belgische Parlament bewog, die Theorie ocs bekannten Gene- rals B r i a l m o n t sich anzueigncn und die Kredite zu bewilligen für die Befestigungen des Maastals.
Der Artikelschreibcr berechnet, das; Deutschland unter den 'augenblicklichen Umständen zur Forcierung der Lütticher 'Befestigungen von ihrer Macht mindestens 125—130 000 Mann detachieren müßte, und dies ohne besondere Chancen auf Erfolg oder wenig st ens eines raschen Sieges! „Vergessen wir nicht, daß der Ein- dnngcnde, nachdem er die 35 000 Mann, welche die Position Lüttich verteidigen, üoerrannt hätte, sich noch durch unsere Feldarmee von mindestens 120 000 Mann schlagen müßte. Dies alles muß von den deutschen Strategen studiert worden fein. Sic wissen auch, daß Belgien fest entschlossen ist, sich energisch zu verteidigen, und daß es mit wunderbarer Festigkeit daran gearbeitet hat, im Augenblick der Gefahr bereit zu sein. Ein Hand st reich gegen Lüttich ist demnach nicht mehr mögli ch."
„Tont vn bien.“
Am Sonntag den 9. August hatte der Brüsseler Soir feinen Lesern nichts anderes mitzuteilen als: Am Samstag mittag verkündete eine offizielle Note: „Alles geht gut. Lüttich hält sich wacker!" Und das Blatt meint: Wenn die Nachrichten spärlich geworden sind, so hat das einfach den Grund, daß unsere Truppen „in Bewegung" getreten sind. Dabei wußte man am Freitag abend in ganz Deutschland, daß seit dem frühen Morgen die Festung Lüttich in deutschem Besitz sei. Und am selben Freitag drahtete der Präsident der französischen Republik an den König der Belgier «folgendes:
Paris, Freitag, 4.40 N. Ich freue mich, Eurer Majestät mittcilcn zu können, dah die Regierung der Republik soeben die tapfere Stadt Lüttich mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet hat. Die Regierung wünscht die mutigen Verteidiger des Platzes und die gesamte beigische Armee zu ehren, mit der verbündet die französische Armee seit heute srüh aus dem Schlachtfeld ihr Blut vergießt."
Und wieder am selben Freitag hat König Albert eine Proklamation erlassen, die in begeisterten Worten den belgischen Kriegern dankt und die zu neuen Taten aufruft und in der der König sagt:
„A l l c A n g r s f s e sind abgeschlagen worden. Keines unserer Forts ist gesalleu. Tic Festung Lüttich befindet sich noch in unserer Hand."
Deutschcnhcße i» Brüssel.
Nachdem in den letzten Tagen die schamlosesten Ausschreitungen gegen Deutsche vorgekoninien sind, hat der Bür- germeister von Brüssel, Mar, an die Bürgerschaft einen mahnenden Aufruf gerichtet. Er lautet: „Jede Verletzung des Eigentums deutscher Untertanen, jede Gewalttat gegen diese kann zum Vorwand schwerer Repressalien genommen werden. Belgische Bürger, die sich zu derartigen Handlungen hcrgeben, begehen ein wahrhaftes Verbrechen gegen das Vaterland. Also hat man sich jedes Angriffes gegen deutsche Untertanen zu enthalten, die der Spionage verdächtigt'oder überführt worden sind nnb die aus diesem Grunde verhaftet werden. Von größter Wichtigkeit ist cs, der Behörde die Züchtigung für derartige Verbrechen >zu überlassen."
Belgische vlrenel.
