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die Tränen gekommen, denn es ist etwas Schönes, wenn die Schwarzen sich versammeln, um vor dem Herrn zu feiern. Rbends zogen wir wieder fröhlich heim, uns freuend, Mis­sionare sein zu dürfen, ver Herr segne immer mehr und mehr unsere Rrbeit! Km 7. Oktober war ich dann mit Mis­sionar Röngeter auf einer anderen Rußenstation, wo ein hei- ratspalaoer zu schließen war. Und somit bin ich auf ein Ge­biet gekommen, über das ich mich vielleicht ein wenig wei­ter verbreiten darf, hier erhält man einen Einblick in hie­sige Verhältnisse, lernt zugleich aber auch danken für den Segen des Christentums. Me Luch ja bekannt ist, werden alle Frauen gekauft. Da geht es nun nicht nach der Herzens­wahl, sondern die Eltern verkaufen einfach ihre Rinder. Früher war der Preis 1000 2000 Mark, heute 500 Mark.

Die Regierung hat den Preis heruntergedrückt und will nach und nach den verkauf ganz abschaffen. Das ist ein sehr guter Gedanke der Regierung, werden doch dadurch die Frauen in ihrem Rnsehen wachsen und manche unglückliche Ehe wird es dadurch weniger geben. Im ganz verschiedenen Alter können die Mädchen verkauft werden, oft schon lange, bevor sie das 15. Lebensjahr erreicht haben. Die Familie Röngeter hat ein Mädchen, das ist etwa 89 Jahre alt, und ist die Rraut eines Lehrers. Ich erinnere mich, daß ich in Ronebela einen Mann traf, der mir seine Rraut zeigte, ein Mädchen von 3 Jahren. Daß solche Ehen, die freilich erst später, manchmal aber auch schon im 12. Jahre ge­schlossen werden, nicht glücklich sein können, ist begreiflich.

(Schluß folgt.)

vie holländische Regierung und die Heidenmission.

Die großartige Unterstützung der evangelischen Mission durch die holländische Regierung kommt besonders in den reichlichen Zuschüssen zum Rusdruck, die für die ärztliche Tätigkeit und für das Schulwesen der Mission geleistet wer­den. Im Jahre 1911 wandte die Regierung für Schulwesen an Inländern 8 738 762 Mk. auf, davon entfallen 1 049 780 Mark auf Unterstützung von privaten, d. h. größtenteils Missionsschulen, vie Regierung ist froh, an der Mission einen Bundesgenossen zu haben, der billig arbeitet und dessen Be­mühungen, eine einfache Bildung zum Rllgemeingut des Vol­kes zu machen, von dem besten Erfolge gekrönt sind. Dabei verlangt die Regierung nicht, daß die Missionsschulen die­selben Lehrziele haben wie die Regierungsschulen, sondern läßt den Missionaren, die ein der derzeitigen Lage des Vol­kes nicht entsprechendes Maß von Bildung für ungesund hal­ten, die nötige Freiheit. Das ausgedehnte Schulwesen der Rheinischen Mission im Bataklande könnte ohne die Regie- rungsunterstützung nicht getrieben werden. Das große hospi- tal in pea Radja ist durch die Geldbewilligung der Regie­rung finanziell freigestellt, ebenso die beiden Seminare für eingeborene Lehrer, das Russätzigenasyl, die Industrieschule und die Schule für holländischen Unterricht' für jede ausgebil­dete geprüfte Hebamme zahlt die Regierung eine entsprechende, die Rosten der Rusbildung deckende Summe. Alle Missions­stationen erhalten jährlich ein bedeutendes Ouantum von Medikamenten und Verbandzeug zum Besten der Bevölke­rung. In den holländischen Rammern wird des öfteren nach­drücklich betont, daß man der Mission für ihre Friedens- und Rulturarbeit zu großem Danke verpflichtet sei. In un­seren deutschen Rolonien sind erst bescheidene Rnfänge von Regierungsunterstllhung für Missionsschulen und ärztliche Mission zu verzeichnen. Die Zeit wird bei uns erst kommen,

