Ausgabe 
21.10.1914
 
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Mörlen, vm. Wilh, Wagner, Bindsachse», tmi. Hcinr, Belten, Bleichend ach, vw, Heine, Marl Diemer, Müeder-Florstcidt, tut. Heine, Schcibert, Rcncnichinitten, vw, Heine, Ehr, Robert Vogel, Hrrzenhain, vw, Wilh, Hofmann, Darmstadt, tot, Rüg, Wilh, Jcyh, WallerHause», vw, Wilhelm Bär, Rohrbach , verwundet, - Wilhelm Baumann, Bleichenbach, verwundet, Untevoffizier Heinrich Wächter, Hinrbach, verwundet. Georg Rcnhcl, Wenings, vw. Koh, Wilh, Tchidel, Himbach, vw, Heine, Hinkel, Ricder- Erlcnbach. vw, Friede, Günther, Swckhauscn, Lauterbach tot,

Otto Ludwig, Ulfa, vw. Otto Hermann, Effolderbach, vw, Frlcdr, Me in Hardt, Düdelsheim, tot, Online Frank, Himbach, vw. Heine, Phil, Böinel, Vilbel, tot, Heinrich Jost, Ober- Erlcnbach, vw, Ich, Georg Ir, Port, Bonames, vw. Otto Albvand, Babenhausen, 5tr, Büdingen, tot, Andreas Gran, Will ich. tot. Ludwig Kone, ftuljr, Groh-Karben, vw, Heine, Langlib, Bindfachscn, vw, Joh, Fuld, Himbach, vw, Richard Wolf, Altenstadt, vw, Konr. .Clipper, Aulcndiclbach. vw, Wilh, Kmikel, Himbach, vw. Wilh. Heimlich, Bodcnbach vw, Phil, Wilh, He», Vilbel, vw, Gustav Hetz, Vilbel, vw, Konr, Dicht, Hochweisel, vw, Otto Brauntng. Ttockhausen, vw, Karl Gras;, Nieder-sslorstadt, vw. Hetiir. Hirsch, Riedcr-FIorstadt, vw, Heine, Witze nbcrger, Rockcnberg. vw, Walter Schniemi, Obcr- drcffcldorf. vw. Beruh, Wilh, ,soh, Schreiber, Riedcr-Florstadt, vw, Vizcseldm, Karl Malzen, Darmstadt, vw, Ernst Paul Sauer, Gießen, um. Christian Rcnhcl, Herings vm. Kefr. Karl Heine, Jung, Hochwerscl, vm, Gcfr, Ph, Heine. Will)«!»,, Holzhauscn. vm, Gesr, Frd, Will,, Fels. Hansen i, Pr,, vm, Gesr, Hcinr, Wilh. Schröder, Vilbel, vm, Gcfr, Karl Schwarz­haupt, Ttockhcini, vm, Gcfr, Heinrich Haas, Rieder-Mockstadt, vnl, Mini). Schäfer, Rindcrbügcn, vm. Hermann Schiniegcl, Mlicber-Florstadt, vm, Konr, Jümmer, Rindcrbügcn, vni, Louis Becker, Hochweisel, vm, Christ, Schneider, Cronberg, vm,

Karl Sckunidt I,, Wenings, vm, Otto Matter», Babenhausen, vm, Heinrich Kling, WolferSborn, vm, Jich, Aug, Heller, Nockenberg, vm, Joh. Jeck, Pferdsbach, vm, Hcinr, Huber, Münster, Kr, Fried bcrg. vm, Hcinr. Ro-burger, Bisse«, vm. Robert Toll, Borsdors, vm. Otto Hofmann, Borsdorf, vm, Hei irr. Karl Lehr, Nicder-Alorstadt, vm, Milch, Berget. Michdau, vm, Hcinr, Müller, Grcinscld, vi», Wilh, Joh, Karl Kraft, .Rohrbach, vm. Hcinr, Ritzel. Rockenberg. vm. Kricdr. Krank, Langcnbcughcini, vn>, Georg Flach, Düdelsheim, vm, Kranz Kos, Merz, Rockcnberg, vm. Ernst Stelz, Ricdcr-KIorstadt, vm,

