ii’fnrrj Härmatiteisenerz, Mapneteiscn, Kautschuk, rohe Uttbearbei- trre Häute und ungencrbtes unbearbeitetes Leder,
Man kan» hieraus ersehe», was die Erklärung Englands, cs wolle die Bestimmungen der Londoner Deklaration achten, wert ist Indem es diese Bestimmungen nachträglich durch willkürliche Festsetzungen wieder aufhebt und wichtige Feldhandclsartikcl als Konterbande erklärt, schädigt cs vielleicht mehr noch als den Gegner die neutralen Staaten, deren Handel durch die englische Gewaii- politik unermeßlichen Schädigungen und Belästigungen ausgcsetzt ist.
Portugal »uv Gnglanv.
Paris, 4. Okt. Nach einer Meldung der Daily Mml traf ein englisches Kriegsschiff am Montag in Lissabon ein. Der Präsident der Republik begab sich von Eascaes nach Lissabon, um den Kapitän zu empfangen. Man bringt den Besuch in Verbindung mit einer Konferenz in der englischen Gesandschast, der der englische und französische Botschafter sowie der portugiesische Ministerpräsident beiwohnte. Behandlung italienischer Freiwilliger in Frankreich.
(W. B. Nichtamtlich.) Giarnale d'Fialia druckt einen Teil eines Brieses an das Fiarenzer Wochenblatt Voce ab, in welchen, von der Art und Weise die Rede ist, wie italienische Freiwillige in Frankreich behandelt werden. Tic italienischen Freiwilligen werden in die Fremdenlegion gesteckt und als Kanonenfutter verwendet. Man hat ihnen als Offiziere Korporale gegeben. Sie sind vielleicht gute Kerle, aber ihr erstes Prinzip lautet: „Moi
ptrso»nallernent je m’en fous". Tie materiellen Bedingungen sind einfach fürchterlich, sodaß man alle möglichen Seuchen erwarten darf. Drei Leute sind schon an einer verdächtigen Krankheit gestorben. Zehn Tage lang hat man sie mit der unglaublichsten Nachlässigkeit behandelt und diese kräftigen, überzeugten Menschen in einen Haufen Mutloser verwandelt. Ter Artikel, mit dem das Giornale d'Fialia den Abdruck dieses Briefes einlcitct, rät vom Eintritt in die Fremdenlegion a b und hebt hervor, daß Italien seine Söhne jetzt selber brauche.
Die deutschen Arbeiter und der Krieg.
Gegen die Behauptung eines Mitgliedes des Holzarbeiterverbandes in einem Schweizer. Fachblatt, daß die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands von einem marktschreierischen Siegestaumel beherrscht sei, erklärt der Verbandsvorsitzende Leipart in der Holzarbeiterzeitung, dem Organ des Deutschen Holzarbeiterverbandes, daß in der organisierten Arbeiterschaft seit Beginn des Krieges eine ernste Stimmung herrsche, und daß jeder die schreckliche Zeit mit großem, inneren Bedauern durchlebe. Aber, fährt er fort, „wir deutschen Arbeiter teilen allerdings die in unserem ganzen Volk herrschende Auffassung, daß Deutschland der angegriffene Teil ist und sich nun gegen den Anprall der zahlreichen Feinde von allen Seiten nach Kräften seiner Haut wehren muß. Die von der deutschen Regierung über ihre Friedensbemühungen verössentlichten Dokumente sind bisher von keiner Seite widerlegt, sondern höchstens nur bekräftigt tvorden. Für einen Angriffskrieg gegen Frankreich und England würden die Arbefter Deutschlands natürlich niemals begeistert worden sein, wohl aber halten wir es für unsere Pflicht, und zwar nicht nur im Interesse unserer deutschen Kultur allein, unser Land und die ganze europäische Zukunft gegen den Uebersall des russischen Zarismus mit ganzer Opferwilligkeit zu verteidigen. Wir tun das ohne Ausnahme, obwohl wir wissen und es keineswegs in diesen Tagen vergessen, daß auch in Preußen-Deutschland die Freiheit des Volkes leider noch so vieles zu wünschen übrig gelassen hat. Wir wollen auch nach dem Krieg unseren Kampf für die Rechte und Freiheit der arbeftenden Bevölkerung fortsetzen und gerade deshalb verhindern, daß etwa der Sieg des russischen Kosakentums und der russischen Knute uns dieser Möglichkeit beraube. Der Sieg Deutschlands über Rußland dagegen wird, so hoffen wir bestimmt, auch für den Befreiungskampf des russischen Proletariats von größtem Vorteil sein."
