Ausgabe 
5.9.1914
 
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gelandeten Passagiere behaupten einstimmig, daß alle Mo- hamedaner in Aegypten von Deutschlands endgültigem Siege überzeugt sind. Sie jubeln in der Hoffnung, daß nunmehr der Augenblick gekommen sei, wo die Türkei Aegypten, Tunis und Marokko von den Ungläubigen befreien werde. Tie dortigen englischen Behörden versuchen mit allen Mitteln, so erzählen die Reisenden, den offensichtlich drohenden Auf­ruhr der Araber zu unterdrücken. Sic haben außer mehreren letzthin in Aegypten eingetroffcncn deutsche», angeblich italienischen Agenten, zahlreiche von Engländern verdächtigte, hohe ägyptische Würdenträger verhaftet. Biele Paschas sind in höchster Eile ans den italienischen Seebädern mit der i Eisenbahn zurllckgccilt, darunter der bekannte Führer Osman ,Pascha.

Macedomsche Gährung gegen Bulgarien.

Wie die Sofioter Blätter melden, wurde die große Wardarbrück. bei Guemendsche von den mazedonischen Revolutionären vollständig zerstört, Infolge der unaufhörlichen Verfolgungen der Mazedonier durch dte serbische» Behörden beginne di« Gärung unter der Bevöl­kerung gefährliche Formen a«znnehmen, so daß weitere Anschläge zu erwarten seien. Kambenraß wendet sich gegen di« unaufhörlichen Aufforderung der rilsstschm Pouflavisten, Bulgarien möge Nuß­land zu Hilfe kommen, und sagt, alle diese Hilferufe könnten höch­stens die russischen und serbischen Werkzeuge in Bulgarien rühren. Das bulgarische Volk werde dagegen ei» kaltes, verschlossenes Herz bewahren. Die bulgarische Selbstverleugnung gehe nicht so weit, daß Bulgarien sich selbst das Grab grabe, ivi« die endlosen russischen Ausrufe verlangen.

Albanien ohne Mbret.

Die Kontrollkommission begab sich zu den Aufständischen und teilte ihnen mit, daß der Fürst von Turazzo abgcreist sc'. Die Regierung Albaniens wird in nächster Zeit von der Kommission übernommen werden. Ter Fürst hat vor seiner Abreise eine Aninestie für alle Gefangenen angcordnct. Auf dem Rcgiernngspalast weht die rot-schwarze Fahne, während auf der Kaserne der Gendarmerie, in der sich da» Kommanda der Aufständischen befindet, die türkische Fahne weht. Der Führer der Aufständischen hat den Konsulaten Zusicherungen betreffend die öffentliche Ordnung gegeben. Die europäischen Kolonien verhalten sich ruhig.

Im Zufluchtsorte cingctrofscn.

WB. 93 c v I i n, 4. (Na.) Ter Extrazug mit

Poincarö nebst Ministern ist gestern mittag ift Bordeaux ein- gctroffen. Tie Menge schrie begeistert:Bivc Poincarä!

Bive la France!" Poincarö hat die Präfektur bezogen. Der Dienst der Ministerien des Kriegs und des Innern ist bereits eingerichtet. Unter dem Vorsitze Bivianis traten die Mi- nifter zu einer Beratung zusammen, in welcher der Kriegs- ministcr zunächst über die militärische Lage berichtete; bcr- schicdcne Fragen wurden beraten, besonders die der Ver­proviantierung.

Tie deutschen Siegesmeldungen sind wahr.

WTB. Berlin, 4. Sept. Die Vossischc Zeitung erfährt aus deni Großen Gcneralstab: Die ununterbrochen aufein- ander folgenden Siegesmeldungen, ohne daß man von Miß­erfolgen hört, können beinahe stutzig machen und haben in: Auslände schon Mißtrauen erweckt. Demgegenüber wird vom Gencralstab die ausdrückliche Erklärung abgegeben, daß kein Mißerfolg der Deutschen an irgend einer Stelle eingc- troffen ist, der etwa verschwiegen worden wäre.