Theodor Pfannkuch, Nidda, vm. Karl Enirich, Rohrbach, vin,

Phil, Metzger, Gaiubachc vm, Hcinr, Philipps, Fanerbach, vm,

Koh, Albert Kühl, Bodcnroth, vm, Balthasar Gottschalk, Burg- bracht, vm. Hcinr, Salzmonn, Hochiveiscl, vm, Karl Wagner, Rodenbach, vm, Al, Kos, Georg Paul», Rockcnberg, vm,

Maschinengewehr-Kompagnie: Hanptmann Alcris Krhr, v, Buddenbrock-HetterSdorf, Ariezc», tot, Lenin, d, Mi, -Rausch, lvw, Ml da», Knhschcidt, Höchst a, MR,, low, Gesr, Georg Scherer, Griesheim b, Darmstadt, tot, Peter Käses Döbbelcr, Olpe, tot, Frlcdr, Hcinr. Hanb, Hansen. Kr. Offenbach, toi, Unteroff, Koh, Pforr, Braun,hausen, schvw, Untcrofs, Hermann Geibel, Biebrich, schvw, Gesr, Kaspar Kosef Jäger, Heusenstamm, ichvw, Gcfr, Alsrcd Roth I,, Weidenau, lvw. Johann Laue, Kelsterbach, lvw, Johann Vctth, Budenheim, lvw, Johann Schneider, Obcrnepscn, vw, Mathias Schwenger, Haßloch, lvw,

Kerd, Adolf Philipp Griiinu, Vilbel, lvw, Gcfr, Otto Lud, Hoax, Kastcnhausen, schvw.

Die Kinder und der Krieg.

Eine erschütternde Darstellung des Elends, in das der Krieg fauch die Unschuldigsten aller Unschuldigen stürzt, sinden wir in einem Feldpostbrief der Vosstschcn Zeitung, Da wird geschildert, ivic «in dcnifchcr Untcrossizier mit seiner hungrige» Mannschaft in «in zerschossenes Torf kommt. Ein Hans ist unversehrt geblieben. Die Leute treten ein, und ivaS sie finden, mag der Brieffchreiber selbst erzählen:

Also dock) noch Menschen! Wir drängen heran!Brot! Brot!" schreie» einige von unseren Leuten,Du pain!" warf ich vcrbcnilichend dazwischen. Da wimmert cS ans der Eck« kläglich und kraftlos hervor:Brot' non! IZrot non!" Der Himmel weiß, ivic oft nacheinander und immer in demselben Ton der Bitte um Gnade und 'Uiitl-csb. ... Ich trete dicht heran: ein junges Weib in leidlich guter Kleidung, die dunklen Haare unge­ordnet. im bleichen Gc stritt mit bcii ansgcriffencn Auge», sieben Kleine von etwa drei bis zehn Kahren um sie herum, zwei krampihaft in die Arme gepreßt, die andern an Miock und Schürze gehängt,Brot non!" tönt cs »»aushörlich von de» bebenden Lippen,

Tie Kran lügt nicht, .Kameraden, das ist ein Hnngcr- tuvm". rufe ich meinen Leuten zu,Macht nichts", verseht rasch entschlossen der Füsilier Fritz, der fireste vo), uns allen,hier ist Wasser", fügt er schlürfend und mit den Lippen schnalzend hinzu,trinkbares Wasser", indem er auf ei» Schass am Boden deutet,Reisig liegt neben dem Herd, inacht Feuer an, sucht Euer Kafseepulver zusammen, ich bring' was zum Znbeißen und wenn ich'ö den, Deibel aus den Kralle,, reißen sollte, . .

