18.15
H.21
XU
>U
17.40
'17i
14.32
17.42
Organ für die Interessen der Provinz Oberhessen
des werktätigen Volkes und der Nachbargebiete.
v«, odrrbrMIäi» Volk»,eit«», erlLcint leben Werüaa Abend IN Dieken Der ildonnement»vrc>» beträgt wöchentlich IS Pfg^ monatlich w Vlg. emlchl. Brnigerlodn Durch die Polt bezogen vierteliäbrl.ILOMk.
Redaktion and Lrvedltio»
Dieben. Babnbokliralic 23. Elke LSwenuasse. relevbon 2008.
Inserate tosten die ö mal gelpalt. Kolonelzctle oder deren Raum IS Psg. Bei arüßercn Aufträgen Ra.-atl. Anzeigen wolle man bi» aden»»7>br für die folgende Nummer >n der Expedition aufgede«.
Nr. 234
Gießen, Freitag, den 9. Ottolicr 1914
9. Ilchrgaug
lt.
«.01
'0.51
4.78
828
114
714
Btt.
m.
Btt.
U
g
>ill-
>
nie KrieBeiicr lins 6 ch LermSlieliSzillOlitz.
(Hegen Ausbeutung der Kriegslist.
Der Krieg macht viele arm, er niacht aber auch wenig« reich. |58 ist bisher die Erfahrung aller Krieg« gewesen, das; st« aus der | inen Seit« eine Summe von Not und Armut schufen, die sich nicht versehen läßt, dag sie aber auch aus der andern Seite bedeutende jernrögen wie Pilz« aus der Erde schießen lieben. So hat der Krieg on 1876/71 die Grundlagen siir zahlreickie modern« Riesenvcrmögen cschasicn. Aus Krtegslieferungen, Nahrungsmittrlvertrieb, aus llen Handelszweigen, in denen die kriegerische Umwälzung gestci- ertc Nachfrage oder vermindertes Angebot hcrvorries, ivurdcn da- ,als ungeheure Profite ge.zogeu. Und so ergab sich der erbitternd« lontrast, dab mancher Kriegs I j c s e ro n t nach dem Kriege in der guipoge fahren konnte, während so maiichcr Kriegs t e i l n e h n> e r. er sein Leben für das Vaterland in die Schanze geschlagen hatte, en Leierkasteii vor sich hinschiebcnd ans den Bettel ging.
Soll sich diesmal wieder dergleichen ereignen? Es mutz durch- uL auerkaiint werden, dab die Behörden, bürgerliche wie militäri- he, den bcsteii Willen zeigen, solche Auswüchse energisch zu beschneien. Das sozial« Empfinden l>n sich gehoben und man erkennt cs in Beamtentum wie beim Militär als unanständig und schädlich, nenn versucht wird, die Not des Ganzen zur Bereicherung einzelner lersonen auszunutzcn. Ein« Bnndesratsvcrordnuna zur Festsetzung wn Höchstpreisen siir Getreide ist in Vorbercimng. Ander« Berord- ungen ähnlicher Art dürften folgen. Auf der andern Seite zeigt ch auch die Militärbehörde geneigt, der Ausbeutung der Arbeiter nd Angestellten durch Unteruehmer und Zwischcnmeistrr der ver- hiedcnen KriegSindnstricen «inen kräftigen Riegel vorzuschieben. lf<rnä>er nützlich« Erlab ist zu diesem Zwecke schon herausgcgeben iordeii.. der recht hcrzerfrischntd zu lesen ist.
Will man aber den Grundsatz, dab der Krieg aus feinen Soll nt Bereicherung einzelner Personen benutzt werden darf, ernstlich ur Aussiihrung bringen, so wird man mit solchen Verordnungen nd Erlassen nicht auskommen Es wird dazu auch einer steue r- olitischen Mabrcgcl bedürfen, zu der di« Handhabe glück- icheriveiie durch das Besitzsteuergcsctz vom 3. Juli 1813 gegeben ist. Ucses Gesetz belegt den Vermöge usz» wachs mit einer ganz «ringen Steuer von 6,75 bis 2,5 Prozent. Es liegt auf der Hand, aß dieses für di« FricdenSzeit geschossene Gesetz mit den Fordcrun- .«n der Kriegszeit in Einklang zu bringen ist. Wer am Kriege ooiel „verdient", daß er nicht nur ein beguemes Leben führen, son- >ern obendrein noch ein Vermögen zuriicklegen kann, der muß verblühtet werden, das auf Kosten der Allgenieinl-eit erworbene Gut der Allgemeinheit wieder zurrickzuerstattcn. Die Steuer auf den Bermligenszuwachs in Kriegszeitc,, darf also nicht weniger als 166 Prozeat betrage».