Eine russische Anfrage an Bulgarien»

Wie aus Sofia gemeldet wird, hat der russische Minister des Acnßcrcn, Snasonow, an das bulgarische Kabinett die telegraphische Anfrage gerichtet, ob Bulgarien im Falle eines russisch-türkischen Krieges wohlwollende Neutralität bewahren werde. Diese Depesche hat in Sofia die größte Sensation hcrvorgerufcn. Tic öffentliche Meinung Bulgariens ist gegen Rußland gerichtet.

Bevorstehende Unruhen in Kanada?

National Tidende in Kopenhagen meldet aus Ottawa: Die deutsche Bevölkerung Wcstkanadas bekundet offen, daß sic auf Seiten Deutschlands steht. Ties erweckt gl aßen Univillen bei der übrigen Bevölkerung; man befürchtet linruhcn.

Tic Stimmung in Indien.

Die Südslawische Korrespondenz meldet aus Konstantinopel:

Tie türkische» Blätter bespreche» die Ankündigung der englischen Regierung. Truppen ans Indien aus dem cnropäischc» Kricgsschau- Plat; zu werfe», und sagen, es sei erstaunlich, welches Uebcrmaß von Telbjlvcrlkanrn die c»gliscl>c» Staatsmänner erfülle, nirnn sic angc- sichts der Stimmung im inotzamcdanischcii Indien ernstlich an solche Experimente denke», Ta man aber annctzmc» muffe, daß die Engländer wohl wissen, wie sie in Indien geliebt werden, werde man recht tu», wenn man die pompöse Aiikündigung der englischen Hccres- eipcdition für eine» Blusf echt cnglischcc Art Halle, der nur den Bundesgenosse» rinc schöne Geste zeigen solle. Unter de» Moha- mcdancri, Indiens herrsche infolge der türkenseindlichrn Haltung Englands dauernde Erregung, Wenn die englische Flotte im Verein mit russischen Schissen versuche» sollte, die Tardancllcn zu sorzieren, würde die Empörung der Mohanicüancr Indiens aus dem Fuße folgen. (XV, I!.)

^ Tic Transalierung der Rumänen

Tie südslawische Korrespondenz meldet aus Bukarest: Tic aus Bcss.lrabicn anlangendcn Nachrichten über schwere Trangsalicruu- gen der rumänischen Bcoöltcrung durch die Russen rufen hier große Erbitterung hervor. Die russische Negierung nimmt Masscnan»- wcisungen von Rumänen vor. Die Zahl der unter dem Verdacht der Spionage Verhafteten ist bedeutend. Sie werden vor ein Kriegsgericht gestellt »nd aller Wahrscheinlichkeit nach die Todes­strafe zu gewärtigen haben. Tie Zahl der aus Rußland flüchten­den Rumänen wächst von Stunde zu Stunde. Wie verlautet, hat die Bukarcstcr Regierung beschlossen, wegen dieser Vorgänge in Petersburg Schritte zu uutcrnchmeu, Au der rumänischen Grenze auSgcsochteuen Schlacht bei Howosielice sind russische Sol­daten auf rumänisches Gebiet geflüchtet. Sie wurden von rumäni­sche» Greuzsoldatc» entwaffnet und nach Bukarest gebracht.

Der Gouvcriiciir von Tentsch-Samoa gefangen?

Ter Gouverneur von Tentsch-Samoa, Tr. Schuld, ist nach einer Meldung aus England in englische Kriegsgefangenschaft geraten. An hiesigen amtlichen Stellen konnte die Meldung noch nicht be­stätigt werden.

Tic Hintcrlistigkcit der japanischen Regierung.