Das Kommando gilt. Das Feuer flackert bald im Herde, und da der schwarze Trank ins Brodeln gerät und wirach den crst- Frih schon zurück, Tornister, Helm, Hände und Taschen voll von frischen Rüben, die er mit erstaunlicher Behendigkeit ans der Erde gernffen. Ein Göttermahl, zu den, wir uns, wie cs gerade geht, setzen und lagern. Bin eben dran, den rauchenden Topf an den Mund zn führen, da hast du nicht gesel)en krabbelt mir etwas, auf den .Knien, zitpft mich am Bart und ruftPapa, Papi!" bis ich den Topf abfctze und mich den, kleinen Belagerer zuiveul e. Das Dreijährige hat sich von der Mutter losgerissen, ein winziges Kerlchen mit offenen, Müulckzcn, blond und behend tvle imser Sans, nur m a t t und hohläugig vom gieri­gen Hunger, Ich gebe ihm z» trinken, stopfe ihm ein« Müibc ,zwischen die Lippen, und das Bürschchen klammert sich schinahcnd an mich, als wäre er bei mir ansgcivachsen. Die andern sechs Kleinen, die das bei», Flackerschein des HcrdcS beobachten, sind nicht länger von der Mutter zurückzuhalten. Geschwind wie die Wiesel kommen sic heran, sitzen nnsere» Leuten ans den, Schoße und taffe» sich füttern, solange der Vorrat reicht. Der reine Kindergarten inmitten von Tod und Verwüstung, Tie Kleinen sind hurtiger als wir, mindeste,ts drei Viertel der?.V<if)fscit ver­schwindet in ihren gierigen Mäulchen. Ich selbst habe kann, ein paar Schluck Kasse« im Magen da dringt auch schon di« Order in unsere Jdiille hinein:Weiter nach D,!", und der Alarmrnf tönt durch das tote Dorf,

Die Kinder auf unser» Straßen spielen Krieg, Aber sie 'ahnen ilicht, was er bedenket!

Die tomiiniiiale Küche auf dem Marsche.

, Jetzt hat man auch in Hagen i. W. die kommunale 'Speiseanstalt beschlossen. Bei der Beratung hierüber sprach der Oberbürgermeister sich überaus lobend über die neue Einrichtung aus, Worte, die sich seine Kollegen in anderen Städten nnr merken sollten. Diese Unterstützung, so sagte er, ist mindestens ebenso gut, als wenn wir bar zahlten. Selbst wenn die Frau den besten Willen hat, vermag sic doch nicht so sparsam zn Haushalten, wie mit der Naturalunterstützung, abgesehen von der Marktlage, die die Frau nicht überschaut, Hier in den Speiseküchen ist Gelegenheit, zn zeigen, daß die Kriegerfranen mit ihren Männern ini Felde sich solidarisch , fühlen. Zudem kann das Essen hier besser und sch,nackhaftec -bereitet werde». Auch ini Interesse der Gesundheit sind die iSveisekiichcn von Vorteil,

lieber die diesjährige Kartoffelernte im Deutschen Reich gibt der Deutsche Landwirtschaftsrat folgende Schätzung: Aus

Grund der amtlichen Hektarschävung in Preußen, MRccklenbiirg- Schweri» und Königreich Dachsen, nach den Laatcnstandsziffei» der übrigen Bundesstaaten und unter Berücksichtigung, daß ein Teil der Kartoffelernte i» Ostpreußen »nd Oberelsaß infolge der kriegerischen Erejgnistc nicht geborgen werden kann, ist die gesamte Kartoffelernte im Deutschen MIeich auf 47 MR i l l, Tonnen zu schätzen, dies sind über 2 Mill, Tonnen mehr als der zehnsährige Durchschnittsertrag von 1884/13 mit 44,8 Mill. Tonnen. In den letzten süns Jahren betrug die deutsche Kartosfelcriitc: 1889: 48,7 Mtll, Tonnen, 1818: 43,5 Mill. Tonnen, 1811: nur 34,4 MRill. Tonnen, 1912: 58,2 MRill, Tonne» und 1813: 54 Mill. Tonnen. Die vorjährige Ernte war die größte, welche jemals auf deutschem Kulturboden gewachsen ist. Besonders ungünstig ist die Ernte in diesem Jahre ausgefallen in Brandenburg, Posen und Mecklen­burg, eine befriedigende bis gute Ernte haben zu verzeichnen: Ost­preußen, Westprcußen, Westfalen, Hesten-Mlastau, Rheinprovinz, Königreich Sachsen sowie säst ganz Tüddeutschland, Hiernach bildet die diesjährige Kartoffelernte in ihrer Gesamtheit eine Mittel- erntc, die eine sichere Unterlage für die Volksernährung während des Krieges bis zum nächsten Erntejahr gewährleistet. Jawohl, wenn die deutsche Landwirtschaft das Allgcmciiiintcresse über das Eigenintereste stellt und die .Karlofseli, zu Preisen abgibt, die c inigermaßcn normal sind, Tic Vorgänge der letzten Tage aus den, Kartossclmarkte lassen diese Erwartung zu schänden werden, und deshalb sollte die Regierung so schnell wie möglich Höchstpreise diktieren,

