Daß dieser Krieg am 3. September 1939 begonnen habe, das wäre eine verkehrte Meinung und gleich am Anfang zurückzuweisen. In Wirk⸗ lichkeit, oder so wie England ihn führt, währt er seit 1933, ja man darf sagen seit Versailles, seit 1914, seit der Jahrhundertwende. Es erging im April 1933 ein Ultimatum des Weltjudentums an Deutschland, das durch seinen Führer völkisch geeint und im Begriffe war, sein Eigenleben aufzu⸗ bauen. Da begann ein Flankenangriff auf die deutsche Währung. Sie sollte überrumpelt und zu Fall gebracht werden. Doch dieser Anschlag mißlang. Es folgte die Verrufssperre, der Boykott, verhängt über deutsche Waren im Ausland. Im Vorgelände setzte ein Weltanschauungskrieg ein mit der Ab— sicht, die Deutschen irre zu machen und dem Führer die Herzen seines Volkes zu stehlen. Harte Form nahm er an in Gestalt des Wirtschaftskrieges, als ein erbittertes Ringen um die Märkte, um den deutschen Handel zu ver— drängen aus dem Balkan und den Oststaaten Europas. Schließlich kam es zu Waffenbündnissen; sie sind durch Gegenschlag zertrümmert und der Ring ist gesprengt worden. Lange endlich glaubten die Drahtzieher mit Hilfe einer Blockade jeden Gegner gefügig und ihn mürbe machen zu können durch Hunger und mit dem Verlaß auf die Zeit. So erklärten sie den Krieg und meinten ihren Sieg in aller Gemütsruhe abwarten zu dürfen. Indessen ist dieser Krieg, seit er noch ausdrücklich„erklärt“ wurde, bereits im Begriff, zu Ende zu gehen, und zwar von dem Augenblick an, wo die deutsche Wehrmacht auf dem Plan erschienen ist, ab 1. September 1939 im Osten, ab 9. April 1940 im Norden, ab 10. Mai oder 5. Juni im Westen, und einmal ganz, sobald sie auf den Befehl des Führers antreten wird zur Schlußabrechnung. Seit die Waffen sprechen und England vor die Klinge geholt ist, wird einem grausamen Spiel, das Jahrzehnte gewährt hat, Einhalt geboten. Es naht der Friede unter entscheidenden Schlägen des deutschen Schwertes, ein ge⸗ rechter Friede, und die Welt wittert seine Nähe. Eine Neuordnung der Dinge kommt, und„gewöhnlich gehts am Ende scharf“, wie Goethe sagt.
Noch haben wir mit einem Feind zu tun, der eines ehrlichen Krieges unfähig ist. Er hat und kann sich auf die eigene Wehrkraft nicht verlassen, geht deshalb oder ging bisher jedem anständigen Waffengang aus dem Wege. Seine Losung lautet: to do everything except fighting, alles ist erlaubt, das geeignet wäre, die Probe des Zweikampfes zu vermeiden! Diesem Zweck diene jedes Mittel, auch unehrliche! Er arbeitet durch Be—⸗ drohung und Erpressung, besticht mit Geld und stiftet an. Lüge und Falsch⸗ meldung sind Werkzeuge, und Vorspiegelungen eine Kriegslist. Wo die Wehrerziehung fehlt, kann nur mit unlauteren Waffen gekämpft werden.
Nun muß man Bescheid wissen über den Gegner, der niederzuringen ist, seine Pläne kennen, seine Stärke, seine Aufstellung, seine Absichten und die Widerstandskräfte, den Verstand und die seelische Verfassung, seine Gesinnung und die Kampfmoral. Sie insonderheit ist auf beiden Seiten eine völlig verschiedene. Der deutsche Wehrmann hat Achtung vor dem Feind,