. Eine entsprechende Acnderung des RcichsvermögenSzuwachS- steuergeietzcs vom 3. Juli 1613 kan» vom Reichstag nach seinem ^'edkrzuiemnienlritt im November i» wenigen Minuten beschlossen l - ttud dieser Beschluß, der eine Forderung der icll^tvcrständ-
Irchsten Gerechtigkeit ist, wird eine ganze Reihe sehr heilsamer Folgen Haben.
Wenn jeder dasjenige, was ihm während der Kricgszcit aus irrwerb an Beriiiüqcn zugeivachfen ist. der Rciäiskassc wieder zuiück- zuerstatten hat. dann hat keiner mehr ein Fntcrcsse daran, zu "! „ r, g e Löh n'e zu zahlen oder z» hohe Preise zu fordern.
i zu sammeln, die Rost und Motten fressen, wird er sich lediglich tür die Kriegszeit ein beguemes Auskommen schaffe». in> livrigen aber wird er nach dem Gnindsatz handeln: Leben und
Leben lasse».
Entstellen aber trotzdem grobe Gewinn«, so wird sich der Untcr- neymer beeilen. das Geld, bevor es als Zuwachs der Stcuerkasse iL-"'“1? ®7östlid)fcit wieder auSzugcben. Daran kann er latitrltch nicht gehindert werden und soll er nicht gehindert iverdeit, >emi tveld wird in dieser Zeit notwendig gebrmicht. So anfechtbar in allgemeinen auch die Theorie des „Geld unter die Leute Uringens ist. so hat sie in der Kriegszeit doch eine gewisse Bercch- igrmg.^ Fedensalis ist ein gesteigerter Koiijum voikswirtschrsilich »orteilhofter als ein Zurückhalten der Mittel zum Zweck der kapitalsan Hausung.
Da aber ein vorsichtiger Kausmann immer aus Gewinn kalku- ieren muß, wenn er nicht Verluste erleide» will, und da ferner in »anchen Getchästrn Prosit« erzielt werden durften, die sich b-im *®'® en oufessen und vertrinken lassen, ivird die Reich S- a s s c aus der lOOprozentrgen Kriegsstcuer mif den Vermögens- uwachs eine ganz gewaltige Einnahme erziele». Diese Einnahme ann zweckmäßig verwendet iverden, die durch den Krieg entstan- enen Schäden auszubesseru, den hunderttausend durch ihn hcrvor- erutcnen Nöten abzuhelfen. Was der Krieg bringt, soll auf diese "^üe dcnen zugute kommen, denen der Krieg alles genommen hat. . ist schlechterdings nicht einzusehen, welcher Einwand gegen Vorschlag erhoben werden kömite. Gerade diejenige», denen [?“’'* rt ihres Berufs oder Geschäfts der Krieg großen materiellen -orteil verspricht, sollten sich beeilen, ihm als erste zuzustimmeu. '«in m? dieser Zeit der allgemeinen Hingabe und Aufopferung wird z/i^nch in den Verdacht kommen wollen, daß er aus das gehe, um dort Gold zu suchen. Für jeden soll es selbst- tandlich sei», daß das, was er während des Krieges über feinen ^»art hinaus erwirbt, nicht selbst, sondern dem Vaterlandc gebürt.
