Ausgabe 
9.11.1914
 
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%en gestern fortgesetzt. Am Westrand der Argonncn wurde eine wichtige Hohe bei Viennc-lc-Chätcau, um die wochenlang gckämpst worden ist, genommen; dabei wur. den zwei Geschütze und zwei Akaschinciigewetzre erbeutet. Sonst verlies der neblige Tag ans dem westlichen Kriegsschau­plätze ruhig.

Vom L st c ii liegen keine neuen Nachrichten vor.

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Tsingtau gefallen!

Die weis;e Flagge

Berlin, 7. Nov. sW. B. Amtlich.) Nach amtlicher Mel­dung des Rcutcrschen Bureaus aus Tokio ist Tsingtau nach heldenhaftem Widerstand am 7. November morgens gefallen. Nähere Einzelheiten fehlen noch.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabs: B e h n ik e.

Ter letzte Kamps.

Teni Falle von Tsingtau ging, wie das Berliner Tagebl. erfährt, ein letzter schwerer, von beiden Seiten mit äußerster Leidenschaft geführter Kampf voraus. In der Nacht zum gestrigen Samstag uni Mitternacht griffen die Japaner mit außerordentlicher Wucht das Iltis-Fort an, das bis zuletzt noch hartnäckig von der deutschen Besatzung verteidigt wurde und Widerstand geleistet hatte. Am 4. November war in London offiziell bekannt gegeben worden, daß seit dem 31. Oktober das Bombardement mit schwerer Artillerie eröffnet sei, daß gleichzeitig die blockierende Flotte ihr Feuer auf die Forts von der Seeseite her richte und daß die Beschießung das Jltis-Ostfort auf den, rechten Flügel der deutschen Ver- teidigungswerke beschädigt habe. Trotzdem war das Fort bis Freitag abend, bis zu dem Augenblick, wo der erneute Sturm­angriff begann, todesmutig gehalten worden. Es entstano ein letztes gewaltiges Ringen um das Fort, und die Verluste waren auf beiden Seiten groß. Da dip Japaner imnier neue Verstärkungen hcransührtcn und ihre Lücken stets wieder ausfüllen fönten, mußte die heldenhafte deutsche Besatzung unterliegen. Das Iltis-Fort war das wichtigste der Vertei- üigungswerke. Es wurde von den Japanern als das Zentral­sort bezeichnet.

Der Fall dieses Forts, das das letzte Bollwerk des Wider­standes gewesen war, bedeutete gleich den Fall Tsingtaus. Wie groß die Zahl der Toten der Besatzung ist, läßt sich im Augenblick eben so wenig sagen, wie cs möglich ist, die Zahl der Verteidiger, die in Tsingtau versammelt waren, festzu­stellen. Die Besatzung hatte bei Beginn der Kämpfe von mehreren Seiten Zuzug erhalten, unter anderem waren 50 oder k>0 Mitglieder der deutschen Kolonien in China zur Unterstützung herbeigeeilt.

Aus Kopenhagen wird dem Lokalanzeiger berichtet: Amtlich wird aus Tokio gemeldet: Vor der Einnahme Tfing- taus wurden von japanischer Infanterie und Pionieren um Mitternacht mit den Zentralforts die wichtigsten Verbind­ungslinien erobert und 200 Mann dabei gefangen genonimen.

Der japanische Bericht.

Tokio, 7. Rov. IW. B. Nichtamtlich. Meldung des Rcuter- schen Bureons.) Der japanisck»« Oberbefehlshaber berichtete heute früh: Der linke Flügel der Belagerer befehle die nördlich« Batterie auf dem Thantan-Sügel um 5 Uhr 1« Min. und die östliche Batterie auf Tatungsjing um 5 Uhr 35 Min. Inzwischen rückte das Zen­trum gegen die Forts Iltis und Bismarck vor und eroberte zwei schwere Geschütze in der Nähe der Hauptwerke. Die Angreifer be­setzten nach einander die Forts Moltke, Iltis und Bismarck.

Die Garnison hihtc um 8 Uhr die weihe Flagge aus dem Observatorium. Die Küstcnsorts folgten ihrem Beispiel um 7 Uhr 3V Minuten.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm & (Sie., Gießen.

Truck: Verlag Osfenbacher Abendblatt. G. m b. H., Olkenbach a M

EtandeSnmt Gießen.

Geborene.