Frankreich, Deutschland und die englische Klapperschlange.
Von befremidcter Seite wird Miseren, Kölner Parteibiatt das Original eines bemerkenswerten französischen Flugblattes zur Verfügung gestellt, das während des Krieges in Paris unter dein Pseu- drnnm Spartacus erschien. ES trägt die Aufschrift: I.a France dans les Anneaux du Crotale! (Frankreich in den Ringen der Kiapper- schiangcs. Mit der Klapperschlange ist England gemeint, gegen das sich die Streitschrift in den denkbar heftigsten Ausfällen ergeht. Sie stammt, wie aus vielen Bemerkungen zu entnehmen ist, ans sozial, stischen Kreisen.
In einer phantastischen Einleitung läßt der Verfasser als Sinn-
A f r a j a.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge, 78
Kraftproben wurden angestellt, gerungen und gesprungen, und Beifallklatschen nud Jubel begleiteten die Sieger, Spöttereien die Ueberwundenen. Während die fröhliche Menge sich bunt durcheinander drehte, sonderten sich auch einzelne Paare ab und suchten einsamere Stellen, um dort beisammen zu gehen und Bekenntnisse anzuhören, denn, wie Helgestad schon erwähnte, kam es bei diesem Feste zu manchen zarten Erklärungen und Abschlüssen.
Der Vogt hob nach einiger Zeit seinen Stock auf und deutete nach der Kirchenseite, wo er seinen Neffen mit Jlda, Hanna und Björnarne mitten in dem Kreise sah, der den alten Priester umringte.
„Da geht es lustig her," rief er, „ich will wetten, Paul bestellt das Aufgebot für die ganze Gesellschaft. Sie sollen wissen, Herr Marstrand." fuhr er dann lachend fort, „daß es eine seine, alte Sitte ist, die Brautpaare auszurufen an diesem Jultage und vom Priester den Segen darüber sprechen zu lassen. Habe soeben auch mit Helgestad darum geredet. Mein Neffe Paul und Jungfrau Jlda können ihren Herzenssturm nicht länger besänftigen. Ist ein stattliches Paar, ein besseres weiß ich nicht. Sagen Sie selbst, ist es nicht so?"
„Ich kann nur Glück wünschen, so viel ich vermag", antwortete Marstrand.
