Ausgabe 
28.11.1914
 
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uili neuen die Engländer erhoben und eine grobe Zahl von ien getötet. Vor 4 Tagen seien mehrere Eisenbahnwagen mit ewundeten Engländern in Kairo eingetrossen.

(fitt Bombcnattentat in Indien.

W. B. Kalkutta, 26. Nov, Eine Bombe verursachte im Bureau t Sriminalsachen eine Erplosion und verletzte zwei Beamte wer. Tie Urheber des Attentats werbe» verfolgt Tie sollen

ich eine weitere Bombe verschiedene Polizeibeamte verwunde, er getötet haben.

Das «uffenmaffakre in Täbris.

W.B, Konst-ntin-pel, 26. Nov, Fkdam ,»folge befindet sich der issisthe Konsul ln Täbrig unter de» Niedergemochten de» Bussen- metzel», Tie Schuld an der Niedernietzelung der Bussen war ren herausforderndes Benehmen bei den von den Persern in äbris aus Anlas, der Berkiindung de» Beiligen Krieges ver- sstaltelen Kundgebungen. Tie Erregung dauerte den ganzen Tag i, i» dessen Verlause sämtliche Russen niedergemachi wurden.

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Telegramme.

Msbmcht Des Srojn -öfluptquartiers.

In West und Ost nicht» Neues.

IV. B. örofith Hauptquartier, 27. November vormittag» tunlich.) Eine Belästigung der flandrischen Müftc irch englische schisse fand auch gestern nicht statt.

Aus der Front des w e st l i ch e n dtriegsschauplatzes sind iue wesentlichen Veränderungen ringetreien. Nordwestlich augemark wurde eine Hänsergruppe genommen und ,bei eine Anzahl (>lesa»gener gemacht. Im Argo » nen- a l d machten unsere Angriffe weiter Fortschritte, Französi ,e Angrisse in der Gegend von Apremont und östlich t. M i h i e l wurden zurückgeschlagen.

Im Osten haben gestern keine entscheidende Kämpfe ittgesundeu. Oberste Heeresleitung.

Kitchener über die Kriegslage.

London. 27. Nov. (V/. B. Nichtamtlich.) In der geitri,zen lhung de» Lberchauses gal- der Knegsmintsrer. Lord Kitchener, e längere Erklärung über die Kriegslage ad. an« ivelcher hervor- ht, daß die englischen Trupp«, seil Anfang CHvber andauernd i,,u vevivendet mürben, den deutschen Bormarsch nach er Küste zu verhindern. T,e durch die Belagerung von ntwerpen vernvsachre rtcnwgernng der deutschen Vorwärrr- wegung gab General French gerade noch Zeit zu einer kühnen orwärt»l>eive«ung und der Einnahme einer auegedehntcn Trel- ,iig vmi La B a s s i e bis Dixmuiden. in welcher er der 24«. egung der Deutschen gegen dl« Lee Widerstand leisten lvcmte lit Hilfe englischer Berstärknngen und nach heftigstem Kampie sei e numerisch stärkere Macht zirriickgeworfeu worden. Kitchener chmte die nrüitarisch«! Eigenschasien der Zranzoseii und die apserkett der Belgier. Er l>erichtele, wie die Deursclnm wieder- »lte heftige Angriffe unternommen Inlixn, mn di« Linie der Ster- rndeteu zu durchbrechen. Ti« Engländer' Isiiteu einmal elf rmeekorpö gegeniihergestande» und lmiten die Laulgväbei, 14 Tage mg nicht verlassen, drS he dann mm den Franzosen abqelosk wur- m. Ti« n«glisch«n Verluste seien schwer, aber gering gegen di« ?S Feinde» Ter Geist der Truppet, sei «»»gezeichnet Ten lassen sei es gelungen, in Pvlen die Teutschen aufzu. alten und zu schlagen. Di« Verluste der Teutschen in Polen ien gröber als di« früher erlittenen. Di« Ruffen trieben ans ihrem nuiterbrochenen Bormarsch ans Kraka» und in den larpathen die O«sterr«ich«r vor sch her.

An denPtävchon" über di« Niederlage der Deutschen und >sterreiel<r In Polen k«in man ermessen, we!cl>e,i Wert KitchenerS Kacht über Me Loge im Westen hat.

Berlin, 27. Nov. (W. B. Amtlich.) Die Meldung der 2aily Mail, daß Dirmuidcn von den Verbündeten zurück- robcrt sei, entbehrt jeder Grundlage. Dixmuidcn bcfindei ich nach wie vor in deutschem Besitz.