Süßigkeiten im Feld, lieberciiistiimnend bezeugen Feldpost­briefe und Berich!« von Verwunde den, daß der aus der Feldküche gelieferte Kaffee zu einem unschätzbaren Gennßmittcl lni Krieg ge­worben ist. Meist findet sich aber glelchzeittg die Klage darüber, daß häufig aller Zucker fehlt oder zu wenig da ist, um den Kassec richtig zu süßen, Auch sonst ersieht inan aus den Berichten, daß Tüßigkcitc» überhaupt, wie Schokolade usw,, sehr beliebt und wohl- geeignet find, das häufig mangelnde Brot vergessen zu machen, Bein, Versand von Zucker als Liebesgabe ist natürlich zu berück­sichtigen, daß er erstens sehr leicht Feuchtigkeit anzieht »nd zwet- tcns ziemlich schwer ist. Deshalb wurde verschiedentlich der Vor­schlag gemacht, das Saccharin als Ersatz zu verwenden und den Truppen in handlichen kleinen Gläschen, wie sie ja ln Mlpothcken zu haben sind, mitzngcben, Allerdings ist Saccharin ohne joden Nährwert und deshalb, wie auch zum Schutz der ZnckerinLustrie der Handel damit in Deutschland nickst freigegeben,, was den großen Saccharinschmnggcl ans dem Auslande erklärt. Es ist jedoch zu erwägen, ob das Frcigcbc» des Saccharins, dessen Genuß selbst in großen Mengen unschädlich ist, jetzt nicht für die im Felde Stehen­den ein großer Vorteil wäre, da reines Saccharin die 588sache Süßigkeit des Rohrzuckers besitzt, und mithin schon geringe, leicht milzusührcndc Meno-n. dein erwähnten MRangcl abhelfen würben,

Rücksichtslosigkeit gegen Angehörige vo» Kriegsteilnehmer». Die meisten Volksvcrjtcherungsgcsellschastcn, allen voran die Volks- fürsorgc, haben in Rücksicht ans den ansgebrochcncn Krieg den An- gchürigen der bei ihnen versicherten .Kriegsteilnehmer, denen die »nuiiterbrochene Weiterzahlung der Prämien unmöglich ist, dadurch Entgegenkommen gezeigt, daß sic MRatznahmcn getroffen haben, da­mit die eingcgangcne Versicherung nicht erlischt und die bereits be­zahlten Prämien den Versicherten nicht verloren gehen. Bei der Volksfllrsorge werden überdies die Versicherungen in prämiensreie oder Sparversicherungen nmgewandclt, bei Nichtzahlung der Prä- niien. Dieses selbstverständliche Entgegenkommen scheint die hoch­patriotische und reiche VersicherungsgesellschaftFriedrich Wilhelm" nicht üben zu wolle», wenigstens treten einzelne ihrer General­agenten in ganz rigoroser Weise als Eintrcibcr ihren Versicherten gegenüber mit der Drohung, daß bei nicht pünktlicher regelmäßiger Prämienzahlung die ganze Versicherung versallc und alle geleisteten Beträge verloren seien, Dieser Rücksichtslosigkeit gegenüber empfiehlt cs sich, daß die so bedrängte» Angehörige» sich die Vcr- sicheruiigsbedingnngcn derFriedrich Wilhelm" ansehcn »nd sich in Zwelfelssällen bei den Arbcitersekretariaten oder Fachleuten Rat holen. Vielleicht genügt auch diese kurze öffentliche Feststel­lung, daß die Zentralverwaltung der Gesellschaft ihren schneidigen Generalagenten etwas Rücksicht ans die Verhältnisse zur Pflicht macht.