Tie im Hamburg cingetroffenc Rcwyorker Times vom 5. August enthält eine Depesche aus Tokio vom 4. August (deni Tage ocs KriegSerklärnng Englands an Deutschlands aus deren Inhalt daß Japan zu dieser Zeit schan seinen Plan betreffs bereit hatte, während die Japaner noch ihre heuchlerische »kc gegenüber Deutschland zur Schau trugen. I» dem Tele­gramm wftü von einer nach einer Sitzung des japanischen Minislcr- läts crlapcncn Proklamation gesprochen, die im wesentlichen schon da» japanische Ultimatum an Deutschland enthält.

Hessen und Nachbargebiere.

Giesjen i««d Umgebung.

Ter Stückgutvcrkchr mit Oesterreich und den neutralen Staaten. Boni 5. September ab wird der Stückglltervcrkehr auf den Eisenbahnen mit Oesterreich-Ungarn und den neu­tralen Staaten wieder zugclasscn, ebenso der Transit-Stück- gütervcrkchr durch Deutschland zwischen diesen Staaten. Auch hat die Heeresleitung nichts einzuwendcn, wenn von demselben Tage ab der private Postpaketverkehr mit Ocster- rcich-Ungarn und den neutralen Staaten, sowie der Transit- Postpaketvcrkehr durch Deutschland zwischen diesen Staaten wieder ausgenommen wird. Tie Ausfuhrverbote werden durch diese Freigaben nicht berührt. Hoffentlich tragen diese Maß- nahmen wieder zur Belebung des Arbeitsniarktcs bei.

Zu dem Fonds für Liebesgaben sind bei dem Oberbürgermeister wcitcr cinacgangc» von: ?lpothckei»bcsitzcr Th. Schwieder t. Rate 100 Mk., Rentner Karl Jüngst 100 Mk,, Rcalbehrer Iann 20 Mk, ungenannt 5 Mk, Rentner F, L. Bender feir. 25 Mk., Rentner Th, Haubach 100 Mk., Ingenieur F. Sch. 1.20 Mk., Julius Nättmann feit. 1. Rate 25 Mk., Postsekretär Roriig 20 Mk , Fritz Schlesier Wwc., Bu'chhandlung, 50 Mk., Hoflieferant Will,. Rudolph 200 Mk,, Oberst Spohr 100 Mk,, Ortegerlchls-Vorsteher Simon 100 Mk., Summa 310,20 Mk, Mit herzlichem Tank für di« Gaben wird um iveiterc Zuwendungen gebeten.

Erweiterung des Tckncllzngvcrkehrs. Seit Donnerstag werden die ausgefallenen Schnellzüge Frankfurt-Berlin zunächst wieder bis und von Berlin gefahren, Ab Frankfurt 1.00 nachmittags. An Frankfurt 7.5 abends. Ferner werden die seither ausgefallenen Schnellzüge, FrankfurtBerlin, ab Franksnrt 8.20 vormittags, an Frankfurt 6.27 abends, ivahr schein! ich vom 4, September ab wieder dnrchgefiihrt werden. Ebenfalls die Schn-esiziige FrankfurtHam- burg (Altona) ab Frankfurt 8 20 vormittags, an 7,46 abends. Ter Schnellzug FrankfurtKöln, ab 8 Uhr vormittags, wird dagegen noch einige Tage ausfallen müssen. Ter Gesamtgüker- und Eil- gütcrvcrkehr auf den Pfalzbahnen, den Strecken der TirekiiottS- bczirkc FrankfurtMain, Erfurt, Halle »sw. ist seit heule wieder in vollem Umfange ausgenommen. Er mußte einig« Tag« wegen der außerordentlich starken Slreckcubclastung ausfallen,