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Zur Lage im Osten

Mit der Freude über die glänzenden Erfolge der Trup­pen del Generals v. Mackensen geben die Wiener Blätter der ljuversicht Ausdruck, daß auch der endgültige Ausgang des -nticheidendvn Kampfes im Osten für die Armeen Deutsch, -and« und Lcstcrreich-UngarnS siegreich sein werde. Die Neue Freie Presse stellt fest, cS lasse sich mit gewisser «nberheit bebaupten, das; die russ»sck>c Armee in rvchtigen Teilen die Kriegslust verloren und i n ncr Moral gelitten haben müsse. Es sei nickt dcnk- bar. datz Zcbntausende dem Gegner in die Arme lausen wür- trcn. wen» sie nickt entmutigt seien. Dagegen seien für die Verbündeten Truppen die Borzcicken günstig. All die herr­lich« Begeisterung und der unerhörte Heldenmut könnten incht vergebens fein und müßten schließlich zum Liege führen.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht

Wien, »7. Nov. (W. B.) Amtlich wird verlaulbart: 7- Novrmber mittags. An der polnischen Front verlies der tkstrige Tag verhältnismäßig ruhig. In Westgalizien und ir den Karpathen hielten die Kämpfe an. Eine Evtscheidung st nirgends gefallen. Ezernowiv ist von unseren Truppen virder geräumt worden.

Der LlrUvrrtreter des Chefs des Gcncralstabes: v. H » s e r , Generalmajor.

Ter serbische Aeld;ug.

Wien, 27. Nov. (4V. B.) Dom südlichen KriegSschcm- 'latz w,ed amtlich gemeldet: 27. November. Tic Kämpse w der Kolubara nehmen einen günstigen Verlauf. Auch tzeuern wurde fast an allen Gesecktsfrontcn trotz de» zäben ividcrstandcS des Gegners Raum gewonnen. Zirka G«. 'nngenr wurden gemacht und ein Geschütz erbeutet. Tie überaus ungünstige Witterung in den Niederungen grund- Boden, aus den Höhen jede Fernsicht verwehrende «chncestürmc erschwere» zwar die Operationen, dock ist die ^-timmung h«j foen Truppen nach einer Meldung aus der ^ront vorzüglich.

r Budapest, 27. Nov. (Ctr. Frkst.) Tic seit etwa drei kochen trotz des seither eingetrctencn strengen Wintcr- vetterz ununterbrochen anhaltende Offensiv e unserer in verdien tätigen Armee hatte auch in den letzten Tagen b e - Mutende Erfolge aufzuweiscn. diach der, wie be- kitS gemeldet, am Mttwoch abend erfolgten Erstürnrung

der beseingterr Ltellung bei L a »a r e w a t s ch zogen sich

die Serben aus eine Linie gegen Arandjclowatsch zurück, wohin ihnen jetzt umere Truppen folgen. Tics haben nun nach den neuesten Meldunger, auch die Gebirgs­kette der Ernagoro trotz de< von den Serben entfalteten zähen Widerstandes überschritten.

l l ck Havre z u ni Sinken gebracht wurde'. Ter

Kapitän des Unterseebootes gab der Mannschaft de^ .Malackit" 10 Minuten Zeit znm Verlassen des Schisses.' Nach Ablauf dieser Frist geriet das Schiff in Brand, worauf das Unterseeboot verschwand. Tic Mannsckxrst desMalachit" konnte sich noch Havre retten.

Lcrbischc Grcueltaten in Mn;cdonien.

«ofia, 27, Nov (WB. Nichtamtlich > Meldung der Agenee Buhmr«. Dlr Nochrcchvei, aus Mazedonren lauten ondoueritb täiecht. Die BevoTermig sntu unter deni Truck der serbischen Beamten, di« chr all«» nUrnien unh die surchtbarstett Greuel- ta r« n gagen sie vemben 2a dvmtg kürzlich ein« »dteilunq Irregu- lärcr in da» Tors Lckulitza mi Trstrckr K ratovo und durehsuchtr miter dem ltarwand«. naä, KoaAditschtt zu fahnden, sämltich« -auser. Tort boging«» sie Me üblichen t-tervalttatetn Frauen ivur- den in tSegsmvart der Fami,«,, geschändet. Dre serbischen lerrtdorralfatdoien werden grn>altsani in dre bulgarischen Wohmiit- gen etnauartierl. um b,t unglucklrchan FamNien zu mihhoirdein. An vielen Orten werden Männer elnaekerkert und grausam gefoltert Die Serben wollen sie dadurch zwingen. Ai^sben über Rrvotonottarc zu mache». Einige dieser Mänyrer »ersuchen sehvn, im Gefängnis LeU'sNnord zu begehen.