Der Kölnischen Zeitung wird geschrieben:
Um den Berichten sranzösischcr Blätter über Riederbrennnng belgischer Dörfer mit dcutschscinblicheu Ncbetibcmcrkungc» etwas zu entgegnen, bitte ich um gell. Ausnahme folgender Zeilen:
Zunächst: Es sind einzelne Dörfer ganz Niedergebra,,nt, in
einer Anzahl brennen einzelne Häuser. Aber nun die Gründe: Wenn man mit Abscheu gelesen hat von Verstümmelungen nsw. unserer braven Leute i» Süb'ivest, so wird wohl keinem der Gedanke gekommen sein, dass derartige Dinge auch in, zivilisierten Europa vorkomme,, könnten. Hier haben wir von seiten der belgische» Bevölkerung. von Männern, Frauen und halbwüchsigen Burschen an unsere» Truppen alles bas erlebt, was wir sonst nur in Regcr- usw. Kämpfen erlebt haben. Die belgische Zivilbevölkerung schient aus jedem Haus, aus jedem dichten Busch mit völlig blinden, Hast auf alles, was deutsch ist. Wir haben schon in den ersten Tagen eine Menge Verwnudctc und Tote durch die Zivilbevölkerung gehabt. Daran beteiligen sich Frauen ebenso wie Männer. Vor-
A fraj a.
Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 31
„Was das betrifft," erwiderte der Schreiber, „so ist die Sorge nicht groß. Herrn Marstrands Königsbricf ist unbeschränkt, er kann sich Land aussuchen so viel er will, Handels- stcllen anlegen, wo es ihm beliebt, natürlich ohne in das Eigentum anderer guten Leute zu greifen. Den Lappen auch wird dabei nichts verkürzt, denn was ihre Herden bedürfen, finden diese überall. Wald und fruchtbarer Boden ist den Umhertrcibern eben so wenig notwendig, wie cs Fischplätze und Brütplätze sind. Wenn Herr Marstrand mir morgen sagt, hier will ich mein Haus bauen, das Tal der Balself soll mein sein samt den anliegenden Gründen, so weit deren Wasser der Elf zuläuft, so steht ihm nichts entgegen. In zwei Wochen soll er die Bestätigung aus der Vogtci von Tromsö haben."
„Aber Klaus Hornemann und der Gouverneur von Trondhjeni?" entgegnete Olaf hartnäckig, „was werden die dazu sagen?" — „Es ist ein weiter Weg bis Trondhjem." lachte Paul. „Fünf Monate höchstens im Jahre können Befehle zu uns kommen, a>,s Kopenhagen nur einmal. In diesem Falle jedoch möchten der Gouvcrncur wie der klage- süchtige Priester nichts tun können, denn ein Königsbriek, der anerkannt und registriert ist, kann niemals angetastet werden."
Als die Hütte an der tiefen Bucht des Fjord erreicht war, entdeckten die Nahenden eine Anzahl großer Baumstämme, welche zum Teil von ihren Aesten befreit, zum Teil an den Seiten behauen an den Stellen lagen, wo die Axt sic gefällt hatte. Ein Dutzend rüstiger Männer kam nach und nach herbei und bewillkommnetc den unerwarteten Besuch mit groß«: Freude. Ein Boot, das am User lag, wurde sogleich mit Netz und Angeln ausgeschickt, um zu fischen, und während An- stalten getroffen wurden, die Gäste und Pferde unterzu-
gestern wurde einem Deutschen nachts Im Bett die Kehle durchschnitten, ein anderes Haus hatte die Rote Kreuz-Fahne aufgesteckt; mau legte fünf Mann hinein, cm anderen Morgen waren alle fünf erstochen. Gestern morgen sindet man in einem Dorse vor Verviers einen einzelnen Soldaten mit auf den Rücken gebundenen Händen und auc-gcstochcncn Augen. Von der vorgestern nach Lüttich ab- gegangencn Autokolonne hält ein Wagen in einem Dorse, eine junge Frau tritt an den Chauffeur heran, hält Ihm ganz plötzlich einen Revolver an den Kops und schicstt ihn über den Haufen. Natürlich ist die sofortige Erschießung die Folge, aber weder dies noch die Brandlegung der Häuser schreckt das Volk. Von meinen Verwundeten hatten einzelne mir zunächst unerklärliche Schüsse, z. B. Etn- schust dicht neben dem After, Ausschus; im Rücken ans dem Kreuzbein. Es stellt stch folgendes heraus: Eine Bagagekolonne, deren Führer der