„Paul ist Ihr Freund", fuhr der Vogt fort, „einen, der es treuer meint, haben Sie hier nicht, Herr. Ich muß es sagen, daß er durch sein großes Lob und seine Künste alle meine Bedenken besiegt hat. Ihnen ohne weiteren Aufschub den Besitzbrief auszustellen. Demgemäß", sagte er, seine borstigen Augenbrauen in die Höhe ziehend, daß die runden Augen stechend hervortraten, „hat er auch selbst die Schrift
i'ild des Länder- und Völkernmschwingenden England eine geivalrige Klapperschlange erscheinen, di« das unglückliche Frankreich mit den Ringen ihres R.esenicibes umklammert und zusammenpreßr, inährend sie ihm aus gifthmichcndem Maui heuchlerische Ermahnungen erteilt, bis zum lebten auSzuharren. Tann gibt der Bersaffer einem „von Tnni-Tuni-Kngein schrecklich verstümmelten tapferen Buren" das Wort, der nmi seine Anklagen erhebt. Er ruft Frankreich zu:
„Trauernden AiitlitzeS muß ich Dir sagen: Seit 1 fiO Fahren spielst du m,n daS Spiel, wahrlich ein Narrenfpiel! Seit 1870 hast du nur immer untätig auf das Revanchegehcul der Chauvinisten gehört, dieser Verbrecher und Wüstlinge, die im Grunde doch nur verhindern wollten, baß in Frankreich die gerechten Re- formen cingeiührl werden, die in Deutschland schon längst bestehen. O Frankreich, hättest du doch nicht auf das Geschrei dieser selbstsüchtigen Gauncr gehört, du hättest weit mehr gewonnen in einer A n n ä h e r u n g a u T e u 1 s ch l a n d . das heute für die undankbare Menschheit gegen die verbündeten Mächte der Finsternis känrpft. Tenn das Barbarentum erkennt man doch wohl ain besten an der Zahl der Analphabeten in den verschiedenen Ländern, niemals aber wird cs ,w Haufe sein bei einem Volke, das an Schulen reich und sprachkundig ist und eine disziplinierte Arbeiterschaft hat."
Ter Verfasser meint dann, die elsaß-lothringische Frage hätte sich mit Deutschland in freundschaftlicher Weise und ohne Blutver- gicßen lösen lassen: England zerschlage jetzt seine Töpfe aus dem Rücken Frankreichs. Tann heißt es:
„Endlich hätte Dir die Freundschaft mit Deutschland, trotz seines Barbarentums, ein Zeitalter geordneter Arbeit ins Land gebrackst. So hätte die Altersversicherung einge- sührt werden küiinen. . . . Statt dessen haben wir das Zettalter der Knutenherrschast, der mandschurischen Greuel, und daneben die geräuschvollen Feste der Tango-Tiners unter dem Vorsitz deS Königs des Pauperismus . . ."
Sehr scharf werden die französischen „Patrioten" anaegriften. die dem Lande mtt der Auswanderung der Kapitalien drohten, als die neuen Steuergesetze angekündtgt wurden. Und endlich wird Frankreich der Rat gegeben, sofort Friedensver Handlungen anzuknüpfen:
„Frankreich vergiß nicht: Wen» Wilhelm kk. wirklich die Absicht gehabt hätte, dich zu vernichten, so hätte er damit nickst bis zirm gegenwärtigen Augenblick gewartet, wo di« Verschivörnng seiner Feinde ihn gezwungen hat, um der Eristeuz seines Landes . willen den Krieg zu erklären. Frankreich, knüpfe also schleunigst mit dem Kaiser Fr i e d c n s v e r h a n d I u n g e n an ! Mag er auch als Fürst rtvn Geblüt ein scharfer und verschlossener Vertreter dunasttschcf Fntercssen sein, so ist er doch nicht schlimmer als die üblichen Könige im republikanischen Mäntelchen, diese Emporkömmlinge und eifrigen Parteigänger der Krautinnker von der Sorte Karls des Neunten, die ihrem Laude ihre Rechnungen ungezählt und ihre Opfer uubecrdigt hinteriießeu."
Gegen den Schluß des Flugblattes mahnt der Verfasser:
„Fch bitte hie ausländischen Sozialisten, deren Organisation bsshcr noch ein schöner Traum ist. die d e » t i ck, c n Sozialisten zu achten, und nicht zu vergessen, daß sie mehr als vier Millivnen waren!
Tie letzten Sätze fluchen der „Fusel der Räuberköuige", die die Kultur der Ausbeutung ausrecht erhält:
„Möchte doch die immanente Gerechtigkeit (die kein leeres Wort ist) den Menschen den Sieg verleihen, die ssir den Fortschritt der Zivilisation kämpfen."
Die Witzblätter im Kriege.