Russische Hilfe für Serbien?

London, 27. Nov. (Ctr. Frkst.) Nach einer Meldung der Times aus Sofia ist daS 16. russische Regiment auf 70 Barken mit Munition und Proviant auf der Tonau in der serbsickren Stadt Radujcva; bei Sicgotin angekommen. Falls die Nachricht lvahr ist, liegt eine arge Verletzung der rumä- nischen Neutralität vor.

Der russische Landsturm.

Rom, 27. Nov. (Ctr. Frkst.) Wie hierher gemeldet wird, berief Rußland acht Klassen vom Landsturm ersten 'ÄujgebotS ein, nämlich die Jahrgänge 1905 bis 1912.

Der Krieg im Trient.

Am Suezkanal.

Koustantinopel, 27. Nov, sWB, Nichtamtlich.) TaS- vir-I-Esksar meldet, die eingeboreaen Truppen i» der Umgebung de» Suezkanals hällen sich gegen die Engländer erhobt» und rine große Anzahl getötet. $ur vier Tagen seien mehrere Eisenbahnwaggono mit verwundeie» Engländern in Kairo ein- 11 «tollen.

Tie Blätter verössenlllchn unter Ausdrüiten der lebhafte» Mißbilligung die EeNäeung Rußland-», das, dieses die die Zeichn de» rolen valdmotids süheenden Schisse nicht als neutral onerten- neu will, und weisen daraus hin, das, ivährend de» Balknnkritgc» sogar Griechenland das türkische vospitalschiss respektierl habe.

Der erste Schritt gegen Batum.

Konsiantinopel. 27. Nov. (W. B. Nichtamtlich,) In militärische Mitarbeiter des Tanin mißt den von den türkl- sehen Truppen in der Richtung, gegen Batum errungenen, in deni gestrigen Bericht des Hauptquartiers bekanntgcgebe- ncn Fortschritten, eine große strategische Bedeutung bei. Tie Ortschaft M o r g h u l, deren Besetzung gemeldet wurde, liegt in einem engen Tal an der Straße von Artwin nach Batuni an der Mündung des Flusses Morghul in den Tschorok und ist eine ziemlich bedeutende Stadt. Tie türki­schen Truppen lwben mithin gewisscnnaßen den e r st e n Schritt gegen Batum gemacht. Die den Türken in die Hände gefallene Beute deutet darauf hin. d- die Russen ihr Heil in einer regellosen Flucht suchten.

Persien macht mit!

Konstantiiivprl, 27. Novbr. [W. B. Nichtamtlich.) Tasvir-i-Efkiar erfährt, daß auch Persien an dem Kriege gegen Rußland teilnehnien werde. Es warte nur noch einige Tage, bis die türkische Armee im Kaukasus weiter vorgedrungen sei, wodurch dies Entsendung ueurr russischer Kräfte nach Persien ausge- schlossen ivürde. Tie Niedermevelung der Russen in Täbris würde die Ausbreitung des Krieges nur noch beschleunigen können, denn man sei daraus gefaßt, daß Rußland in Teheran ernste Schritte »nternehmen werde, deren Folgt der Krieg sei.

Tie Niedermetzelung der Russen in Däbris.

Konstantinopel, 20. Nov. CW. B. Nichtamtlich.) Ikdani zufolge befindet sich auch der russische Konsul in Täbris unter den dort von Angehörigen persischer Stämme getöteten Russen. Tic Jtiederinctzelung der 2000 Russen in Täbrik ist auf ihr hcrauSsordcrndes Benchnicn anläßlich der Kund­gebungen zurückzusübren, die die persische Dolksnienge beim Eintreffen der Slachricht von der Verkündigung deS Heiligen Krieges veranstaltete. Die Erregung unter der Bevölkernirz dauerte den ganzen Tag an, in dessen Verlauf alle in Täbris wohnenden Russen niedergemackt wurden.

SluS einem Bericht der Fnantf. Zlg, aus Persien «ntmhmen wir lvlgcnde»:

Na» darf iape», daß jetzt der grüßte Teil Rordper- fiens sich in krtegersscher «harn gegen Rußland befindet, aber mich au» S ii d P r r f t« n, der englischen Einsluhzone. ist rin« mehr und mehr innehmente kriegerXch« Bewegern« sestznstellen, Tcr Tcveikb da,; a! han. der Ebcs de» Trrbu» K»»d und R,za Kuli den. der Ehef de« TribuS PucN'tiuH. weläic beide über annähernd 25 000 wasfcniähige Männer versügen, schlossen sich der kKuxgung an, Ter russische Botschafter in Teheran überreichte der persischen Regierung einen sehr heftigen Protest gegen tri: Vorgang.» v» «serbeidschmi. TaS T«herauer «abriirtt anNvortete jedoch, daß Aierbe'dscha» r-on den Russen seit Fahren besetzt und rechert sei. Sein Etussuß dort sei koneequent von den Russen auS- geschaiiec worden und es lehne daher katrgorrfch ab, irgend eine Veroneworwmt wegen der dortigen Ereignisse zu Übernelunrn, Tie Teheraner Regierung Oiare nach folgende «rgunrent« hrnzu: Fm Borsahro hätten di« Russen m Akerbewschau mehrere Perser zmn Tode verurieilr und gehängt, ohne bai man auch nur der T-Heraner Regirruua LeunMiS davon gegeden hätte. Tcr russische Bottfthafrrr zrigie sich wonrg desriedig! von diesen Erklärungen und drohte Re­pressalien an, Fedoch «ftr der Einfluß der russischen Tiplomatte, der in Teheran noch vor wenigen Wachen allmächtig war, als Haid gebrochen.

Ein englischer Dampfer zum Sinken nebracht.

Tat eines deutschen Unterseeboots.

Gens, 27. Nov. (Ctr. Frkst,) Dem Echo de Paris wird aus.Havre gemeldet, daß der englische TampscrMalachit" mit 2000 Tonnengehalt, der von Liverpool nach Havre ging, durch ein deutsehes Unterseeboot einige Meilen n o r d w e st -

Ter Losialismus als Ueberwinder der

Preistreiber.

Gegen die landwirtschaftlichen Proistrciber sind in deck letzten Wotbcn in der christlicb-nationale» Arbeiterpresse sckarsc Aphandlungc» veröffentlicht worden. So ticktet die Westdeutsche Arbeiter-Zeitung in ihrer letzten Nummer (-10) an die Landwirtschaft die Anftordening. die wuckzcrische Preis­politik fahren zu lassen: es sei empörend, wenn die bäuerlichen Produzenten, die sich zu ihrem Schutze die Staats- hilfc und die Hiisc der christlich-nationalen Arbeitcrsckzast lbci Zoükämpfen) gefallen lassen, heute als Dank auf den Woche», markten den arnien klagenden Käufernzu bitter hohe» Preisen auch noch barte höhnische Worte gibt." Ein solckx's Verhalten sei unckristlich. dennein Gebot deS Herrn verwirft e»-. die Notlage der Witwen » n d Waisen zum Gewinn auSzn nutzen." Tann beißt es weiter:

Wir haben iahrelang und vor allem im letzlvergangenen Fahrzeh»t ans« energischstc dasiir gekämpft, daß die Landwiri- schast gefördert wurde. Wir habe» e» getan, weit »n» gesagt wurde, wie »oiwcndtg wir die Ergeugnisse de» heimischen 2lcker» im Falle «Ine» Kriege» brauchen. Und wir haben uns oft genug beschimpfen lasseil müssen, weil wir so handelten. Wir sehen setzt, daß wir recht daran getan haben. Aber doch ist e» in der Vor­aussetzung geschehe», daß dann im Falle de» Kriege» die Land­wirtschaft uns die Cpfcr entgelte, die wir im Frieden gebracht habe», durch ein verständige» Entgegenkommen. Nicht darum Hot Teutschlond seine Landwirtschast gehegt und gepslegt, daß sie zur Zeit der Kriegsnot »ns die Presse diktiere, die ihr grsatze», »nd daß wir bei ihr betteln müssen, um die Kartosseln, die Haupt- nahrnng des «rößten Teiles des äemere» Volke», überhaupt nur erhalte» zu können, indes uns unaushörllch oeeßchert wird, daß deren übergenug im Lande wären. Wir sind dnrchail» damit einverslandc», daß der Landivtrt auch setzt die Preise bekommt, die er zu einer guten Weitcrsllhrung seine» Betriebes braucht, Fedoch darf das bloße Strebe» nach möglichst hohem Gewinn setzt nicht allein da» Maßgebende sein beider Forderung de» Preise» Tie Lebensmittel, die heule als Kriegsoorrai in Teutschlond sind, sind nicht mehr bloß Privateigentum »um Petoatgewinn derer, in deren Hände» sie eben sind. Sondern sie sind mit ein Eigentum de» gesamte» deutschen Volke«, da« sie mit schasse» hals, und da» jetzt aus Gedeih »nd Verderb daraus angkwiesen ist, davon zu lebe» Tarm» ist e» nicht nur eine patriotische, sondern christliche Menschenpslicht, ja eine religiöse, jetzt nicht nur an eignen größtmöglichsten Gewinn zu denke», Ter Gottessege», der nn« in »iiserem Vaterlanüe Gotte» Erde gerade in diesem Fahre so reichlich gegeben, ist gan, gewiß nicht mit für de» Nutzen einzelner bestimmt,"