Unteroffizier war, wird nachts von Doisbemohnern beschossen, die Begleitmannschaft kriecht unter die Wagen, um zwischen den Rädern bnrchzufcuern, der Untcrossizier sühlt plötzlich, dast ihn etwas gegen das Gcsäst stöstt. sofort kracht aber auch der Schust, der ihn nlcdcrlcgtc. Zwei meiner Verwundeten haben Schrotschlisie in je einem Auge, eine schwere Handvcrlctzung ist erfolgt dadurch, dast beim Vorbeimarsch der Truppe an einer Hecke in der Dämmerung sich plötzlich eine Hand aus der Hecke streckt, den Mann an- schicstt ans so naher Entfernung, dast aus der Haut noch alles voller Pulverkörncr sitzt. Einem anderen wird in der Dunkelheit durch einen Tchrotschust aus allernächster Nähe der rechte Arm so zersetzt, dast er hier sofort abgenommcn werden musste. In Gcmmenich, eine Stunde zu Fuß von Aachen entfernt, hat am Mittwochabend die Bevölkerung in grostcm Maststabe eine Antomobilsanitäts- kolonne angchalten, aus allen Häusern beschossen: die Beglcitmann- schast lHusarcn) war zu schwach, konnte aber doch noch drei der Täter fassen, füsilieren und das Haus, aus dem die meisten Schütze sielen, einäschern. Das rote Kreuz a» Arm und Wagen schützt »nS Acrztc gar nicht. Fn mehreren Gefechten haben wir cs erleben müssen, dast Verwundete, die aus der Feuerlinie getragen waren, andere, die auf Wagen zum Rescrvelazarett fuhren, einfach von der herbeigeeiltcn Bevölkerung der nächsten Dörfer abgcschossen und ab- gcschlachtct wurden. Bei den Arbeiten zur Freilegung eines gc- sperrtcti Tunnels kamen aus deutscher Seite eine Anzahl schwerer Verletzungen vor. Die hcrbcigeciltcn Weiber haben nach unseren auf der Böschung liegenden schwer verwuttdctcn Leuten mit Steinen geworfen, sic ausgclocht. Ein Herr aus Aachen fährt mit Kraftwagen und Militärchauffcur durch einen belgischen Grenzort, Gcmmenich: hinter dem Ort hält der Wagen, der Herr steigt auS, geht einige Schritte abieits zur Verrichtung eines Bedürfnisses, cs fällt ein Schust aus einer Hecke, der Mann sinkt tot hintenüber. Das also ist der Kampf des zivilisierten belgischen Volkes. Ta soll einem nicht das Blut in den Ader» koche», einem nicht die Wut die llebcrlcgung rauben und da wundern sich die Belgier, wenn wir gegen Zivilbevölkerung, die auch nur im Verdacht der Täterschaft steht, rücksichtslos Vorgehen. Das Herz geht einem auf, und civü Germaniens sum ist ein stolzes Wort geworden, wenn man die Haltung unseres herrlichen Heeres sicht, aber cs blutet auch desto mehr, wenn unsere armen Juiigcns verbluten müssen unter der Tchrotspriyc eines Bauers oder dem Küchenmcsser einer fanatischen Belgierin. Da soll es einem übelgenommen weLden, wenn man die Dörfer, in dem unsere Leute solche» Angrissen ausgcsetzt sind, vom Erdboden vertilgt?! Ich übernehme sttr meine Angaben jede Bürgschaft.
Daö Kewcrkichastsstaiis als Feldlazarett.
Die Lokalkommission in Breslau hat das neue Gc- wcrrschaftshans, da cs infolge des verschärften Bclagcrungs- zustandes in den Grenzprovinzen seinen Zweck als Vereins- Hans nur noch in sehr beschränktem Maße dienen kann, dem Generalkommando als Krankenhaus angeboten. Das Angebot wurde mit beiden Händen angenommen und den Vorsitzenden der besondere Dank ausgesprochen. Das Gewerkschaftshaus wird in seinen zwei Sälen mit Gallerten 2 7 0 Krankenbetten erhalten, dazu Bäder, Operationssaal, Krankenwärter- und Aerztezimmer. Die Verpflegung erfolgt durch die Küche des Gcwerkschastshauses, das sich nach der Aussage des Generalobcrarztes für seinen neuen, hosfent- lich schnell vorübergehenden Zweck außerordentlich gut eignet. Bald wird eine weiße Fahne mit rotem Kreuz unserem Haust einen gewissen Schuh gewähren, bisher war darüber der Militärbopkott verhängt. Der Wirtschaftsbctrieb wird getrennt weitergcführt.