Der Krieg hat für die Witzblätter eine böse Zeit gebracht. Ter Kampf der Parteien gegeneinander ist eingestellt und zu harmloser unpolitischer Fröhlichkeit fehlt wohl allenthalben die Stimmung. So sind die Witzblätter genötigt, sich auf das einzige Gebiet zu werfen, das ihnen noch offen bleibt und mit den Waffen der Satire und der Karikatur gegen den äußeren Feind mitzukämpfen. Hierbei tritt nun leider oft eine Geschmacklosigkeit und Roheit an den Tag. die höchst abstoßend wirkt. Ein Beispiel für viele: In einem verbreiteten Berliner Witzblatt wurde die Schlacht bei Tannenberg kürzlich so dargestellt, daß ein ertrinkend''? Russe eine Schnapsflasche hochbält mit dem Ruf: „Daß mir nur keen Wasser in die Pulle läuft". Ter Witzbold hat vollständig vergessen, daß es immerhin 150 000 Menschen waren, die in den Seen und Sümpfen Masurens umgekommen sind.
Solche und ähnliche Ausschreitungen mag wohl der Chefredakteur der Deutschen Tageszeitung, Dr. G. Oertel, im Sinne haben, wenn er schreibt:
Tcr scharfe Spott hat auch im Kriege sein Recht, und unsere Feinde haben zu wahlberechtigtem Spotte genügend Anlaß qe- gcben. Aber das deutsche Volk wird und muß auch hier die Schranken der Würde und der Vornehmheit inne- haltcn. Es niuß im Banne der Selbstzucht bleiben, die dem deutschen Wese» das Gepräge in ernster Zeit immer aufgedriickt hat. Lasse» wir auch den hämischen, gemeinen, unwürdige» Spott unierc» Feinden! Auch unser Witzwort sei erhaben über kleinlicher Niedrigkeit und häßlicher Gehässigkeit.
gemacht, hat Punkt für Punkt genau studiert, und steht alles so fest, daß nichts daran verrückt werden kann."
Marstrand drückte seinen Tank aus, der Vogt sah den alten Helgestad listig an und schlug dem Junker darauf mit seiner groben Hand auf die Schulter. — „Tank hin, Tank heri" rief er, „stoßen Sie an, daß er von Herzen komm!. Dank, wenn es bei Worten bleibt, ist wohlseil. ich müßte aber gleich ein gutes Ding, das geschehen könnte, wenn Tie etwas für Helgestads Haus tun wollten,"
„Was meinen Sie?" fragte der Ansiedler.
„Was ich meine," sprach der Vogt. „Ich meine, daß eS eine schöne Sache wäre, wenn wir heut gleich auch den Björnarne segnen ließen. Ist alles hier zur Stelle, Bräutigam, Blalit und Priester, würde im Umsehen festgemacht. waS sonst wohl Wochen und Monate sich hinziehen könnte."
Marstrand erschrak. „Und was kann ich dabei tun?" fragte er.
„Mit Fandrems Tochter ein vernünftiges Wort sprechen," sagte der Vogt. „Ihr d«i Kopf zurechtsetzen, wenn es nötig ist, ihr den richtigen Weg zeigen, der ihren Vater glücklich macht und Helgestad, Björnarne und uns allen die Herzen erheitert. Sie können es allein, Herr. Ich habe vernommen, welches Zutrauen Jungfrau Hanna zu Ihnen besitzt, ist's also mit dem Tanke wirklich richtig gemeint, so gehen Sie hin zu ihr, sie stebt dort allein, ist leicht zu haben."
Ter junge Mann warf einen finsteren, fragenden, fast drohenden Blick auf Helgestad, der ein Bein über daS gndere geichlagen feine holländische Pfeife rauchte und gleichmütig zuhörte.