Ter neue Komet. Tic Sternwarte aus dem Königsstuhl bei Heidelberg teilt mit: Ter ans der Meteorologischen Station in Plewna gesichtete Komet, der bereits mit bloßem Auge sichtbar ist, wurde von der hiesigen Sternwarte schon seit längerer Zeit be­obachtet, Es ist der Komet de la Van, der am 17, Dezember 191!! in La Plata entdeckt wurde, als er noch sehr weit von der Erde entfernt war. Er hat inzwischen seine Bahn Ijiutcr der Sonne herum vollendet und ist seit Einigen Wochen am Rordhimmcl unter­halb des Pols wieder sichtbar geworden. Er ist etwa von dritter Größe, zeigt einen breiten, etwa 4° langen Schweis und wird durch den unteren Teil des Sternbildes des großen Bären seiner Sonnen­nähe zustreben. Diese Stellung tritt am 28. Oktober ein.

Zm g-?-. Beachtung!

Wir bitten unsere Austräger wiederholt dringend, das Kassicrcu der Abonnementsgelder so zu beschlcnnigc», daß die Abrechnung

spätestens bis zum 20. feben Monats

erfolgen kann. Gleichzeitig bitten wir um Einsendung der noch rückständigen Beträge vom Juli und August.

Expedition der Oberhessischen Volkszcitnng.

Aiisklärung des Auslandes, Tcr Rekior der Darmstäbtcr Technischen Hochschule. Tr. R. Müller, ersucht uns um Abdruck folgenden Aufrufs:Um den unwahren Ausstreuungen der Feinde Deutschlands wirksam entgegenzutreten, muß versucht werden, in den iicntralcn Staaten eine möglichst große Zahl von Gebildete» aufznklären über die Ziele und Aeußcrnngen der deutschen Politik, vor allem aber über den tatsächlichen Verlauf der Kricgsbegcbcn- heiten. Wir glauben, daß diese Arbeit so wichtig ist, daß an ihr gern alle milwirken, die dazu irgend in der Lage sind. Wir bitten auch um Ihre Hilfe »nd ersuchen Sic, 1, Bekannte und Freunde in den bisher noch neutralen Staaten durch Briefe oder wenigstens durch Ueberfendung von gedruckten Nachrichten über den Stand der Tinge fortdauernd zu unterrichten. Weiterhin aber gilt cs, wie cs z. B, Björn Björnson für den germanischen Norden und siir Holland tut, die breite Oeffentlichkeit in Rumänien, Bulgarien, der Türkei, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und der Schweiz planniäßig aufzuklären. Wissenschaftliche und wirtschaftliche Zcn- iralstcllcn sowohl als Privatleute müssen regelmäßige deutsche Zeitungssenbungen erhalten, damit sie in den Stand gesetzt iverde», sich selbst ein Urteil über die von den Gegnern verbreiteten Nn- ivahrhcitei, zu bilden. Wir bitten Sie also, 2, Adressen von Männern, deren Tentschfrcundlichkcft Ihnen bekannt ist, oder die doch nach Ihrer Erfahrung sachlicher Aufklärung zugänglich sind, so rasch als nur i r g e>i d möglich an Herrn Archivdirettor Tr, Dieterich, Darmstadt, Staatsarchiv im Residcuzschloß, zu sen­den, damit sie eiligst demDeutschen Werkbund", Berlin, Schönc- berger Ufer 36», der einen Aufkläruiigsdicnst für das neutrale Ausland eingerichtet hat, übermittelt iverde» können."