So;ialdcrnr??ratclk als Tchtthleritc. >
Mitglieder des Sozialdemokratischen Vereins für B r e s l a u - S t a d t, die im Militärverhältnis Landwehr- Unteroffiziere sind, befinden sich unter den 300 Hilfsschutz- lcuten, die zurzeit die Sicherheit und Ordnung der Stadt Breslau (!) behüten helfen. Einige von ihnen haben das Postcnstehen als Streikposten beim Ausstand der Linkc-Hof- mann-Werke geübt.
bringen, die Körbe ausznpackcn und ein Abendessen zu bereiten, hörte Marstrand die Erzählungen der Arbeiter, welche seit Wochen hier beschäftigt waren.
Alle waren zufrieden mit ihren Erfolgen. Der Fjord hatte reichlich Fische geliefert, niemand hatte sie gestört und weder Lappe noch Normann war von ihnen gesehen worden. Ein einziges Mal war ein Bär während einer Nacht an ihrer Hütte gewesen, der sich aoer in die Wälder der Balself zurückgezogen hatte, als Lärm entstanden war, und von diesen Wäldern, ihren mächtigen Bäumen und verwachsenen Gründen erfolgten Schilderungen, zu denen Hclgestad zufrieden lachte.
„Nutz!" sagte er, „denke, sehen morgen selbst, was Gottes Allmacht hier geschaffen hat; kalkuliere, kommen zu einem guten Schluß. Jetzt tragt auf, was ihr habt, laßt uns essen und den Körper ausruhen, denn ein müder Leib hat keinen Raum für einen wachen Geist."
Nach einem langen und gesegneten Mahle und manchem herzhaften Trunk folgte ein Schlaf, welcher den Anstrengungen des Tages gemäß war. Marstrand mochte der einzige unter allen sein, der noch wachte, als ein heftiges Schnauben der Pjcrde, die in einer Seitenabteilung der Hütte untergebracht waren, ihn. völlig ermunterte. Er richtete sich auf seinem Lager empor und stützte den Kops auf den Arm. Ter Mond war am Himmel aufgcgangcn und warf durch Ritzen und Spalten im Dach und in der Tür sein helles Licht herein. Ein Strahl dieses feine nbläulichen Lichtes beleuchtete die Bretterwand von halber Mannshöhe, hinter welcher die Tiere standen. War es nun Täuschung oder Wirklichkeit, der er- ichrockene Lauscher glaubte ein Gesicht zu erkennen, das über die Schälung fortsah und die Schläfer bewegungslos und stier betrachtete. Langes Haar fiel über seine Stirn, Runzeln und Falten machten das schreckliche Nachtgespenst medusenartiz. und einige Minuten lang schien es einen erstarrenden Zauber auch auf Marstrand auszuüben, der unfähig war, sich zu regen. Es kam ihm vor, als hefteten stF ein paar glühende Augen auf ihn, die wie die/Augen eines Raubtieres funkelten^
Eine vorübergehende Beschlagnahme.
Am Mittwoch erschien ein Poli-eskvmnüssar mit einer Anza Schntzleutc in der Expedition der Licgnitzer Vo-lkszeitnug, eine Kopjblatt der Volks,»acht i» Breslau, beschlagnahmte <mt>nii>lttar,st !chc Biojchürcn und die VolkSzcitimg vom vorhergehenden Tag Auch kündigte er die Beschlagnahme dcr lolgendcn Nummern dc Blattes an, zu welchem Behuf- cr sich mich Tags darauf efnfatii Auf di« sofortige Besü/iverde hin wurde die Maßnahme anfgchobc und der Bürgermeister feilte den. Genossen Poh n er mit, dast siös der Kommissar — der eine Auwei ging der Regierung falsch ver | standen hatte — b c i ihm wegen des Mißgriffs zu cnt«s schuldigen habe!