Ueberschutz, dieser Zuivachs ist aus den Mitteln der All- Tbran der Not des Ganzen entstanden, eö ist Gold aus den
> anen und dem Blute eines leidenden, kämpfenden Volkes.
englische Presse zur Lage im Westen. London, 7. Okt. (W.B. Nichtamtlich.) Die TimeS leidet aus Paris: Obwohl der Feind hier und da Glück
ist dix moralische Haltung der französischen Gruppen unerschüttert. — Der Daily Telegraph ^-reibt: Die Kämpfe in Frankreich werden zweifellos Woche ur Woche heftiger. Falls es glückt, die Deutsckfen über
die Grenze zurückzutreiben, wird es nicht inehr möglich sein, eine umgehende Bewegt,ng zu machen. Man wird einen Nahkampf erleben, der an Belagerungsoperationen mit Parallelgräben und Fortifikationen erinnert, die nur zwanzig Meter von einander liegen. Es wird unzweiselhast der größte und furchtbarste Abschnitt des großen Krieges werden.
Portnqal »leacn Deutschland.
Wie», 7. Okt. (Ctr. Frist.) Wie in diplomatischen Kreisen verlautet, besteht eine ernste Spannung zwischen Portugal »nd dem Tcntschen Reich. England will die portugiesische Regierung bewegen, aus ihrer Neutralität hcrauszutretcn und an den Kämpfen teilzunchmen.
Die Neutralität Nttmürüens
Wien, 7. Okt. (Ctr. Frkst.) Die rumänische Regierung hat ihre Gesandten von ihrem Entschlüsse, an der Neutralität fe st zu halten, verständigt.
Ter Vorstos; in Polen.
Paris, 7. Okt. (Ctr.) Frkst.) Daily Mail meldet aus Petersburg: Die Deutschen gehen in vier Säulen auf Siid- ostpolen vor, drei stoßen von Kalisch und Bendin ans Warschau vor, die vierte von Krakau die Weichsel entlang.
Die Niederlage der Nüssen in Tbernngarn.
Budapest, 7. Okt. (IV. 14. Nichtamtlich.) Einem amtlichen Berichte zufolge haben unsere Truppen die in Maramaros-Sziget eingebrochenen russischen Heeresteile geschlagen und bereits bis Nagybocsko verfolgt. Die Verwaltungsbehörden werden im Laufe des heutigen Tages ihre amtliche Tätigkeit wieder aufnehmen. Tie Beerdigung der in deni jüngsten Kampf bei llzsok gefallenen Russen dauert fort. Bisher sind 8000 russische Leichen begraben worden.
Der Krieg in den Kolonien.
Die Japaner aas de» Markchallinscln.
Deutsche Kämpfe in Oslafrika.
WB. Berlin, 7. Okt. Aus Tokio wird von amtlicher japanischer Stelle gemeldet: Eine Marineabteilung besetzte Jaluit, den Sitz der deutschen Regierung der Marschallinseln (Slldsee) widerstandslos. Für die englischen Kaufleute wurde die Einfuhr freigegeben. Die Marineverwaltung erklärte, die Landung sei eine rein militärische Maßnahme, eine dauernde Besetzung sei nicht beabsichtigt.
Dazu wird der Franks. Ztg. geschrieben:
Jaluit von den Japanern besetzt! Die Ziele der Japaner werden täglich klarer. Gestern die Meldung vvn der mili- lärischcn Besetzung der Tchantung-Bahn, die einer Inanspruchnahme der ganzen Provinz Schantung gleichlvmmt. Heute der Diebstahl der u ,, b c w a s f n c t e n deutschen Insel Jaluii. Tic japanische Regierung hält cs siir notwendig, diesen letztere» Schritt vor der ganzen Welt zu verteidigen. Militärische Gründe sollen die zeitweilige Besetzung veranlaßt haben. Lb Deutsche oder Japaner Jatnit besitzen, hat scdoch siir die kriegerische» Operationen in Ostasicn nicht die geringste Bedcntung. In Jaluit soll Amerika geschlagen werden Die ausgehende Sonne soll bas Sternenbanner aus den, Pacifischcn Ozean verdrängen. Japan will Weltmacht werde» und begnügt sich deshalb nicht »ichr mit Ländeicrwcrb aus dem asiatische» Kontinent. ES nützt den Wellbrand auf der anderen Halbkugel aus und greift keck „ach Besitztümern, die außerhalb seiner bisherige» Machtsphäre liegen. Dabei tritt es in offenen Gegensatz zu Amerika, lind in Amerika wird man die Gefahr erkciinen. Es ist bezeichnend, baß die Nachricht von der Vesetzuna der deutschen Insel Jap durch die Japaner eine amerikanische Mcldunq war, denn mit den Japanern auf Jap war die amerikanische Herrschasl auf den Philippinen bedroht. Jetzt steht die Regierung der Bereinigten Staaten vor der positive» Tatsache, daß die Jalnit-Jnsel zur iapanischen Kriegsbeute geworben ist und der gelbe Konkurrent sich dadurch unweit von Honolul» mitten im Pacifischcn Ozean festgesetzt hat. Der freche Raub der Japaner erweckt bei uns Verachtung. In Amerika muß er die größte Beunruhigung Hervorrufen.