Ein innerer Feind. Ter hessische Landesverband des Teuischcn Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke ersuch! uns mir Ausnahme folgender Mahnung:Allgemein Hort man, daß die deut- schc Mobilmachung ausgezeichnet verlause,, sei. Es dürfte nicht un­gerechtfertigt sein, diese hocherfvculiche Tatsache neben der bewun­dernswerten Slrbeit unserer Heeresleitung und unserer Bahnvcr- lvalÄingen zu einem nicht unerheblichen Teil mit einem anderen be­merkenswerten Umstand in Verbindung zu bringen, der in den M ob il mach rings tage» anfsiel, der aber wohl säst ausnahmslos vollem Verständnis begegnet ist: Bei Abzug und Durchzug der Truppen waren aus den Bahnhöfen und in deren Umgebung auf militärische und zivitbehördlichc Aiwrbmnig geistige Getränke ausgeschlossen. Wiederholt, besonders aber in seiner bekannte» Müvwikcr Rede hat der Kaiser nachdrücklich auf diesen inneren Feind und die Notwen­digkeit seiner Abwehr hingewiesen:Ich weiß sehr wohl, daß die Lust zum Trinken ein altes Erbstück der Germane» ist. Imnierthin aber müssen mir uns, aber in jeder Bcziehnng, durch Selbstzucht von diesem Nebel befreien!" Das Kapitel ist gerade in Kriegszeit unter verschiedenen Gesichtspunkten von besonderer Wichtigkeit: 1, Ter Alkohol bildet erfahrungsgemäß eine Gefahr für Kraft und Lcistinigsfahigkeit, Wachsamkeit und Umsicht, Willensstärke und Aus­dauer. Schlagsertigkcit, Ruhe und Besonnenheit wichtig zu aller­meist für die Truppen draußen, aber nicht minder für die daheim- gebliebcnc Bevölkerung! Wenn irgend einmal, gilt es jetzt für unser Volk, für jedes Volksglied:Nimm alle Kraft zusammen!" 2. Wir brauchen setzt die Landcserzeugnissc, aus denen sonst geistige Getränke hergestcllt werden: Kartosfcili, Getreide, Obst, Früchte nsw., möglichst restlos zur Ernährung von Mensch und Vieh oder zur Er­zeugung von Spiritus zu Heiz- und Leuchtzwecken, 3, Wir brauchen alle unsere verfügbaren Geldmittel jetzt doppelt nötig für alle möglichen dringenden, nützlichen und guten Zwecke (Not »nd Be­darf LandcSwehr Barm Herz igkeftsnbniig). Die wirtschaftliche Kraft des ciilzelucn wie des Volksganzen ist jetzt aus lange hinaus solchen Erschütterungen und Anspannungen ausgesetzt, daß wir von den Millionen und Milliarden, die unser Volk dem SUkoholgötzen zu opfern vsiegte, möglichst viel ftir ivirkliche Bedürfnisse und Nötv-dek

einzelnen ui,ü der Gesamtheit sreihalten müssen, TerWill« zum Sieg" er schließt darum auch den energischen Willen richtiger Stellung zum alteninneren Erbfeind" unseres Volkez in sich."

Gcrmanisierung in Nauheim. AuS Bad-Nauheim wird be­richtet:

Tic Stadtverordneten beschlossen, bi« Viiktovja-Straße in Augnstg-Viktoria-Ttraße" und die Brikanniaftrastc in Zeppelin- straßek' nmzutaufen, ivomit die Straßen mit englischem ?lnklangi in Bad°?kauihei>m verschwinden.

ZiveifelkoS ivcrdcn die Stadiväter von Nauheim noch beschließen, baß zu Bcgimi« der nächstjährigen Badcsaiion ein großes Schild auf dem rtahithof« ausgestellt wird mit der Aufschrift:Engländer.

Franzosen und Russe» iverden als Badegäste nicht zugelasfen."

Das neue Anitsgcrichtsgebäild« soll als Nnkcrkunstsraum für! Kviegsgofangen« ii^oldurftig l>«rge>vichdct werden.

