SOtoit verbrauch! sind, darunter 4000 Mk, siir die bedrängten Lft- preußeii und Elsässer. Die vielen Klagen über Ablehnung von Unterstlltzttngsanträgcn machen dar- erklärlich, wobei hervorzuheben ist, daß in viele» anderen Städte» mehr geleistet wird, daneben Zuschüsse vom Kreis und Privaten. Tic bisherige Unlcrstiitzung besieht in Mictsziischüllcn von 70 Pro,-ent, die direkt an die Vermieter von der Stadt befahlt werden, während 40 Prozent Nachlaß von den Hauswirten gewährt wird. Der verstorbene frühere Stadtverordnete ,v lörshci m ha> die Stadt Wetzlar zur Universalcrbiii seines Pachlastcs eingesetzt, doch sind zur Annahme iroch verschiedene RechtSsorinalitälcn zu erledigen. Hieraus wird dem Kauf des Waldichmidt-Stcphanschcn Grundstücks an, Hanscrtor slir 10 WO Mk. ,'ngcstininii. Die llnterhaltungspflicht des neuen Pfarrhauses in Niedergirmes übernimmt die Stadt mit sauer-süßer Miene, nur Beträge unter 100 Mk. soll die Kirchcngcineindc bezahlen. - Wieder einmal beschäftigt eine Forderung des Lehrers Oster die Sitzung, indem er einen Zuschuß von äO Mk. für ein von ihn, beschafftes Klavier für die Fortbildungsschule fordert, ivas bereits früher abgeletznt wurde. Nach einem verlesene» Schreiben des Herrn JC. band.lt >s sich anä, gar nicht um Schulzwccke, sondern für die von ,h,n nebenbei betriebene Jugendpflege. Gegen die Stimme des Stadrv. Weise wird auch diesmal die Forderung Öfters abgelehnt, gnmal er in Wetzlar billiger lausen konnte >vie in Gießen. Hierauf wirb ein Annag des Stadtv. Weise verhandelt, der eine gerechtere Verteilung der CinquarticrungsltKie» und Erhöhung der Vergütung dajiir svrdcrt. Der Bürgermeister gibt bekannt, daß die Vergütung von 1,40 pro Tag und Mann auf 1,84 MI. vom Staat erhöht ivorden wirr» ab i. November und damit auszu- komme» sei. Eine Erhöhung auf 2 Mk. durch die Stadt und Nachzahlung siir die Monate August. September und Oktober würde eine so hohe Summe erfordern, dag 75 bis 150 Prozent Kriegssteuer- znschlägc erhoben werben müssten. Nach dieser Belehrung zieht Herr Weise seinen Antrag zurück. Der Bürgermeister gibt weiter bekannt, dag auhcr dem Lanbstnrin noch 250 Rekruten ihren Einzug in Wetzlar halten ivcrdcu, um ihre Ausbildung hier zu erhalten. — Stadiv. Bergmann fragt wegen der säst eingestellte» .Kartoffelzufuhr an, woraus der Bürgermeister die Schwierigkeiten schildert. Stadtv. Wilh. Waldschmidt schiebt die Schuld aus die festgesetzte» Höchstpreise, die mindestens um 50 Pfg. höher bemessen iverden mühten per Zentner. Er stößt glücklicherweise auf allgemeinen Widerspruch und Mi sich eine wohlverdiente Abfuhr. Herr Wald ichmidt steht zur Wiederwahl ani 40. d. M. und gehört unbedingt dem Kollcginui erhalten.
n. Bergmanns Tob. Ans der Grube „Eisenzechcr Zug" im Kreise Alteniirchen sanoen die Bergleute Jos. Weber und Ang. Müller, beide aus Brachbach bei Kirchen a. d. Tieg, durch ab- ftürzcndcs Gestein ihren Tod. Sowohl Weber wie Müller hinterlassen Familie.
Nah und Aern.
X Frankfurt, 21. Nov. Stadtverordneter von La san! r ist ii» Kriege, den er als Leutnant der Landwehr mit anachtr, bei den Kämpfen in Nordfrankrcich gefalle». Mit v. Lasanlr verliert di: Ttadlvciordnelc»versanmilang einen leiupc rameirtvoUen Biirgcrschvsisocrlretcr, der stets mit Eifer die kam mimalpoliiüchcn Jnlercssen pcisochien Hai. Infolge seiner red ne rischen B.iähignng nnd einer geivisse» Schiagsertigkcil war er bald der Wortführer in der ,katiois»ilibcvirlc» Fraktion. Sein rheinischer Witz und Humor half ih» manchmal über eine fatale Situation hinweg. Seine lemperanien-tvollen Zwischenrufe, mit denen er manchesmal einen Gegner »bzusiiliren suchte, erregten oft stürmische Heiterkeit. Auherdsm war er Mitglied des Kommunal- utid Provinzial- iandlags. Politisch gehörte Herr v. Lasanlr der nadionailibcralon Partei an: er war ein eifriger Förderer der iungliberalen Be- megnng. Bei der vorictzkcn Reickstagsivahl, tut Jahre 11>07, kandidiert« er in Frankfurt für irinc Par.ci.