Und in England?- Tie Insel Jaluit liegt auch Australien gegenüber. Die Eile, die die Engländer zeigten, Samoa den Deutschen z» ncbmcn, hatte etwas Belustigendes. England wollte diese» ivichtigen Besitz nicht dem iapanischen Verbiindclen iibcrlasicn. Jetzt ist Japan England icdoch auf Jaluil zuvorgekommcn. Australien, das bisher ängstlich bemüht war, sich von de» Gelben rein zu ballen, wird dic'e Nachricht ivcnig Freude machen.
WB. London, 7. Okt. In einer ofnziösen Mitteilung des britischen Kolonialministers beißt es: Die Feinde unternabmen im Monat Sevtember zahlreiche Versuche in Britisch - Ostafrika einzudringen und die llgandabahn abzuschneiden. Alle Versuche wurden zurück gewiesen. Rur eine Grenzstation wird von einer kleinen deutschen Abteilung aehalten. Die normale Truppenbesetzung ist durch englische Truppen verstärkt worden.
V^B. Berlin, 7. Okt. Der Gouverneur von Kamerun meldet siegreiche Gefechte gegen Engländer und Franzosen,
In diesen Gefechten sind die Oberleutnants v. R o t h - ftrcf) und Milbrat, Sergeant Jost. Sanitätssergeant
Gustav K ü h n , Bezirksamtmann Rausch, Zollamtsvoc- steher G l o ck und Landmesser L y h n e gefallen.
Die Kämpfe bei Cattaro.
Mailand, 7. Okt. sEtr. Frkst.) Eorriere della Sera erfährt telegraphisch, der Berg Lovtschen wird unausgesetzt von de» österreichische» Forts i„ Eattaro mit Artillcricfeuer bestriche». Fast läglich fliegen auch österreichische Flugzeuge über die moutcncgrins- schcn Stellungen. Vergebens suchte» die Montenegriner sie her- uiiterzuschießcn. Auch über de» Hasen Antivari fliegen die Lester» reicher und zielen mit Bomben nach den französischen Schissen.
Cinc ernste Frage.
Die römische Tribnna schreibt zu dem letzten sranzüsische» Situationsbericht: Das französische und das deutsche Eommunique stimmen diesmal überein und sie werden auch durch zuverlässige Privatnachrichten gestützt. Danach scheint es, als ob der Plan der Franzosen, die deutsche rechte Flanke zu überslügcln, vallkvmmcn gescheitert und in das Gegenteil verkehrt worden ist, denn setzt scheinen die Deutschen die sranzüsische linke Flanke mit der Umgehung zu bedrohe». Daß dle Deutsche» de» Plan Josfres sofort ahnten, als sie die Bedrohung durch das Pariser Heer benicrkteu und in der gewähnten Promptheit Fürsorge trafen, indem sic starke Ttreitkräste dorthin marscn und damit den Ilmsasiungsplan unmöglich machte», weiß man. Man kann aber nicht ebne eine gewisse Ucbcrraschung die letzten Nachrichten lesen, daß sich die Tcutschen ihrerseits anschickc», den den Franzosen mißglückten Plan selbst zu versuchen. Woher konnten sie, die mit immer stärkeren Kräften Front gegen die russische Drohung im Oste» machen müssen, noch sa viele Truppen stellen, sogar Kavallerle, eine Wasse, die so viel Platz beim Transport wcgnimmt? Wir können nur noch einmal diese Frage stellen, die wir schon früher erhoben haben. Warum gelang es nicht den Franzosen, die nur zwei Drittel oder drei Viertel des deutschen Heeres vor sich haben konnten und alle Vorteile hatten, die der Kamps im eigenen Lande, die Unterstützung durch Festungen, mächtige Befestigungen nnd der Besitz eines ausgedehnten Verbindungsnetzes im eigenen Rücken mit sich bringt, die letzten Kräfte gegen den Feind zu sammeln ln eineni selbständigen Heere von nicht mehr als 156 666 bis 266 666 Mann, was das Gleichgewicht Herstellen mußte? Erst nach den, Ende des Krieges wird man vielleicht eine Antwort aus diese ernste Frage erhalten. (W. B.)