Wegen Untreue hatte sich gestern der Reifend« ?I. Marx an« Grobcnlinden vor der Gießencr Straskammer zu veratitivortcii. ivar als Reisender siir deit Miihlenhefitzer dlmend in Großkarben tätig und hafte als solcher mrch Gelber für seinen dluftraggeber ein» zukajsicrcn. Dabei unterschlug Mark im Laufe eines Jahres etwa li(KX) Mark. Das Geld brachte er in Tamcngesellfchast durch, auch verlor er viel durch Rcnnivettelt. Das Gericht verurteilte ihn zu, einem Jahre Gefängnis,

Zusammenstoß. Gestern nachmittag stieß an der Gabelung des Neuen Weges und Neuen Baue ein Wagen de» Bäckers Forbach nift einem Straßenbahnwagen zusanunon. Tobet war das Pferds zu Fall gekommen, doch hat es lociter kein« Verletzungen davon» getragen und anch sonst ist kein Schaden entstan!deir,

Lcbensinllde, Am Donnerstag Nachmittag wurde ein älterer

Mann, Jörg, d-er bisher i«n Tiechenhause war, als Leiche am Elek, trrzitätSwerk ans der Lahn gezogen, ,

KreiS W«hkar.

!>. Kriegsopfer, Slach eirrer Zllsaniinenstellnng im Wevlarerl AnüSblatt lvilrde vomi 24. tftigust bis 3. September allein irr iniscreo' Ikernen Stadt Unterkunft sür über 2150 Verwundete gesucht. Ta-! von suhreir 500. ivcil nicht ftir Wetzlar bestiuunt, nach kurzeui Auseuk. halt ivcitcr. Welch ein ?.>tassenjamener spricht aus dieser Zahl!

X Krofdorf. Das Begräbnis des im Kriege gefallenen Genosse,:! P sc i ff c r, erfolgte am DoimerStag ?<achniftkag unter großer Be-' tcilignng der Einwohnerschuft von Krofdorf, 6!leiberg mrd auch von Launsbach waren viele erschienen. Wie ivir vorgestern bereits nikt- teiltcn, starb Pseifser sen Lazarett in Koblenz an den im Kmnpse des' 116. RegimonllS erhallenen Wunden. Er ist als erster von den aus. Krofdorf in d>as Feld Gezogenen gefallen.

<>. ?lus Burgsolms ivird berichtet, daß sich cm 63jähriger Älkanni als Freitvilligcr gemeldet habe und die Hoffnung aN'sgcsproeltcn^ daß! «r a>ugc'»'om>nien werden möge. Hoffentlich Mt» die Militärbehörde, nicht, sic ivird gvwiß ans Greise verzichte» könne», die einer Truppe eher hinderlich als von Nutzen sind, TaS solllen sich iibrigcuz solche-! allen Leute selber sagrne

Briefkasten.

K, Sch., Gießen. Daß die erste französische Fahne iit diesem

Kriege von einem Juden erobert wurde, ist im gestrigen Blatte be-, rcits erwähnt. Darüber kommt uns übrigens folgendes Gcdichtcheii ron M. Frank zu biesicht:

Die erste Fahne.

Und ivitzt Ihr, iver bei Lagardr in der Schlacht Tic erste Fahne hei»ngebracht?

Tie erste Fahne beim ersten Siege,

Tie erste Fahne im ganzen Kriege?

Der Jude Fische! Ist es geivesen,

So stand cs iit de,r Blättern zu lesen.

Groß richnvc» ivtll ich den Juden nicht.

Er ist ein Soldat und tat seine Pflicht;

Wie tausend Juden, llsiillivnen Christen,

Tie zu kämpfen ocrstchn, und zu sterben wüßten.

Er soll nicht Tichnraniben hier lesen Weil er ein Mann rmter Männern gewesen,

Toch imlnscht ich, daß jene läsen di« Ällär,

Tie feind den Inden seit altcrshcr,

Sie invmals neben siä> haben gelitten.

Ihm Tontschtnmi und Maunrsmnt abgestriften.

Von denen ivird mancher sich doch nun begncnienz Sich ganz, ganz heimlich ein wenig zu schämen.

Etandesamt Gietzen.

Geborene.