Bcrsandvetbot (Kfleu das Bremer Parteiblatt.
Der Versand unseres Bremer Parteiorgans, der Bremer Bürgerzeitung. durch die Post ist durch Versügung des Generalkommandos des 9. Armeekorps verboten worden. Da in Bremen nur die Bremer Bürgerzeitung von dieser Maßnahme betroffen worden ist, wird Beschwerde erhoben werden.
Aiifgehobenes Zcitungsvrrbot.
Der Kommaiidicren.de General von Mackensen hat das Wtedcr- erscheinen der von ihm bereits verbotenen Danzigcr Zeitungen g:- stattek, darunter auch der sozialdemokratischen Volkswacht. Auch den polnischen Zeitungen ist das Erscheinen wieder gestattet worden, jedoch nur in deutscher Sprach«.
Die Krieoefrciwilligc,,.
Es haben sich bis jetzt der Vvssischcn Zeitung zufolge iin Dcurschcn Reiche insgesamt 13 00000 Kriegsfreiwillige gemeldet. Bei dem Roten Kreuz sind bis jetzt 32 000 Meldungen für die Dirnstlcistung der freiwilligen Krankenpflege cingcgangcn.
Ueberaus viele Freiwillig« und Kriegsfreiwillige treffen in den Standorten der Kaiserlichen Marine «in. ohne daß ihre A » n a h n, e m ö g l i ch w i r d. Es wird daher denjenigen Personen, die keinen Einberufungsbefehl oder kein« Kricgsordrc haben, düngend ab geraten, nach den Marinegarnisonen zu reisen in dcr Annahme, dort eingestellt zu werden. Der Bedarf ist aiigen- blickiich gedeckt. Für etwaig« spätere Einstellungen kommen in erster Linie Freiwillige in Betracht, das heißt solche Leute, die beabsichtigen, ihrer aktiven Dienstpflicht ohne Unterbrechung zu genügen. Es handelt sich hierbei um die Leute, die 1914 noch nicht 20 Fahre alt geworden sind oder noch nicht 20 Fahre alt werden, oder um zurück- gestellte Militärpflichtige (einschließlich der zum einsährig-frel- willigcn Dienst Berechtigten), welche eine Ausforderiing zur Gestellung bei dcr Musterung noch nicht erhalten haben. Diesen Lciiten steht die Meldung bei einem Marineteil schon setzt frei. Sic haben aber ihre E i n b e r u s u n g a b z n w a r t e n. Der Meldung ist beiznsügcn: 1. ein polizeiliches Führungszeugnis und 2. die Ein- ii'illigiing des gesetzlichen Vertreters (des Vaters oder Vormundes). Aussicht ans Einstellung Kriegsfreiwilliger besteht vorläufig nur für frühere Offizier«, Dcckvffizierc, für Geschützführer, See- telegraphistcn, Funkentelegraphisten, Rohrmeister, Signaipersonal und andere Spezialisten. Zur Erläuterung dos Begriffs „K ricgs- freiwillige" sei folgendes bemerkt:
Kriegsfreiwillige sind solche Leute, die sllr die Dauer des Krieges eingestellt werden. Es hantelt sich hierbei: 1. um solche Leute, bi« dem Landsturin angchörrn, sofern dieser noch nicht aus- gcruscn ist, also auch um Leute, die 1914 noch nicht zwanzig Jahre alt geworden sind oder noch nicht zwanzig Fahre ali werden: 2. um solche Leute, die auS allen Mil'itärvcrhältnisien airsgeschieden sind lGanzinvalide und Ailsgennisterte), die keinerlei Verpflichtungen zum Dienst im Heere lMarine) und dem Landsturin mehr haben. Gesuche »m etwaige Veriicksichtigiing als Kriegsfreiwilliger sind an die Marincteilc zu richten. Bescheide sind alsdann abzuwartcn. Den Gesuchen sind beiznfiigen: Ausziige aus den Militärpapieren lLandsturuipapiere, BercchtigungSIckeinc nsw.), 2. polizeiliches Führungszeugnis, 0. erforderlichenfalls Ve Einwilligung des gesetzlichen Vertreters (Vaters oder Vormundes).