X Ein Wohttätcr. Ein Uiigenannicr stellte deni sozial- d c t» o k r a ! i ich i n Verein in B a r in c n 25 000 Mark zur L^er- silgung, di: kurz vor Weihnachten an bedürftige Barmer Kriegcr- familien ohne Unterschied ihrer religiöse» oder politische» Gesinimiig per teilt iverden sollctt.
Telegramme.
Snp&mdjt! Ses (skoßcsi Hauptquartier^
Im Westen unverändert.
An» Osten »veiterc Fortschritte.
IV. 0, Großes Hauptquartier, 21. November vormittags (Amtlich.) Auf dem westliche» Kriegsschauplätze ist die Lage iui ivesentliche» unveräudcrt geblieben. Fast vor der ganzen Front zeigt der Feind wieder eine lebhafte artilleristische Tätigkeit.
Tic Operationen im Oste» cntivickcln sich weiter. Aus Ostpreußen ist nichts z» melden. Tic Verfolgung des bei Mlawn und bei Plozk zurückgeschlagcnen Feindes wurde fortgesetzt. Bei Lodz machten unsere Angriffe Fortschritte.
In der (hegend östlich von Czenstochau kämpfen unsere Truppen Schulter nn Schulter mit denen unserer Verbündeten und geivanncn Boden. Oberste Heeresleitung.
IV. I!. Großes Hauptquartier, 22. Nov., vorm. (Amt- lich.) Ans dem westlichen Kriegsschauplätze ist die Lage un verändert.
In Polen tuird noch um den Sieg gckämpst. Tao Ringen südlich Plozk in der Gegend von Lodz und bei Czenstochau dauert fort. Overstc Heeresleitung.
Die Schlacht in Polen.
Wien, 21. Nov. (W. B. Amtlich.) 21. November mittags. Ter Angriff der Verbündeten auf die russischen Hauptkräste in Russisch-Polen geht ans der ganzen Front vorwärts In den Kämpfen nordöstlich von Czenstochau ergaben sich zwei feindliche Bataillone.
Ter Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabes: v. H ö f e r, Generalmajor.
Wien, 22. Nov. (W. II.) Amtlich wird Verlautbarn 22. November mittags. Tie Verbündeten setzen ihren Angriff in Russisch-Polen energisch und erfolgreich fort. Unser südlicher Schlachtflügel erreichte den Szreniawa-Ab- schnitt. Vereinzelte Vorstöße des Feindes wurden a b g e - wiesen. Bisher nwchten die K. K. Truppen ii der 1 5000 Gefangene. Tie Entscheidung ist noch nicht gefallen. Auch westlich des Dinajes und in den Karpathen sind größere Kämpfe im Gange.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. H ö s e r, Generalmajor.
Ter Kamps um Reims.
Kopenhagen, 22. Nov. Politiken erfährt ans Paris: Letzter Tage wurden die Kämpfe um Reims wieder mit Heftigkeit ausgenominen. Tic Stadt sei von starken französi
schen Truppen besetzt. Tie deutsche» Linien bildenUnen Halbkreis von Prynai bis Brimont. In den letzten 48 Stunden führten die Deutschen eine Angrisfsbewegung aus, die beweist, daß sie große Verstärkungen erhalten haben. Belagerungsgeschütze schwersten Kalibers seien aus den Anhöhen der Stadt gegenüber angebracht. Die Franzosen haben einen großen Teil der deutschen Laufgräben mittels des Nord- kanals unter Wasser gesetzt. Reims werde unaufhörlich Tag und Nacht bombardicr't.
Belgische Wahrheiten.
Der Berliner Lvkalanzeiger meidet ans Rozendaal: Vor einige» Tagen wurden in Breda sieben sahnenfluchtige belgische Qsfiziere interniert, die am 5. November von König Albert mit deni Ritterkreuz des LeopoldordeiiS ausgezcichner wurden waren. Von Landsleuten nach dem Grunde der Fahnenflucht gefragt, e»I- gegnetc einer: Weil wir es satt haben, unsere arme» Tvldaten den herzlosen, blvst um ihr eigenes Fell besorgten Briten zuliebe ins Feuer zu jage». Glaubt ja nichi, dag der König niit dem Nicdermetzcln seiner braven Belgier einverstanden ist. Was soll er aber tun? Seit seiner letzten Begegnung mit Poincarö hat er sich und sein Land den Franzosen und Engländern verschrieben. Ein Sllaoc ist er heute, lein Herrscher mehr. Ob d!e Tenrschen aus Belgien vertrieben werden oder nicht, mit unserem freien Batcrlandc ist cs ein stir alle n> a l zu End e.
Dcr Krieg im Orient.
Die türkische»! Siege.