?lugust 23. Dem Schneidermeister Konrad Boß ein Sohn, Erwin Karl Friedrich. 25. Dem Gärtner Karl August Zeiher ein Sohn, Karl August, Dem Gärtner Adam Keibcl ein Sohn, Ernst ?lugust Wilhelm. 26. Tem Kaufmann Martin Silbcrmann ein Sohn, Manfred, Dem Tachdeckcrmeister Karl Georg Lapp eine Tochter, Gertrud, Den, Wirt Georg Emil Baum eine Tochter, Emilie Christine, 27. Tem Taglöhner Heinrich Schreiner ein Sohn, Ludwig, 28. Dem Obcrpostassistcnlen Heinrich Thraum eine Tochter, 30. Dem Schlosser Otto Stöhr ein Sohn, Ludwig Heinrich Otto. September 2. Dem Gcschäsisreisenbcn ?Irtur Kurt 'Apitzsch ein Sohn, Helmut Gustav Julius Wilhelm. Dem Privat- dozentcn und ?lss!slcnzarzt Tr. Wilhelm Otlo Stepp ein Sohn, Hans Karl Gustav Gottsricü dlivis.

Ausgebolc.

?lugust 20. Georg Schcmber, Schneider, mit Karolinc Klatt- haar, beide in Gießen, September 2. Gustav Wilhelm Stephan, Zigarrenhändler, mit Lina Christine Elisabethc Müller, beide in Gießen. 3. Wilhelm Rudolf Rüther, Dreher in Essen, mit Maria Elise Christine Steinbrecher in Eiicßen.

Eheschließungen.

dlugust 20, Wilhelm Weber, Sattler, in,d Tapezierer i» Bad Salzschlirf, mit Maria Keil in Eiießen,

Tecrbcsäsic.

August 28, Emilie Luise Marie Lina Lehrmuiid, 1 Jahr alt, Lilldcngassc 2. Katharine Emmel, geb. Will, 72 Jahre alt, Lichcr- straße 101!. 20. Ludwig Karl Emil Sundhcim, Kaufmann, 56 Jahre alt, Hofmannstr, 3. Friedrich Hock, 68 Jahre alt, Licher- straße 166, September 1 Franziska Zecher, 4 Monate alt, Mühlstraße 25, 2 . Elisabeth Fenster, 20 Jahre alt, Wctzstcin- gassc 13, 3. Kurt Neumann, Eisenbahn-Praktikant, 25 Jahre alt, Ebclstraße 23,

Städtischer Arbeitsnachweis Gies;en.

Es können eingestellt werden:

a) bei hiesigen Arbeitgebern:

2 Schmiede, 1 Sattler, 1 Bäcker, 1 Schuhmacher, 3 Schneider, 1 Weißbinder, 2 Hausburschen, 1 Verwalter, landwirtschaftliche ?lrbeiter und 1 Schweizer, 1 Chausfeur, 2 Wärterinnen.

Lehrlinge: 1 Älletzgerlchrling.

t>) bei auswärtigen Arbeitgebern:

1 Schmied, 2 Bäcker, 3 Dienstmädchen, landwirtschaftliche Ar­beiter und Knechte.

Es suchen Arbeit:

1 Steinmetz, 6 Schlosser, 1 Elektromonteur, 2 Mechaniker, 3 Polsterer und Tapezierer, 10 Schreiner, 1 Müller, 1 Bäcker, 3 :>>!aurer, 2 Zimmerer, 4 Weißbinder und Lackierer, 1 Ellaser, I Stukkateur, 2 Heizer, 5 Kaufleulc, Schreiber, landwirlschafilichc jlrbeiter und Knechte, Erdarbeiter, Taglöhner, Kellner, Haus­burschen, Putz-, Wasch- und Lansfrauen.

Städtischer Wohnungsnachweis Giehen.

Es sind zu vermieten:

1 Wohnung von 5 Zimmern und 2 Mansardcnzimmcr, 1 Woh­nung von 5 Zimmer, 1 Wohnung von 4 Zimmer, 1 Wohnung von