Das fino glatte Eingeständnisse der Richtigkeit sozialisti­scher Anschauungen und Forderungen, wie ja überhaupt jeder aufmerksame Beobachter gefunden l»aben niuß, daß man bei fast allen Vorkehrungen gegen die wirtschaftlickv AuSwnche- rung des Volkes während der Kricgkzeit genötigt war, in der Richtung sozialdemokratischer Programnisorderimgen vor- zugehcn. So schwer es dem M,-Gladbacher Organ gewordeit ist, es hat eingestchen müssen, daß die P r i v a t w i r t s ch a s t die Wurzeln scktverster volkswirtsckmftlichcr Schäden birgt, und daß die Rettung vor der wehrlosen Ausbeutung der Besitzlosen und Armen nur durch s o z i a l i st i s ch e Maß­nahmen, nur d u,r ch die B e r w i r k I i ch u n g unserer Grilndsähe möglich ist.

Tie deutsche!» Slrbeiter und der Krieg.

Ter Stockholmer Sozialdemokraten vom 17, November enthält ein Interview seines auf ciucr Studicureisc in Deutschland befindlichen Mitarbeiters Olaf Sundström mit dem zweiten Vorsitzenden der Generalkommission, abgeordnetcn Genossen Bauer. Nach einer Tarlcgung der wirtschaftlick)cn Lage in Deutschland seit dem Kriegsausbruch mochte Bauer demnach einige Mitteilungen über die (ssewcrk- schastcn, sowie über die in deutschen GcwerkschastSkrciscn herrschende Stimmnng gegenitber der Teutschenhetze, die von dem Stockholmer Sozialdemokraten betrieben worden ist.

Bauer erklärte:

Bezüglich der Gewertschaste» hat die Krise nicht die schlech­ten Wirkungen ans sie gehabt, die man befürchten konnte, Tie Beiträge, auch die Ertrabeilräge, kommen regelmäßig ein lind ivenn der Krieg einmal beendet ist, werden die Gewerkschasteti ganz gewiß wieder stark und kampfsähtg dastehe», Tie Aus­lassung über den Krieg ist unter den Gewerkschaftlern mit sehr wenigen Ausnahme» die, daß sie sich geschlosien hinter die Reichstageleaktion siesien. Wir haben uns zum Burgsriedeu be­kannt, denn wir müssen noch außen einig sein, um den Krieg zu einem glücklichen Ende führen z» können," Taß dir deutschen Arbeiter, wie im Auslande behauptet worden ist, von filtern starken chauvinistischen Geiste beseelt werden, bestreitet Gcnossc Bauer dagegen,Aber wir wissen, daß es für Teutlchland eine Lebensfrage ist, in diesem Kampfe nicht zu unterliegen,"

Unser deutscher Parteigenosse wünschte auch auszusprechen, daß die Haltung de« Hanptorgand der lchwedtschen Partei die hiesigen Gewerlschast»kress« unangenehm berührt habe,Wir standen uns doch immer am nächsten und haben immer sreund- liche Verbindungen ausrechl erhalten," Schließlich wollte er auch hervorheben, daß die internationalen Verbindungen der Arbeiter nach dem Kriege bald wieder ausgenommen sein werden,Tatz ein Haß zwischen den Arbeitern der verschiedenen Länder be­stehen bleiben sollte, fürchten wir hier nicht,"

Sundströin fügt dem hinzu:

Selber kann man nicht umhin, unter den Parteigenosse» hier eine recht tiefe Verstimmung gegen die schwedische Brnber-' Partei zu konstatieren, die »m so tiefer ist, obgleich man das nicht andeutet, weil man hier noch nicht Das Fahr VM vergessen hat. Fm Gegensatz hierzu scheint in den bürgerlichen Kressen eine siegen unö Schweden sehr freundliche Stimmung ,'u herrschen. Man ist anscheinend der Meinung und solche Aeußcruugen sind mir gegenüber sowohl uo» bürgerlicher wie von sozialdemo­kratischer Seite gesallen daß wir die gleichen Fnteressen haben unb daß die Gefahr des einen Landes auch da» andere Land bedroht und daß die Sache des einen Landes auch die des anderen ist, Fch führe diese Meinungen ohne Kommentare an, nur um die Meinung hier zu beleuch ten." _____

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm & Cie., Gießen.

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