wenn in weitesten Rreisen unseres Volkes die Entlastung der Missionsgesellschaften auf den genannten, mehr kulturellen Gebieten als nationale Pflicht anerkannt wird. Der über­raschende Erfolg und Ertrag der Uationalspende zum Re­gierungsjubiläum erweckt die Hoffnung, daß wir auf diesem Wege bald weiterkommen. Bis jetzt ruht die Hauptlast des Schulwesens auch in unseren Rolonien auf den Missionen, 123000 Rinder besuchen evangelische Missionsschulen. Es Kann nicht im Interesse der Verwaltung liegen, das reli­gionslose Regierungsschulwesen so weit auszudehnen, daß es an die Stelle des Missionsschulwesens tritt. Das würde ge­waltige Rosten verursachen und noch dazu dem Islam gegen­über unsere Lage verschlechtern. Wir brauchen in den Rolo­nien vielmehr eine christliche Volkserziehung. Sie wird am besten durch die Mission geleistet. Wohl aber wäre zu wün­schen, daß die mit der Nationalspende angebahnte, aus­giebigere Unterstützung der Missionen seitens des gesamten Volkes künftig die Missionsschulen finanziell sicherstellte, so daß.sie sich rascher ausbreiten und der drohenden Moham- medanisierung in Ost- und Westafrika wie der gefährlichen Zuchtlosigkeit und Verwahrlosung wirksam steuern könnten.

Sin pfälzischer Musikant.

Erzählung von Heinrich Bechtolsheimer.

(Fortsetzung.)

,,Dort gibt es nichts Gescheites zu essen," sagte er, als wir bei meinem petter Ronthaler in Gerbach zu Besuch waren, ,,Rnödel, so hart, wie Rieselsteine, Rraut, das Kein Mensch genießen Kann, altbackenes Brot und gelben Speck. Und eine Sprache reden die Leute, daß Kein Pfälzer sie verstehen Kann. Nicht um die Welt möchte ich dort Rnecht bei einem Bauer sein. Und lauter Zipfelmützen haben dort die Männer auf, Keine richtigen Rappen wie bei uns."

Du hast recht," sagte mein petter, indem er aus dem Rruge in dar Glas eingoß,nicht abgemalt in Bayern rechts vom Rheine möchte ich sein. Bei uns ist es besser, fröhlich Pfalz, Gott erhalt'?!"

In Ruppertsecken fand sich für Georg Keine rechte Be­schäftigung, darum suchte er sich Arbeit auf den Hüttenwerken des Freiherrn von Gienanth zu Hochstein bei Mnnweiler. Die Woche über mußte er wegen der weiten Entfernung dort bleiben, aber jeden Samstag abend kam er nach Hause, und Montags ging er in aller Frühe wieder weg. Alles, was er erübrigte, gab er der Mutter, und der Vater sagte in dieser Zeit oft:Wenn ihr anderen auch so brav und sparsam seid wie euer ältester Bruder, so habe ich es in ein paar Jahren nicht mehr nötig, so schwer zu schaffen wie jetzt, und wenn Gott uns alle gesund erhält, so brauchen wir keine Not zu fürchten."

3.

Nls ich zehn Jahre alt war, kam ich von demkleinen Herrn Lehrer" zu demgroßen Herrn Lehrer". In der letzten Woche, die wir in derkleinen Schule" zubrachten, füllten wir unsere ganze freie Zeit damit aus, daß wir Rränze mach­ten, um bei unserem Rbschiede aus der seitherigen Schulklasse das Schulzimmer damit zu schmücken. E; war schönes, mildes Frühlingswetter, da saßen wir ganz hinten im Hofe der Rrä- mers Lippert, chatten eine Menge Laubwerk zusammengetra­gen, flochten lange Guirlanden und kleine, runde Rränze. Marie Lippert füchrte dabei das Rommando oder versuchte es zu füchren,' denn die Buben gehorchten nicht. Sie stritten miteinander, zerrten einander hin und her, stießen die Rörbe um und nützten höchstens dadurch etwas, daß sie Laub und