.Konstantinopel, 22. Nov. (W. II. Nichtamtlich.j Mit teilung aus dem Hauptannrticr: Infolge unserer Angriff« auf russische Strcitkräste, die am Murad-Flussc Vvrrückcn »wlltcii, ergriffen die Rüsten die Flucht unter sehr stnrkrn Vcrlusteii. Wir haben drei Feldgeschütze genommcii.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.
Verlag von Krumm & die., Gießen.
Druck: Verlag Oiicnbacher Abendblatt, G. m. b. H., Osfenbach a. M.
Stadtthcatcr in Gießen. S p i c l p l a ». Mittwoch, den 25. November, abends 714 Uhr, bei gewöhnliche» Preisen (ermäßigt, Gutscheine haben keine Gültigkeit): Fest-Vorstellung. Dcr Reinertrag wird einem vaterländischen Zwecke zngcwicsen. Ouvertüre zu „Titus", von Wolsganq Amadeus Mozart, ausgeführt unter Leitung des Grotzh. Musikdirektors K r a u ß c. Hierauf: Gastspiel des Hof schauspielcrs Oskar Bvhnöc vom Könial. Hostheater in Kassel: ,,Wal I cii stc in s To d". Ein draniatischeS Gedicht in 5 Auszügen von Friedrich von Schiller. Ende gegen 101 Uhr. Freitag, den 27. November, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (er mäßigt), 3. Freitag-Abonneinciits-Vorstelluiig: „D e r Strom", Schauspiel in 5 Auszügen von Map Halbe, Ende 1014 Uhr. Sams lag, den 28. November, nachiniltags 4'/, Uhr, bei Volkspreiseii: Schüler-Vorstellung: „Minna von Barnhclin". Ende gegen 0 Uhr. Sonntag, den 20. November, nachmittags 414 Uhr. bei Volkspreiseii: „Im weißen R ö ß ' I", Lustspiel in 4 Aufziigeii von Oskar Blunicnthal und Gustav Kadelbura. Ende 5% Uhr. Abends 714 Uhr, bei kleinen Preisen: „D i c R a b c n st c i n e r i n", Schauspiel in 4 Akten von Ernst v. Wildenbruch. Ende 1011 Uhr.
Wochenmarktvreise iu Gietze»»
am 21. November 1914
Butter Milch Hühnereier Gänseeier Käie
Kdicmailc
per Psd.
1.20 Mk. Liter 22 Big. Slück 10—12 Psg Stuck — Big, Stück 6-8 Pfg 2 Stuck 5—0 Pfg. Tauben per Paar 0.80—1.20 Mk Hühner per Stück 1.20—1,80 Mk. Hahne per Stück 1,00— 2,v0 Mk. Gänse vcr Pfund 0.60—0.70 Psg. Ochsensteisch per Psd. 0.80-0.924,,!. Kalbfleisch per Psd. 70—75 Pso. Kuh- u.Rindfl, ver Psd. 80—8 l Pfg.
Schweinefleisch ver Pid. 70—VOPsg. Hammelfleisch per Psd. 70—SO Psg Kartoffeln p. Malter 70 0 Mk. Kartoffeln Psd. 4 Psg.
Zwiebeln ver Pfund 12—15 Psg. Blninenkohl per Stck. 15—40 Pfg. Kohlrabi Stck. 5—10 Psg.
Weißkraut p. Haupt 8—12 Pfg Rolkraul p. Haupt 15—25 Pfg. Wirsing v. Haupt 10—20 Psg.
Acpfcl ver Pfund 8—20 Psg.
Birnen Pfund 8—15 Psg.
Nüsse 100 Stück 40-45 Pfg.
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Da? Verpacken. Schreiben und Adressieren von Fcldvostsendungen besorgt beicitwiUigst und nnentaeltlich MonlagS, Mittwochs und Freitags von 10 bis 12 Uhr vormittags
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Lüvaulage Nr. 4, 2. St.
Außerdem erleilt Auskunft über Adresse und Rat für Feldpostbriefe gern und unentgeltlich in ihrer Sprechstunde die
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Mittwoch nachmittags von 6‘,< bis 8 Uhr im alten Rathaus.
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!>) bei auswärtigen Arbeitgebern: t Eis«:ibiehcr. Sattler. Schlosser und WsrkzeuMnacher sgoc. hohen Stnndei iohn), I Müller, lamdwirischafrijchc Arbeiter in >lnoch::, Erdarl'riler, Miriviire, Sicinbrncharbciter »nd Taglöhn« ES suchen Arbeit:
8 Tchwsscr, 1 SpeiWler, 2 Bini-btnHer. 3 Polsterer und Ta»> :i«ver, 5 Schreiner. 1 Glaser, 1 Schuhmacher, 3 Säimcidcr, 8 We, biirbcr und Lackierer, 4 Kauslciete, Schreiber, lamdwrrtschaftliche A I beiter und Knechte. Erdarbeiter, Tagiphncr, Kellner, Hansbnrschr Putz-, Wasch- und Laussran«,,.
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