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Unterdessen gingen die Feldarbeiten ihren gewohnten Dang. Die Ernte wurde glücklich eingebracht, das Grummet gemäht, dann ging es so um den INichelstag herum an das pflügen und an die Uussaat der Winterfrucht. Eigentlich hatte ich noch nicht beim pflügen oder, wie man in meiner Heimat und weit über diese hinaus sagt, beim Aackern mitgeholfen, aber ich bat Herrn Hinkel darum, daß er mir den Pflug anvertraute, und siehe da, meine Furchen waren ebenso gerade wie die des Karl. Ich wurde bei dieser Ur- bcit freilich sehr müde. Kücken und Urme taten mir abends sehr weh von dem Hallen und Lenken des Pfluges, und die Füße, die den ganzen Tag in der tiefen Furche gegangen waren und die festen Erdschollen niedergetreten hatten, hatten auch ihr Teil abgekriegt.
Allmählich war es Herbst im Lande geworden. Die Tage waren kürzer geworden, frühmorgens, wenn wir ausstanden, war es empfindlich kühl, und der weiße Uebel hüllte das Land ein. In dieser Zeit saß ich an einem Sonntag nachmittag einmal allein in meinem Kämmerchen, um einen Brief an meine Eltern zu schreiben. Leim Schreiben flogen meine Gedanken heimwärts nach Kuppertsecken. Zug für Zug malte ich mir aus, wie es jetzt dort wohl aussehe. Ich sah den Vater rauchend am Fenster sitzen und auf die Straße hinaus- schauen, ich sah die Ulutter, wie sie an dem großen Tische in der Libel las. Ich sah das Dorf im Sonntagsfrieden, hörte den Kuf der spielenden Kinder von den Gassen und fühlte, wie der laue Wind über den Schloßberg strich. Im Geiste ging ich die enge, steile Gasse zu diesem Lerge hinauf, um von ihm Kundschau über das umliegende Lergland zu halten, plötzlich verspürte ich große Sehnsucht nach der Heimat, meine Tränen - fielen auf den Lriefbogen nieder, er war das Heimweh, das mich zum erstenmal mit ganzer Macht gepackt hatte.
Während mir die Uugen noch feucht waren, blickte ich nach der Wand und sah dort meine Trompete, die ich von Kuppertsecken mitgenommen hatte, hängen, va überkam mich in meiner großen Traurigkeit eine stille Freude. Ich nahm das Instrument, das ich feit meinem Weggang von der Heimat nicht mehr in der Hand gehabt hatte, von der Wand und fing an zu blasen. Zuerst kamen die Töne etwas unsicher heraus, dann drangen sie rein und in regelmäßigen Intervallen heraus aus meiner Kammer. Ich blies: ,,Im schönsten Wiesengrunde", ,,Km Lrunnen vor dem Tore", ,,In der Heimat ist es schön" und „Nun ade, du mein lieb Heimatland". Indem ich diese Melodien und den schönen Inhalt der Volkslieder an mir vorüberziehen ließ, verflog mein Heimweh, und die Musik wurde zu meiner Trösterin. Hatte ich seither geblasen, ohne recht zu wissen, warum, so gewann ich jetzt eine rechte Liebe zu dieser edlen Kunst. Die« Liebe habe ich behalten bis auf diesen Tag.
fFortsetzung folgt.)
Kleine Mitteilungen.
In der heutigen Kummer kommt der Schluß der „Griechischen Erinnerungen" des Herrn Geh. Dberkonsistorial- rates D. petersen zum Kbdruck. Unsere Leser haben diese Urtikelserie mit großem Interesse verfolgt, sie sind hier in eine ganz fremde und eigentümliche Welt hineingeführt worden, haben Kunde von einem Volke bekommen, das durch feine Geschichte und seine Kultur für die ganze Welt bedeutend ist. Die von dem Herrn Verfasser mitgeteilten, neugriechischen Gedichte beweisen durch ihren Lilderreichtum, ihre Phantasie und ihren ergreifenden Inhalt, daß die heutigen Griechen ihrer großen, dichterischen Vergangenheit nicht
unwert sind. Wie kein zweiter, so ist der Herr Verfasser in der Lage gewesen, uns diese neugriechische Volkskunde zu geben; denn er war als Hofprediger des Königs der Hellenen 15 Jahre lang (1876—1891) in Griechenland und hat in innigem Zusammenhänge mit dem dortigen Volksleben gestanden.
von Herrn Geh. Gberkonsistorialrat D. petersen liegen uns nun weitere Schilderungen de; neugriechischen Lebens unter dem Titel „Griechische Keisen und Sommerfrischen" vor. Wir werden diese interessanten Darstellungen gleich nach Dstern veröffentlichen.
kirchliche Anzeigen.
1. Gsterfeiertag, den 12. Kpril.
Kollekte für die Kirchenkasse.
Gottesdienst.
In der Stadtlirche. vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags I I Uhr: Kinderkirche für Ulatthäus- und lUar- kusgemeinde gemeinsam. Pfarrer Schwabe.
Ubends 6 Uhr: pfarrassistent Hoffmann.
In der Johanneslirche. vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Lechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Lechtolsheimer.
Ubends 6 Uhr: Pfarrer Uusfeld.
Leichte für die Konfirmanden aus der Johannesgemeinde und deren Ungehörigen.
2. Gsterfeiertag, den 15. Upril.
In der Stadtlirche.
Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer E>. Schlosser. Uachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Ularkus- und lUilitärgemeinde. Pfarrer Schwabe.
Ubends 8 Uhr: Schlußfeier der beiden Konfirmandenvereinigungen der Ulatthäusgemeinde.
Uächstkllnftigen Sonntag, Guasimodogeniti, den 19. Upril, findet im Hauptgottesdienst die Konfirmation der Kinder aus der Ularkus- und lUilitärgemeinde statt, in Verbindung damit Feier des heil. Ubendmahls. Die Beichte dazu wird am Samstag, den 18. Upril, nachmittags 2 Uhr, gehalten.
In der Johanneslirche.
vormittags 9>/r Uhr: Pfarrer Uusfeld.
Konfirmation der Kinder aus der Johannesgemeinde. Feier des heil. Ubendmahls.
Uachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Lechtolsheimer.
Ubends 6 Uhr: Pfarrer Udolph.
In der alten Friedhofstapelle.
Uachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Uusfeld.
Uächstkünftigen Sonntag, Guasimodogeniti, den 19. Upril, findet im Hauptgottesdienst die Konfirmation der Kinder aus der Lukasgemeinde statt, in Verbindung damit Feier des heil. Ubendmahls. Die Leichte dazu wird Samstag, den 18. Upril, nachmittags 2 Uhr, gehalten.
9Gouul‘
rote/
sowie alle Arten von Hautunreinig* keiten,Hautausschlägen,wie Blütchen, Mitesser, Finnen, Pickeln, Pusteln etc. verschw.durch tägl.Gebrauch d.echten
Aeckenpferö ■ Teers chroefelfeife
pig
, Radebeul.
:: Ueberall zu haben.


