127
aus, meinem Manne ist auf dem Heimwege etwas zu- gestoßen. Ihr beide müßt ihn suchen gehen. Nehmt euch eine Slallaterne und geht nach Mörsfeld. Dort fragt ihr beim Wirt Feiler, wo mein Mann geblieben ist!"
Karl bezeugte wenig Lust zu diesem Gang. Er machte allerhand Uusflüchte: „Uch, der Herr Kommt schon von selbst, der ist Kein Kleines Kind mehr."
„Uugenblicklich geht ihr beide fort und tut, was ich euch gesagt habe!" sagte die Frau in entschiedenem Tone.
„Uber meine Schuhe sind nicht geschmiert", wendete Karl ein.
„Dann ziehst du sie ungeschmiert an", lautete die Untwort.
(Es dauerte eine weile, bis Kail fertig war; ich zündete unterdessen die Laterne an, nahm einen tüchtigen Stock zur Hand, dann gingen wir beide weg.
Unwillkürlich fiel der Schnee nieder, als wir die steile Dorfgasse hinanschritten und an der Kirche vorüber auf die Landstraße kamen. (Es war finster, da der Mond durch die Schneewolken verdeckt wurde. Ich trug die Laterne, Karl kam schleppenden Ganges einige Schritte hinter mir her und schimpfte gewaltig über den Uuftrag, der uns noch so spät geworden war.
„Ich bin so müde wie ein Hund," sagte er, „und soll jetzt noch über Land gehen bei einem Wetter, bei dem man keinen Hund mehr auf die Straße jagt. Der Hinkel hätte auch zu rechter Zeit heimgehen können." (Fortsetzung folgt.)
Kleine Mitteilungen.
Theologenzunahme. Die Zahl der Studenten der evangelischen Theologie hat in Deutschland mehrfach stark geschwankt, von 1502 im Winter 1876/77 stieg sie auf 4793 im Sommer 1888; seitdem sank sie beständig bis auf 2035 im Winter 1903/04, und das Undauern einer geringen Zahl ließ hier und da einen schlimmen INangel an Pfarrern befürchten. Seit Dstern 1912 ist aber das vorher langsame — Unsteigen der Zahl in ein rasches Wachstum übergegangen; stieg sie im Sommer 1912 erstmalig wieder über 3000 (auf 3340, gegen 2811 im Sommer vorher), im Sommer 1913 auf 3842 und hat sich auch im vergangenen Winter vermehrt, wenn auch naturgemäß nicht so beträchtlich, da die Hauptverschiebungen immer zu (Ostern eintreten. Die Gesamtzahl betrug im Winter 1913/14 3949,' auf die einzelnen Universitäten verteilen sie sich wie folgt: Berlin 670, Leipzig 518, Halle 443, Tübingen 360, Mar- bürg 246, Erlangen 238, Göttingen 223, Breslau 167, Heidelberg 166, Königsberg 162, Bonn 138, Greifswald 136, Jena 126, Straßburg 101, Gießen 90, Kiel 77, Uostock 44. Die Eröffnung einer neuen evangelisch-theologischen Fakultät in Münster, die bekanntlich im herbst dieses Jahres erfolgen soll, ist angesichts dieser Sachlage doppelt berechtigt.
Der Vorstand des „Verbandes der Studentinnenoereine Deutschlands" hatte sich an den Magistrat der Stadt Stettin mit dem Gesuch gewandt, von der Umwandlung der Stettiner (Mädchen) Studienanstalt in ein Gberlnzeum abzusehen. Das Schriftstück kam indes mit folgender Randbemerkung zurück: „Urschrift zurückgereicht.
wir glauben, daß Studierende besseres zu tun haben, als sich in die Schulpolitik zu mischen, wir bedürfen des Rates junger Mädchen nicht.
Der Magistrat. I. R.: Hahne."
Ihren Schmerz über diese Zurechtweisung haben die jungen Damen an der Brust des „vorwärts" ausgeweint. Das ganze Vorkommnis ist charakteristisch für unsere Zeit. Jeder, auch der unreifste, will mitregieren, will über andere bestimmen und sie in ihrer persönlichen Freiheit einschränken, sich selbst dagegen den anderen nicht unterordnen. Wann wird die unselige Petitionswut in Deutschland aufhören?
Worte znm Nachdenken.
wir wollen es uns selbst recht sagen, daß in der Kraft des Glaubens und der Liebe kein Leiden ist, welches nicht ertragen werden könnte, welches nicht zur (Ehre Gottes, zum wohle der Menschen und uns selbst dergestalt zum ewigen Tröste gereichen könnte, daß wir es im Himmel als ein großes Vorrecht betrachten werden, viel gelitten zu haben unter dem Kreuze Jesu.
halt fest an Gott,
Sei treu im Glauben,
Laß nichts den starken Trost dir rauben:
Gott ist getreu!
Bleiben in Thristo heißt: in eine innige, ununterbrochene Lebensverbindung mit ihm treten, mit ihm so eng verbunden sein, daß er in und durch uns Früchte Hervorbringen kann zur Erquickung der Menschen und zur Ehre des Vaters.
In Gottes Kraft fürchte dich nicht, mit den Feinden deiner Seele in Kampf zu geraten,' in Gottes Kraft wirst und mußt du siegen. Uur traue nicht deiner Kraft und kämpfe nicht sicher, sondern unermüdlich. Joh. Gerhard.
Das liebe Gebet ist eine starke Mauer und wall der Kirche, auch die beste Waffe der Gläubigen und Gottseligen.
Dr. M. Luther.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 26. Rpril, Misericordias Domini. Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
vormittags 9V? Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.
In der Zohanneskirche.
vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Uusfeld. vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeind«. Pfarrer R u s f e l d. vom nächstkünfligen Sonntag, den 3. Mai, an, nehmen die Frühgottesdienste um 8 Uhr und in Verbindung damit die Ehristenlehre für die Neukonfirmierten ihren Unfang, und zwar am 3. Mai für die Markus- und Johannesgemeinde und am >0. Mai für die Matthäus- und Lukasgemeinde. Die Eltern und Ungehörigen der Kinder werden gebeten, diese dazu anzuhalten, und die Lehrherren und Diensther/chaften, ihnen die Zeit dazu freizugeben.
Das 9ehsimivüs
alle Hautunreinigkeiten und Hautauseotaläge,
wie Mitesser, Firmen, Blütchen, Hautrötc, Pickel, Pusteln usw. zu vertreiben, besteht in täglichen Waschungen mit der echten
* fiortaox \ pforfl - TeerschroefeL-
von Bergmann L Co., Radebeul, d Stück 50 Pfg Überall erhältlich.