Das Hotel als Kricgslcizurett.
Ter Inhaber des Palasthotels Franz Desinger auf dem Semmering stellte sein Hotel zur unentgeltlichen Verpflegung verwundeter Offiziere dem Kriegsministerium zur Verfügung, während er sich selbst mit dem ganzen Personal zum Kriegsdienst meldete.
Die freiwillige Krankenpflege,
Dcr Herzog von Trachenderg, Fürst zu Hatzfeldt, der bekimnw frühere Rcichstagsabgeordiicte und ehemalige OberprAsidriit.von Schlesien, ist zum stellvertretenden Militärinspektor dcr freiwilligen Krankrnpflege ernannt worden: der Inspekteur, der Fürst z» Toims- Barulh, wird mit dem Hauptquartier gehen. Fürst Hatzfeldt, dcr die freiwillige Krankenpflege in dcr Heimat leiten wird, verösscnt- licht eine Bekanntmachung, daß außer den hercits durch das Kriegs- mlnisterium zur Unterstützung des Kriegssauitätsdienstcs «gelassenen Organisationen sich eine weitere Zulassung von Vereinigungen als solchen zur Zeit nicht ermöglichen lasse. Alle Epzel» Personen, die sich in den Dienst der sreiwilligcn Krankenpflege sitUen ivollcn und hierfür geeignet befunden werden, sollen ohne
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ehe er jedoch den Schrecken abschüttcln konnte, hatte der sort- gesctztc Lärm der Pferde ein paar andere Männer getreckt, welche sogleich aufsprangen und die Ueberzeugung S»s- sprachen, daß ein Wolf oder Bär in der Nähe sein müsse. Mehrere griffen zu ihren Waffen und untersuchten die Um- gcbnng, andere beruhigten die Pferde; nach einiger Zeit, als man nichts entdeckt hatte, kehrte die Ruhe zurück, und endlich schlief auch Marstrand ein, der sich hütete zu sagen, ivaü er gesehen haben wollte, da man ihm schwerlich geglaubt hijben würde.
Morgen war die nächtliche Störung Gegenstand der Frühstücksunterhaltung. Es war ausgemacht, daß in den Wäldern an der Balself mancherlei starke Räuber ihre Schlupfwinkel hatten, und obwohl Bären nicht wie Häsen umherlaufen, und mancher in einem Lande, wo sie eben rächt selten sind, leben und sterbcic kann, ohne je einen geschert zu haben, so hörie dcr Junker doch jetzt viele schreckliche ß)e- ichichten von Jagden und Abenteuern, die zuweilen einen verzweifelten Ausgang genommen hatten. Ter graubraune Bär, welcher in diesem hohen Norden lebt, gehört zu dcr stärkstcn und gefährlichsten Art. Paul Petcrscn erzählte, wie ein solches Ungeheuer mit Leichtigkeit über alle Meeres- arme schwimmt und darum zuweilen unerwartet selbst auf dcr äußersten Insel erscheint, wo cs Kühe und Pferde tötet und oft unglaubliche Stärke und Kühnheit beweist. Die Fischer und Ansiedler, Kolonisten und Quäner besaßen aber damals eben so wenig wie jetzt Feucrgewehre im Hause. Ganz unähnlich den jagdlustigen norwegischen Bauern im Süden, die sich selbst ihre Büchsen schmieden, wie ihre Väter sich einst ihre Schwerter geschmiedet haben, verstanden sic nur >hre Netze zu flicken. Die Gaardbcsitzer allein hielten Gewehre, und unter ihnen fanden sich einzelne jllnga Männer, die, wie Björnarne oder Olaf, gut damit umzugehen wußte» und gelegentlich wohl auch einen Jagdzug auf wilde Neun tierc oder Raubtiere unternahmen.
' (Fortsetzung folgt.)


