Ihre Laune leistete dieser Auffassung gelegentlich Vorschub. Doch zeitigte schon der Geschäftsgeist wunderliche Schnurren buffoonery), um Leicht⸗ gläubige zu verblüffen. Sie selbst aber sind Fantasten und sehen Gesichte, haben Lust an Schauergeschichten und Greuelmeldungen. Sie sind bis zum heutigen Tage geneigt, jeden Zauber zu glauben, der ihnen vorgemacht wird. Churchill klammert sich neuerdings an Wendungen und Bilder John Bunyans, des frommen Träumers, die noch Eindruck auf seine Landsleute machen. Dort⸗ her stammt auch das Schlagwort vom„Jahrmarkt der Eitelkeiten“(Vanity fair), der Titel einer„Geschichte ohne Helden“ von W. M. Thackeray. Ein Engländer, Sir Thomas More, hat das Wort„Utopie“ erfunden und sein „Nirgendheim“ geschildert in einem Fantasieroman. Endlich wäre das„an— dere England“, nicht das nüchterne, sondern das verführerische, das aber— gläubige, ein vordringlicher Gegenstand der Forschung!
„Wir sind von dem Zeug, aus dem Träume gemacht sind“, so steht auf Shakespeares Denkmal in der Westminster Abtei,„und unser bißchen Leben umrundet der Schlaf“. Er hat seine Landsleute wohl gekannt, ihnen Gespenster auf die Bühne gebracht und Geister reden lassen in leibhaftiger Gestalt. Durch ein Spiel der Feen, Nymphen, Fabelwesen und greulicher Unge— heuer werden sie in Stimmung, auch in Zittern und Beben versetzt. Denn: „We are such stuff as dreams are made on, and our little life is rounded with sleep“. Hat sie Shakespeare erkannt oder haben sie sich wiedererkannt in seiner Dichtung, als sie eine Zeile aus dem Schauspiel „Der Sturm“ gewählt und auf sein Grabmal gesetzt:„Wir sind von dem Stoff, aus dem Träume gemacht sind“? Man möchte mit Goethes Faust sagen:„Hier fass' ich euch, hier sind es Wirklichkeiten“, dort nämlich, wo sie ganz der Einbildung sich überlassen, ihren Träumen, wo sie greifen in der Not nach Schatten an der Wand! Jedenfalls besorgt und be⸗ schert ihnen die deutsche Wehrmacht ein Erwachen aus Träumen, Schlag um Schlag, Tag und Nacht.