Die Bckämpsunq der ausländischen Lügcnnachrichtcn durch ein in 18 Sprachen erscheinendes Nachrtchteiiorgan betreibt das Deutsche Archiv der Weltliteratur E, B. in Berlin in Verbindung mit einem Ausschuß, der sich aus Vertretern der neutralen Auslandsstaaten zusammcnsetzt. Dieser neutrale Ausschuß kann seinen in erster Linie für den Nachdruck in der Presse bestimmten Nachrichten im Auslande wirksamer Eingang verschaffe», als dies vo» rein deut­scher Seite, der man vielfach mit Mißtrancn begegnet, geschehen könnte. Er fordert ans, ihm Adrestcn von Anslanddeutschen und loyal gesinnten Ausländern, denen das Nlichrichtcnorgaii mit der Bitte um Weitervcrbrcitung zugestellt werden soll, anzugebc»: ferner bittet er um Zusendung von Geldspenden, da er, um dem Mluslande gegenüber auch jeden Schein irgend einer Abhanglgkeit von amtlichen dcnischcn Stellen zu vermeiden, ans die Verwendung von Geldern ans öffentliche» Mliittcl» verzichtet hat. Endlich wären ihm zur Unterstützung seiner Werbetätigkeit in alle» Teilen des Reiches srciwillige Helfer willkommen. Zuschriften sind an Dr, Hermann Beck, Berlin W. 15, Tchaperstraße 25, Geldsen­dungen an die Deutsche Bank, Deposttenkasse BC., Berlin W 58, Schapcrstraßc 1, für das KontoMluslandsprcsse" zu richten.

Telegramme.

Inijcsbcri# des Achen HWtWrtim.

Eine Schlacht in Belgien.

Angtiffc bei Lille abgeschlagen.

Im Osten nichts Neues.

IV, B. Großes Hauptquartier, 20. Dkl. vormittags. (Amtlich.) Tic deutschen von Ostende längst der Küste vor- gchcndc» Truppe» stießen im Nscrabschnitt bei N i c p o r t aus feindliche Kräfte, und mit diesen stehen sic seit vorgestern im Gefecht.

Auch gestern wurden Angriffe des Gegners westlich Lille unter starken Verlusten für de» Angreifer abgcwicsc».

Auf dein östlichen Kriegsschauplätze hat sich nichts Wesentliches ereignet.

Zur Lage im Westen.

lieber die gegenwärtige Kriegslage im Weste» schreibt Genera! v, Blume:

Da sich für beide Parteien die Mlufgabe ergibt, den Gegner unter Verdrängung ans seiner Stellung zu besiegen, so ist cs nur natürlich, daß dort auf beiden Seite» von der Feldbefestigungs- kniist der ausgiebigste Gebrauch gemacht wird, und zwar nicht nur z» Verleidigungszweckeii, sondern auch zu den, Zweck, den Eingriff mit möglichst geringen Verlusten näher an den Feind heranzu­führen, Die Folge davon ist, daß sich jetzt die Gegner aus der ganzen langen Front tief verschanzt nahe, vielfach auk kurze Ge- wchrschnßivcite, gegenüberstehen, die vorderen Schützengräben und Stützpunkte Tag und Miacht von schußbereiten Schützen dicht besetzt haltend, und daß das Geschütz- und Gcwchrfencr, hier und da durch Angriffsunternchmnngen zu großer Heftigkeit gesteigert, trotz der Schutzwchren auf der ganzen Front beständig namhafte Opfer fordert. Bei dieser Sachlage kann, wenn nicht doch noch die Durch­führung eines umsassenüen Flügelangriffs gelingt, die Entscheidung nur davon abhängen, welche Partei Strapazen, Entbchrnngen und

Verluste am längsten aushält und hierdurch oder durch Zuführung tüchtiger frischer Truppen einen Ueberschuß an Kraft gewinnt, brr ansrcicht, um die Front des ermatteten Gegners zu durchbrechen und dadurch da« Ganze tn Fluß zu bringen. An Ausdauer aber dürfen wir hoffen, uns unseren Gegnern überlegen zu erweisen und auch am längsten iibcr frische Truppen zu verfügen, Hilfe, die die Gegner von den Hotteiitotlcn, Azteken und Eskimos vielleicht auch »och erbeten haben, wird wohl zu spät kommen.