Okt. 28. Dem Weißt» nHermeistcr Friedrich Wilhelm Feuerbach ein Sohn. Albert Heinrich. Dem Monteur Julius Miichel ein« Tochter, Rest. Ten, Rcchtsamvalt Dr. Leopold Kratz eine Tochtnr, Margot Ruth. 28. Dem Schuhmacher Jakob Leinweber eine Tochter. Elfe Fi-ieda. Dem Gisenbahngehtlsen Friedrich Ferdälanb Otto Thiemc ein Sahn. Dem Eisenbahn-HilfSschafsn-:r Heinrich Hvß eine Tochter, Emilie. 28. Dem Znjchläger Ludwig Binz «in Sohn .Lndwiig. Dem Inqeni.eur Johanne» Karl Walter Zahn ein Sohn, Gustav Wolter Ottomar Hans. 30. Dem Kutscher Adolf bi che r eine Tochter. Hedwig Elisabeth. Dem Universität-.'- Präparator Hugo Schmidt eist Sohn. 31. Dm Ka>usmann Karl Anton Ampt ein« Tochter, Gertrud« Iakobine. Den, Kausmrnn Andreas Rcining «ine Tochter. Mo. 2. Dem Dachdecker Wil­helm Pan, eine Tochter. Wethe i m ine. 3. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Dinges ein Sohn, Ernst. 5. Dem Werkzeugschleifer Karl Keil ein« Tochter, Elise Marie.

Aufgebote.

Okt. 3V. Jakob Heinrich Emil Haardt. Kaufmann. mit Anna Joseph» Herr,.geh. Kuhnert, beide in Gieße». 31. Ludwig Aogust Nickol, Schneider, mit Anna Katharina Ortiveim, beide in Ockers- Haufen.

Eheschließungen

Okt. 31. Dr. Friedrich Friedrich Franz Gustav Heinrich Karl Sandmann, Oberlehrer in Frankfurt a. M., mit Marie Schudt in Gießen. Hans Ludwig Friedrich Martin .Hartleben, Mufik:>, mit Anna Johanna Margareta Joseph:»« Klara Luise Katharine Hanb- lvser, beide in Gießen. Rov. 4. Fritz Hugo Mendt«. Postassistcnt in Leipzig-Möckern, mit Luise Karolinc Balßcr in Gießen. Johannes Lirlelh, Handlungsgehilfe, Reservist, in Rnnzhanse», mit Marie Gerhard im Gieße».

Slerbksäste.

Oft. 20. Margarete Dkaiuzer. gcb. Keßler, 51 Jahre alt, Ereduerstr. 35. 30. Johannes Wlßner, Ziparrenmacher. 74 Jahre alt. Krofdorferstr. 24. 31. Emma Maria Magdalena Battenbcrig, gcb. Klös, 40 Jahre alt. Schistenbergerweg 52. Rov. 1. Katharine Peter, gcb. Grün. 75 Jahre alt. Großer Steiinveg 5. 4. Anna Bender, geb. Schlotter, 66 Jahre alt, LudivigSpIatz 10.

Im Felde gefallen.

Aug. 22 Johann Michael Hußeiibörser, Fabrikarbeiter,

Reservist, 25 Jahre alt, Löivengaste 5. Karl Wehn. Mrchincn- bauer, Elesreiter der Reserve, 26 Jahr« alt. Am Ricgeipsad 52 a. - Heinrich Jakob Wilhelm Rusch, Koch, Musketier, 20 Jahre alt. Kanzleiberg 5. Anton Kern. Handlungsgehilfe. Gefreiter der Referve, 24 Jak,re alt, Kaiser-Allee 32. Hermamn Möbus, Bank- bvamter, Eins.-Freiw.-Gefreiter. 20 Jahre alt, Ttcinstr. 13. 28. Louis Friedrich Wilhelm Eugen Fifchbach, Kauslniaun. Bizr- scldwebel der Reserve. 28 Ighr: alt. Seilerswcg 24. Scpt. 0. Karl Zim-mermanii, Metzger, Jäger der Landwehr, 26 Jahr« alt, Bahuhofstr. 5. 16. Hermann Lauer, Kaufmann, Reservist, 28

Jahre alt, Mittelweg 8. 17. Ludwig Heinrich Hauß. Former

Reservist, 28 Jahre alt, Dammstr. 43. Dr. Hermann Jakob Pau Möller .L:hram'!ür:s.rondar. Uuterofsizicr der Reserve, 24 Jahr alt, Ebeisrr. 10. 25 . Otto Ludwig, Vigeselknvebel, 27 Jahre al Landgraf PHUipp-Platz 4. 26. Ernst Karl Johann Beckei

Schlosser, Musketier, 18 Jahre alt, Wilsouftr. 4.

Stanvesknnt Lollar.

Geborene.

Am 25. Tept. 1814. Dem Metzger Viktor Lvwenstein ein Sah, Manfred. - Am 28. Okt. Dm .Hüttenarbeiter Johannes Schoercs ein Sohn, Hans. Am 28. Okt. Dem Former Hernuuiu Hahn er, Sohn, Werner.

SterbcsLlle.

Am 26. Okt. Elisabeth Karbe, 10 Monate alt.

Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.

Es können eingestellt werden

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1 Banschlvsser, 1 Müller, 1 Schuhmacher, 3 Zimmerleute, Tan* wirtschaftl, Arbeiter, 2 Dienstmädchen, weiche gut kochen könnet 1 Lehrmädchen.

Lehrlinge: 2 Gärtnerlehrlinge.

