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„Ad;, dein Vater weiß nichts," sagte ein anderer, „wie kann es jetzt Krieg geben, morgen sangen die Leute an Korn zu schneiden."
Nur schüchtern, weil die anderen alle viel größer waren als ich, wagte ich zu sagen: „Wir wollen einmal abwarten, ob der Herr Pfarrer in der Kirche etwas davon sagt."
Oa lachten die großen Jungen laut heraus, und einer sagte: „Was der Nuppertsecker Peter sich für Bilöer macht, der Pfarrer sagt doch nichts vom Kriege, der sagt nur das, was in der Bibel steht, und wenn er fertig ist, sagt er Amen."
So war es auch. Pfarrer Weber predigte — das habe ich nach so langer Zeit noch genau behalten — von der Speisung der 4000 in der Wüste und sagte kein Wort von den Händeln der Welt. Als ich nach Hause ging, hatte ich schon längst vergessen, was der Junge aus Marienthal gesagt hatte.
Wie ich heimwärts den verg hinauf stürmte, sah ich gleich am Eingang von Nuppertsecken einen Trupp Männer stehen, die alle in ziemlicher Erregung zu sein schienen. Mein Vater, der diesmal aus einem mir unbekannten Grunde die Kirche nicht besucht hatte, war dabei. Inmitten der Männer stand der kleine Handelsmann Nathan Silberschmidt aus Nockenhausen, der oft in Geschäften nach Nuppertsecken kam, und ich hörte ihn sagen: „Ihr könnt euch darauf verlassen, in acht Tagen haben wir Krieg mit den Franzosen. Gestern abend ist eine Depesche von Kaiserslautern gekommen, in der steht, daß der Kaiser Napoleon mit seinen Truppen schon unterwegs sei. Ihr Männer, bringt eure Ernte nach Hause, man weiß nicht, wie es in drei Wochen bei uns aussieht."
Die Altpeter-Lene kam herbeigestllrzt und sagte: „Das habe ich schon lange gewußt, vor einem Vierteljahr habe ich geträumt, daß viele Soldaten an meinem Häuschen vorbeigeritten seien, da habe ich mir gleich gesagt: das hat etwas zu bedeuten."
Nathan Silberschmidt erwiderte: „vielleicht wird für euch Nauersleute die Sache nicht so schlimm, euer Grt liegt auf dem Ncrge und abseits von einer Heerstraße, so leicht kommt fremdes Volk nicht hierher, aber uns Handelsleuten kann es schlecht gehen. Ich habe mein bißchen Geld in Speyer auf einer Dank stehen. Kommen die Franzosen in das Land, so ist es verloren."
Die Männer gingen in schweren Gedanken auseinander, und ich rannte mit der Neuigkeit nach Hause. Meine Mutter stand gerade in der Küche und brach Neiser, um das herdfeuer zu schüren, da sagte ich zu ihr: „Mutter, es gibt Krieg, der Nathan Silberschmidt von Nockenhausen hat es eben im Drte erzählt."
Auf mich hatte die Nachricht, daß es Krieg gäbe, so gewirkt, als wenn mir einer gesagt habe, in der nächsten Woche würden Kunstreiter nach Nuppertsecken kommen und Vorstellungen geben. Krieg, das schien mir etwas Interessantes, Nnlerhaltendes zu sein. So ganz im geheimen dachte ich auch, daß ich keine Aehren zu lesen brauche, wenn Soldaten in unser Dorf kommen würden. Auf meine Mutter jedoch machte meine Mitteilung einen ganz anderen Eindruck. Ich sah, wie sie blaß wurde und die Neiser, die sie in der Hand hielt, fallen ließ. Dann sagte sie: „Gott sei Dank, daß unser Georg nicht mehr bei den Soldaten ist, sonst müßte er auch mit in den Krieg."
Mein Vater, der gerade herzukam, als die Mutter das sagte, erwiderte kein Wort, aber es schien mir, daß seine Züge sehr ernst seien. Georg war, da er am Tage zuvor Ueberstunden hatte machen müssen, an diesem Sonntage nicht zu Hause. (Fortsetzung folgt.)
Worte zum Nachdenken.
Wo du mirs, Herr, befiehlst, da will ich stehen,
Wo du mich scheiden heißt, da will ich gehen,'
Und wo ich dienen soll, da will ich; üben,
Und wo ich lieben soll, da hilf mir lieben!
Sollen wir nicht als Gottes Kinder die Gewißheit in der Seele tragen, daß täglich, stündlich, stets, in allem und überall, die Weisheit und Güte Gottes uns führt?
Wozu brauchen wir Geduld?
Zum freundlichen, friedlichen Verkehr mit allen Menschen, zum Ausharren im Leiden und zum gläubigen Warten auf den Tag des Herrn. Sie wurzelt im Glauben, sie wächst in der Liebe, sie bewährt sich in der Demut.
kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den I I. Januar, l. nach Epiphanias. Landesmissionsfest.
Kollekte für die Heidenmission.
Gottesdienst.
In der Stadtkirche. vormittags M /2 Uhr: Pfarrer Schwabe, vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Abends 5 Uhr: Pfarrer Adolph.
Montag, den 12 . Januar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Matthäusgemeinde.
Donnerstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr: Nibelstunde im Markussaal (Brief des Apostels Jakobus). Pfarrer Schwabe.
In der Johanneslirche.
vormittags 9V-Uhr: Pfarrer Ausfeld.
vormittags l l Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde.
Pfarrer Ausfeld.
Abends 5 Uhr: Pfarrer Nechtolsheimer.
Abends 8 Uhr: Versammlung und vibelbesprechung im Johannessaal.
Mittwoch, den 14. Januar, abends 8 Uhr: Dibelstunde im Johannessaal. Pfarrer Ausfeld.
Freitag, den 16. Januar, abends >,26 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukas- und Johannesgemeinde.
„Wartburg", christlicher Jünglings- und Männer-Derein.
Dienstag, abends 8Vs Uhr, Nibelstunde,
Mittwoch, abends 8 Uhr, Turnstunde,
Donnerstag, abends 8 Uhr, Unterhaltungsabend, Sonntag, abends 8 Uhr, Vortragsabend.
Die Versammlungen finden teils in dem Gemeindehaus, Kirchstraße 9, teils in dem neuen „Wartburg-Heim", viez- straße 15, statt,' Gäste, besonders auch die Neukonfirmierten, sind jederzeit herzlich willkommen.
Bibelkränzchen sür Schüler höherer Lehranstalten.
Jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6—7 Uhr. Aeltere Abteilung jeden Samstag von 6—7 Uhr im Johannessaal. BibellirSnzchen für Mädchen aus der Iohannesgemeinde. Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johannessaal.
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