Wie es die Franzosen sehen.

Stach dem TempS erwartet man einen starken deutschem Vorstoß gegen den linken Flügel der Verbündeten, der die, Deutschen in Belgien bedrohe. Aber auch ein Vorstoß gegen! den rechten Flügel sei nicht ausgeschlossen, doch brauche das' keine Besorgnis zu erregen, da die Deutschen entweder von anderen Punkten Verstärkungen hcranziehen und sich an die- Ihn Stellen schwächen oder neue Formationen verwendcw müßten, die nicht von gleichem Gesechtswcrt seien. Oberst Rouffet meint, daß die Deutschen Lille schwer halten könnten. Nackstangriffe der St. Tie bewiesen, daß die deutsche Linie zn ausgedehnt sei, als daß Teilangriffe zn einem entscheidendest Ergebnis führen könnten.

Aus den Kämpfen im Westen.

Ter Korrespondent des Telegraas, der ans Brüsiel an die holländische Grenze gekommen ist, meldet, daß vorgestern an der belgischen Küste ein heftiges Gefecht stattgcsundcn hat. Ungefähr 38 81,8 Deutsche besetzten die Küste zwischen Ostende und M! i c u w p o o r t, Sic hatten Laufgräben angelegt längs der Dämme von Middelkerke und Wcstcnde, Die englische Flotte nahm an diesem Kampsc mit ihren Schiffsgcschützcn teil.

Das Journal de Rouen teilt mit, daß eine der stärksten Stel­lungen der Deutschen zwischen R o y c und ?l r r a s der Grand Eanat du Nord sei,der noch unausgebaut ist und dessen 95 Kilometer lange Mlinne von den Deutschen als Lausgräbcn benutzt wird, wort» gedeckte große Trnppcnvcrschlcbnngcn stattsindcn. Die Kämpfe bei Lassigny, Mloyc, Mieslc, Roiset tobe» um diese starke Stellung,

Das Müeuws van de» Tag meldet: In Blankenbcrghe befanden sich 3868 belgische Soldaten und 2888 MRann Bürger wehr, als die Deutschen antamen. Sie wurden llbcr-- rascht »nd konnten nicht mehr entfliehen.

Baumwolle in Slntweipen beschlagnahmt.

M.-Gladbnch, 20, Okt. (Etr. Frist.) Eine von hier ent- sandte Fabriknntcnkommission stellte fest, daß in Antwerpen schätzungsweise 120000 Ballen Baumwolle lagern, banptsächlich ostindische. Die deutsche Regierung beschlag­nahmte sie und wird sic den rechtmäßigen deutschen Eigen­tümern znstellcn.

Ans BeLgieit tmb Holland.

Die holländischem Blätter bringen fortdauernd Berichte über die cinwandsreic und frcmndliche Mlrt, mit der die Deutschen in Mlntwcrpen anstteten, Sic riihmen die guten Beziehungen, die die Deutschen mit den Mln>ttvervcnrvn im Begriffe sind, henznstellen, und in einer derartigen Schilderung heißt es sogar: Es wundert mich, daß die Mlnttvcrpcner nicht die Fahnen hcransgesteckt haben, nn, die Dautschc.» zz, scicvn, Mloch niemals haben holländische Blätter anhadkeivd so viel SchnieichelhasteS über Dcutt'chland berichtet wie jetzt über die Besatzung von Mlnttvcnpcn und auch über die uim Gent, Fast könnte man sich wünschen, die Flüchtlinge, die zur Rückkehr ermuntert werden sollen, blieben noch) etwas länocvc Zeitz nt Holland, Jedenfalls tragen diese Zeiinngsberichte dazu bei, ein wenig die Siimimnig gegen die Deutschem zu besser» und das Schick­sal derer, die nach Belgien zurück wollen, weniger beklagenswert erscheinen zu lassen. Hierzu tmnmtoch, daß aus den geössncteil Gcsängnisscn im Mlntwcrpcn eine Menge Gesindel nach Holland gef kommen ist, das aus der Landstraße seine eigenen Landsleute über<> fallen und ausgeraribt hat. Einer der gastlich Mlnfgenoinnlene» hak in der Miacht dankbar den Kaffcnschrank seines srcnndlick>cn Gast­gebers ansgeknackt,