Cine englische Anerkennung der deutschen Leistungen.
Die Times schreibt: Tie kräftigen deutschen Operationen zu Lande grenzen an Tollkühnheit. Die Deutschen leisten anerkennenswerten Widerstand in ganz Nordfrankreich nnd beschränken sich ans dem rechten Flügel keineswegs auf die Abwehr. Sie machen große Anstrenglingen, um Antwerpen zu nehmen und haben einige Fortschritte gemacht. Sie drangen zugleich von Ostpreußen her in Ruß- land ein und, obwohl ihr Vormarsch nach dem Njemen in alle Winde zerstreut ist, zeugt er von ihrem Mut. Sie rücken jetzt mit großen Massen in einer Front von hundert Meilen in Siidpolen gegen die russischen Armeen an der Weichsel vor. Nur eine Nation mit fünf Millionen wafsengeübter Männer konnte soviele Unternehmungen zu gleicher Zeit versuchen. Tie Deutschen weisen im ganzen sehr gute Leistungen auf, und wenn sie nur wüßten, den Krieg anständig zu führen, so wären sie würdige Gegner.
Präsident Lvilfon nr» Kaiser Wilhelm.
Berlln, 7 Okt. kW. B. Nichtamtlich.) Die Norddeutsche Allge- meine Zeitung verössentlicht die Antwort, die vom Präsi» deuten der Vereinigte» Staaten auf das bekannte Telegramm Seiner Majestät des Kaisers eingegangen ist. Das recht gewundene Schreiben lautet:
Ew. Kais. Mas. wichtige Mitteilung vom 7. Scpt. d. I. habe ich erhalten und von ihr mit größtem Interesse Kenntnis genommen. Ich siihle mich geehrt, daß Sie sich wegen eines unparteiischen Urteils an mich, als den Vertreter einer an dem gegenwärtigen Krieg wahrhaft unbeteiligten Nation gewandt haben, die den aufrichtige» Wunsch hegt, die Wahrheit kennen zu lernen und zu berücksichtigen. Sie werden, des bin ich sicher, nicht erwarten, daß ich mehr sage. Ich bete zu Gott, daß dieser Krieg recht bald zu Ende sein möge. Der Tag der Abrechnung wird dann kämmen, wenn, wie ich sicher bin, die Nationen Europas sich vereinigen werden, um die Streitigkeiten zu beendigen. Wo das Unrecht begangen worden ist. werden die Folgen nicht ausblcibcn, und die Verantwortlichkeit wird den Schuldigen auscrlegt werden. Die Völker der Erde haben sich glücklicherweise auf den Plan geeinigt, daß solch eine Abrechnung »nd Einigung stattsindcn muß: soweit
jedoch ein solcher Plan unzureichend ist, wird die Meinung der Menschheit als letzte Instanz in all solchen Angelegenheiten ergänzend cingrciscn. ES wäre nnklug und wäre versruht siir eine einzelne — selbst für eine dem gegenwärtigen Kampf glücklicher- wcise fernstchciidc Regierung — und es wäre sogar »»vereinbar niit der neutralen Satlnna einer Nation, welche ivie diese an dem Kample nicht beteiligt ist. sich ein endgültiges Urteil zu bilden oder zum Ausdruck zu bringen. Ich spreche mich so frei aus, weil ich weiß, daß Tic erwarten und wünschen, daß ich wie ei» Freund züm Freunde spicchc »nd weil ick, sicher bi», daß die Zurückhaltiiiig des Urteils bis zur Beendigung des Krieges, wa alle die Ercignisie und Umstände in der Gesamtheit und in, wahren Zusammenhang übersehen werden könne», sich Ihnen als ivahrcr ?l»sdr»ck aufrichtiger Neutralität von selbst cmpsehlcn wird. Gezeichnet: Woodrow Wilson.