„Kalkuliere," sprach er. als der Vogt anfhörte, „ist ein guter Rat und würde Eure Freundschaft daran erkennen. Herr Marstrand. Sprecht mit Hanna; ist einer, der es versteht, so seid Ihr es. Habe gesehen, daß sie Björnarne bei der Hand nahm, als Jlda ihn zu ihr führte, und war in ihren
Fern sei cs von uns, dem scharfe» Worte, das die Tinge kenn, II Zeichner, wie sic sind, irgendwie zu wehren. Aber ein edles Vott l kämpft nicht mit v crgi ftc tcn P f ei lc n hämischen» Hohns. Wir haben der Welt gezeigt, das; unser Schwert nicht I nur scharf, sondern blank ist. Wir werden ihr auch zeigen, daß unser Schild rein ist und rein bleibt.
Wir sind diesmal in der angepehmen Lage, der Deutsche,, Tageszeitung in vollem Umfang zustimmen zu können. Wcgcu Erregung von Klaffciihas; vor dem Kriegsgericht.
Tcr Lokaibeamie der Stcinarbciter in S t r i e g a u hatte im August ein Flugblatt verfaßt, in dem er sich gegen die Maßnahmen der Unternehmer im dortigen Revier wandte. Einige dieserj Blätter wurden and, angckiebt und das hatte zur Folge, daß der Verfasser, Genosse Müller, wegen Klassenhatz-Erregmig vor das> Kriegsgericht kam. Tie Verhandlung fand unter Ausschluß der Ocffentlichkcit statt und Müller wurde zu zwei Monaten Ge> säugnis verurteilt, weit er als „gesähriichcr Agitator" erkannt sei und eine neue Anklage gegen ihn jdiwebe.
Drei Tage Gefängnis erhielt der OrtSIciter der Breslauer Metallarbeiter, weil Gen. Philipp an den Vater eines Streikbrechers, der Gastwirt ist, eine» Brief deS Fn- halis sandte, er möge sich vorschen, daß sein Geschäft nicht durch I das Verhalten des Sohnes Schaden erleide. Darin sah das Gc-il richt eine Nötigung, die mit drei Tagen Hast gesühnt werden soll.' I
Deutsche Krcimarike» für velgicu.
(W. B. Amtlich.) Für den Postvcrkchr im Bereich des Kaiser- j iidicn Tcntschcn Generalgouvernements in Belgien ivcrden Frei») marken „Deutsches Reich" zu 3, 5, 10 und 20 Pfg. sowie einfache ( Postkarten und Weltpostkarten zu 5 und 10 Pfg. mit dem Uebcrdruck , „Belgien" und der Wertangabe, 3, 6, 10, 25 sowie 5 und 10 Ets. I verwendet werden. Diese Wertzeichen werden in einigen Tagen bei der Kolonialwertzcichenstelle des Bricfpostamtes Berlin C 2, Königstraße 01, zum Verkauf gestellt.
Brüssel, 4 . Okt. (W. B.) Seit Anfang Oktober hat die deutsche Postverwaltuug den hiessge» seit Wodicn unterbrochenen Postverkehr wieder eingerichtet. Es werden offene Briefe von und nach Deutschland mit Auslandsporto besördert. Fn Brüssel müssen die Briefe im Postamt abgehoit werden, da die belgischen Briefträger den Dienst verweigerten. ^
Tcr Zar geht au? de» Kriegsschauplatz.
(Ctr. Frkft.) Aus Petrograd wird gemeldet, daß dce Zar nach dem Kriegsschauplatz abgereist ist.' (Diese Mitteilung wird durch eine nichtamtliche Meldung der Petersburger Telegraphenagentur bestätigt.)
Wie „Väterchen" die Freiheit schützt.
WTB. Paris, 5. Okt. (Nichtamtlich.) Der Guerre Soziale veröffentlicht einen Brief eines politischen Gefangenen in Rußland. In diesem erzählt der Schreiber, daß die Behandlung der Gefangenen seit Kriegsausbruch in ganz Rußland unmenschlich geworden sei und daß Kniitenbiebe und Quälereien an der Tagesordnung seien. Der Brief schließt: Wir wünschen, daß durch den Krieg allen l
Völkern Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit geschenkt i wird.