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1 Schmied, 6 Schlosser, 1 Spengler, 1 Buchbinder, 3 Polstere- und Tapezierer, 5 Schreiner, 1 Glaser, 2 Schuhmacher, 3 Schnei der, 8 Wcißbindcr und Lackierer, 1 Stukkateur, 4 Kausleutc, Schrc- der, ianwirtschaftlichc Arbeiter und Knechte, Taglöhner, Kcllne- .Hausburschen, Putz-, Wasch- und Lauffraucn.

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An unsere Ingend!

Rachdsm sich in diesen Tagen ein Ausschuß zur militärische

Vorbereitung der Jugend hier gebildet hat, werden di« Ucblinge-

>m «I« J'rir »ti 1« Htbli Ä ktw p Ät I Mil

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schon in aller Kürze beginnen.

Wir verweise» daher ganz besonders aus den obeiOeheuS«

Aufruf des Herrn Oberbürgermeisters an unsere Jugend.

Listen zum Eiuzeichnern der Teünclmcr liegen ans der Gi- BürgeriiiLlstrrei und in d.n Schul«» osse».

Jeden Sonntag Rachmittag sind:.» Uebunge» iw Freien ftai jstreu Mittwoch abend Hebung,Sstuiiden in cin-er Turnhall«, im den: gleichzeitig kurze-Mitteilungen über die Kriegslage gemacht werde

Die erste Zusammenkunst, verbunden mit einem kleinen Festat' -i,, ^ bei ivclchkin arnsklärenke MttchsilmngLN 'über die geplanten Hebung, gemackst werden, findet

Mittwoch, den 1«. ds. Mts:, 8f« Uhr, in der Turnhalle der Ode realschnlc

statt.

Wir laden hierzu unsere Jugend herzlich ein.

Der Ausschuß zur militärischen Vorbereitung der Jugend:

Prof. Oe. K r a II S m ii l I e r.

«in j

(in WMW Mut i Stgirn 1

! fiij )ti t«l ft ik

I-,>.«! u,

chewerklchaftshails!

Somitag, den 15. November 1914, libends 8 Uhr

Familien Abend

im grosren Saale.

linific und heitm Sorträje und {online Inrdietnnze».

Eintritt frei.

Zu recht zahlreichem Besuche ladet sreundlichst ein

Die Verwaltung.

Freie

Turnerschaft

Laut Beschluß der letzten Vereinsversammlung wird am

Dienstag, den 10. November der Hurn- öelrieti wieder ausgenommen.

woraus wir unsere aktiven Mitglieder hierdurch ansinerksam machen mit dem Ersuchen, die Turnstunden regelmäßig zu besuchen.

Der Doriland.

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Neustadt 77.

Direktion: .Hcrmann Stcinaocttcr Dienstaa. den IO. Novbr, 1811 abends 8 Mir:

2. Dienstags-SIbonn.-Vorstcllung

Schauspiel in 1 Auszug von Biörnsljerne Bsörnson. Hieraus:

UMnilkinö lagcr

von Friedrich von Schiller. Ende gegen 10 Uhr. Gew. Pr. Lvldaien vom Feldwebel abwäris zabtcn bei allen Vorstellungen aus 2. und 3. Parkett nur holde Preise.

Aufruf!

Mitiinslije MrdereitW der 3«aeni malrenii kr Kriellszeit.

Schon sind Millionen dentscher Krieger, dnrchdrnngen von der Uebe zeugung, daß wir siegen müssen, wenn wir nicht nntergeßen wollen, d« Fahnen gefolgt, um Blut und Leben einzusetzen für des Vaterlandes Eh und Macht.

Das deutsche Volk käinpst gegenwärtig um seinen Bestand, denn unse zahlreichen Feinde ans fast allen Weltteilen haben sich in der Absicht ^ einigt, das deutsche Reich, deutsche Industrie und deutschen Handel zertrümmern. j

Darum müssen wir Vorsorge treffen, daß die Zahl unserer Kämpf weitgehendst erhöht und ein Ersatz für die im Felde entstehenden Liick herangebildet wird.

Ans Anordnung des König!. Preußischen Kriegsministeriums sollen i im 'Alter von 10 bis 20 Jahren stehenden jungen Leute für d« Kriegsdienst soweit vorbereitet werden, als dies ohne Waffe mögl ist. Das Eroßh. Hessische Ministerium hat mit Durchführung dieser Ma

nahmen im Großherzogtum den Hessischen LandesverbandJungdentschlan betraut, auf dessen Anregung sich in der Stadt Gießen aus Vertretern v

der Jugendpflege dienenden Vereinen ein besondererAusschuß zur militä scheu Vorbereitung der Jugend" gebildet hat.

Ich hoffe, daß die Anregung zur militärischen Vorbereitung der Inge von allen Seiten kräftig unterstützt werden wird und richte diesen Ruf alle Klaffen der Bevölkerung.

Vor allem ergeht der Ruf an die jungen Mäirner alle.' Stä»! die ihm mit Jubel folgen und gern bereit sein werden, körperlich gcschi und hinreichend vorbereitet ans der Wacht zu stehen zum Schutze d heimatlichen Bodens.

Der Oberbürgermeister.

Keller.

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