtamtlich.) Mitteilung ans dem Hauptquartier: Unsere Tnrppen haben in' der Gegend ani Tschorok nnd bei Adschara alle Tage- neue Erfolge. In nördlicher Richtung vorgehend, sind sie in Adschara eingcdrungen und südöstlich von B a t u nr vorgerückt. Ostwärts vorgehend, gelangten sie in diel Gegend von A r d a k h a n. Bei einem Kampfe westlich vow Ardakhan erbeuteten sie mit anderen Waffen ein Maschinen-.' gewehr. Die Russen gingen auf Ardakhan z u r ii ck.
«onstantinopel, 4 Dez. (WB. Nichtamtlich) Das Hauptquartier vrrvffcntlichte gestern folgendes Communique: Nach- russischen amtlichen Mitteilungen vom 20. November märe die Sinai-Halbinsel von unseren Truppen ooilstandiq geräumt w orden . Ferner sollen zirei unserer an der daukaiischen (üreuj* operierenden Divisionen in ihrem Bestand« aus die Holst« gesunken «nd einige unserer Bataillon« vollständ g venisckttt sein. Es wind behauptet, der Tivisionslommandenr sei getötet und ein zweiter des:«ie«. Der fiir tut— siegreich veilansene Kampf tn allernächster Näh« des Suez- kanals zwischen unseren Trupp:» und den Er?! an dein, der dcnnir endete, daß aus der Teile der Engländer zwei Lfii-zier« nnd zahlreich; Soldaten getötet ivurden und eine große Zahl Gcsanzener in unsere Hände siel, genügt um zu beweise», daß sich die Sinali» Halbinsel in unserem Besitz bcsinde! Was die Meldmi- gen vo» ungeheuren Veriusien unserer au der kautasischeu Grenze kämpseichen EEcheite» inid den Tod eines Dirisioiiekommandenr» beirisst, so such diese vollständig falsch. Di« Meldung von der Tescr- tion eine, Divisionskommandanten verdKnl nicht einmal dementiert zn werden. — Die in Tiflis «miJ russischer Quelle verkündete R a ch r i ch t. daß ein deutscher «ci-eral. t4 andere deutsche Sssi-iere und drei österverä>!iis:-.rng«r-iiche Ossiziere, die sich unter den anl 24. November in den Kämpfen an der kaukasischen Cirui?c gemachten Gefangene.! besinden sollen, in Tislis eingetrofsen seien, ist gleichfalls rein« Erfindung.
Flagranter englischer Rentralitätsbrnch.
Der englische Gesandte in der Schweiz, Grant Tuff, har, wie nunmehr feststeht, den englischen Fliegerübersall auf Friedrichshafen am Bodensee durch offenbare Spionage vorbereitet. Er besuchte mit einem englischen Fliegeroffizier den Bodensee aus einer Autofahrt und baldowerte in Gesell- schuft seines Begleiters in einem stundenlangen Besuch ans dem Kirchturm von Romanshorn am Bodensee die gute Ge- iegenheit für den dann erfolgenden englischen Fliegcrbesuch in Friedrichshasen aus. Welche Schritt die in schwerster Weise gekränkte Schweiz gegen den frechen Neutralität^ brecher »nternehmen wird, ist noch nicht bekannt.