Die Beltiaerlm«, von Antwerpen.
(Etr. Frkft.) Der militärische Mitarbeiter der Aftcn- posten in Christiania schreibt. Deutschland besäße gewaltige i Hllfsguellen, um die Belagerung von Antwerpen und anderen I großen Festungen durchführen zu können. Wenn erst ein- i mal der äußere Fortsgürtel im Besitz der Deutschen sei, sei ! es unwahrscheinlich, daß die innere Fortskette widerstehe. I Tie deutschen Kanonen könnten dann über die innere Forts- I kette hinweg die Stadt bombardieren, so daß es kaum wahr- I jcheinlich sei, das» die Belgier dann die Verteidigung fortsetzen I würden. Es sei zu erwarten, daß die Feindseligkeiten über- I Haupt zwischen Belgien und Deutschland eingestellt würden, sobald die äußeren Forts genommen seien, da alsdann keine Aussicht mehr sei, das Schreckbild der Verbündeten auszuführen und englische Territorialfoldaten in Antwerpen zu landen, ganz abgesehen davon, daß diese erst nach Monaten Kriegswert erlangten. Mit der Einnahme Antwerpens würde die Lage der Deutschen noch ganz bedeutend gebessert sein.
Der bolvige Fall Antwerpens.
Tie belgische Gesandtschaft in London erhielt vom Ministerium des Acußern in Antwerpen die Nachricht, daß die Belgier nach hartnäckigem fünftägigem Widerstande vor dem unwiderstehlichen Angriff der deutschen Artillerie über den Fluß Ncthe zurückgehen mußten. Tie jetzige
Augen und ihrem Weien etwas, was nicht aussah wie Mißfallen."
„Hoho!" rief der Vogt lachend, „es gibt kein Mädchen in der Welt, die einen schmucken Burschen, wie Björnarne, nicht mit Wohlgefallen ansähe."
„Können Sie es wünschen," fragte Marstrand, „daß heute schon, wo beide sich kaum gesehen haben, ein festes Versprechen gefordert würde?"
„Niih!" sagte Helgestad mürrisch, „wißt so gut wie ich, daß es kommen muß, mag es heut sein oder morgen. Lieber kein langes Besinnen, bringt keinen Segen bei Mädchen wie diese da. Ist heut ein Freudentag, wo jedem der Himmel voll Geigen hängt, seht hier lauter zärtliche Gesichter. Ein halbes Dutzend junge Paare, die sich verfesten wollen. Ist ihr alles neu und hat Freude an Land und Menschen, an Himmel und Sonnenschein; ist Rührung in ihrem Gesicht, sch' es ihr an, daß ihr Herz weich und warm ist, denn ist ihrer Mutter Land hier, die manchesmal am schönen Lyngenfjord in der Jnlnacht getanzt und gelacht hat. — Kalkuliere darum, wird nicht Nein sagen, wenn Ihr es richtig zu wenden wißt. Ist eine Spekulation, Herr Marstrand, die, wie alle Spekulationen, ihre Stunde hat, so benutzt werden muß. Will halten, was Ihr wollt, Ihr kommt zu uns zurück und sagt: Schreibt ihren Namen auf des Pastors Zettel, sie wird's nicht übelnehmen."
Marstrand sah ein, daß er der Zumntung nicht entgehen könne. Er stand auf und erklärte, daß er es versuchen wolle, obwohl er an keinen günstigen Erfolg glaube.
Als er fort war, verzog sich das dicke rote Gesicht des Vogts zu einem spöttischen Grinsen. „Glaube cs^selbst" flüsterte er seinem Nachbar zu, „denn der Bursche hat keine Lust, Euch zu dienen. Werft ihn aus dem Hause, sobald Ihr könnt."
tLortsebung feint.)