MRan ist vor allem daraus bedacht, daß den Mädchen und Franc» der Flmchtkinge kein Leid geschehe, »nd nram hat ihnen Bcgleilevinne» bei ihren Ausgängen milgegcben. Im einer seht hübschen und reichen kleinen holländischen Stadt wurde vo» den guten Familien eine Reihe von belgischcn Damen anfgenolmnen, deren eleganter KlclduNig und gewandten Manieren man ansah, daß sie sicherlich den bcfferen Ständen angehörten, und ,'elbstvcrstäiidlich hat man dafür gesorgt, daß ihnen niemand zn nahe trete, Miach einigen Tagen aber machte man eine peinliche Entdeckung: Tic vor­nehme» Damen, die man so ängstlich behütet, waren wohl aus Mlitt- werpen, aber sie waren die gesliichicten Pensionärinnen eines jener öffentlichen Institut«, die mit Sittlichkeit und Sittsamkeitich! das gringste zu tun haben. Solche und ähnlich: Bvrkommmisie beginnen bei aller Teilnahme und aller edlen Opfcrfreudigkcit doch auch ein wenig zu ärgern, MKa» ist zwar weit davon entfernt, die Ftüchtigen zur Rückkehr zu zwingen. Mtber der königliche Kommissar von Mkordholland hat in einem Sck>vcibc» an den Bürgermeister von Mlmstcrdam zu erkennen gegeben, daß es vielleicht nicht verkehrt wäre, in jgnfter Weife bei den Flüchtenden ans Rückkehr zn drangen,

Ikk!lisiksbkNlht iraicrcc MMMM

Der russische<k;ug geht weiter.

Vor Worschau russische Kavallerie geschlage».

W. 15. Wie», 20. Okt. Von amtlicher hiesiger Stelle wird vcrlautbart: 10. Oktober mittags. In der Schlacht öst­lich Ehhrow und Przrmysl hat uns der gestrige Tag ncucr- dings große Erfolge gebracht. Besonders erbittert war der Kanipf bei Mizyniec. Tie Höhe von Mahicra, die bisher in den Händen des Feindes war und unser Vordringen bc- dcutendc Schlvicrigkeitcn bereitete, lvurdc nach mächtiger Artillerirdorbereitnng am Nachmittag von nnsere» Truppe» gcnomnicn. Nördlich vo» Mizyniec kam unser Angriff bis auf Sturmdistanz a» den Gegner heran und östlich Przcmysl dis in die Höhe Medica.

Am südliche» Schlnchtslügcl wurden die namentlich gegen die Höhe südwestlich Skari Sambor gerichteten, auch nachts fortgesetzten Angriffe der Rusien abgeschlagen. Im Stryj und Swizalc sind nnsere Truppen dauernd im weiteren Vor­gehen begriffen. Auch am San wurde gestern an mehreren Punkten gekämpft. Ein nach Einbruch der Dunkelheit einge­setzter Angriff auf unsere bei Jaroslan ans das Ostnfcr des Flusses übcrgesetztcn Strafte ist vollständig gescheitert.

In Russisch-Polen schlug die vereinigte deutsche und östereichisch-nngarischc Kavallerie einen großen feindlichen Kavnllcrickörpcr, der westlich von Warschau vorzndringcn versuchte, Über Sochatschew zurück.

Ter Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs v. H ö s e r, Gencralmajor.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. ;

Vcrlaa von Krumm & Eie,, Gießen.

Druck: Verlag Offenbachcr Abendblatt, G. m. b. H,, Ofkcnbach«