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Das bisher Gesagte weist bereits deutlich darauf hin, daß das, was wir als den Typ des deutschen, französischen oder englischen Soldaten be— zeichnen, d. h. ihr soldatisches Erscheinungsbild, auf rassische und daher erb— liche Grundlagen zurückzuführen ist.
Der deutsche Soldat sieht das Werk, die Tat und ein weiträumiges Ziel vor sich, der französische Soldat sieht vor allem auf Grund seiner westischen Rassenanlagen gewissermaßen mit den Augen der ihn beobachten⸗ den Umgebung auf sich selbst und auf die Haltung, die er in den Augen der ihn beobachtenden Mitmenschen einnimmt. Daß dies nicht auf den ein⸗ zelnen Menschen zutrifft, sondern nur auf die Gesamtheit bezogen werden kann, habe ich bereits verschiedentlich betont. Aber im großen und ganzen dürfte es zutreffend sein, daß es sich bei der Prägung und dem Typ des Soldaten in Haltung und Leistungsmöglichkeiten grundsätzlich um rassische Bedingtheiten handelt.
Ich habe ferner schon angedeutet, daß der Selbständigkeitsdrang ein hervorragender Charakterzug des Deutschen als Einzelpersönlichkeit ist. Der erblich bedingte Mangel an Zusammengehörigkeitsgefühl, der allerdings mehr umweltbedingte Mangel an politischem Instinkt und das Fehlen einer ent⸗ sprechenden Führung war dagegen jahrhundertelang sein Fluch. Nachdem die Voraussetzungen infolge der Machtübernahme durch den Nationalsozialis⸗ mus andere geworden sind, ist nun— sehr zum Leidwesen unserer Feinde — aus diesem Fluch ein Segen geworden.
Die Beseitigung der deutschen Uneinigkeit ist von großen Deutschen schon vor vielen Jahrzehnten und Jahrhunderten als Notwendig—⸗ keit erkannt worden, ihre wirkliche Beseitigung jedoch gelang erst dem Führer. Auch in der Zukunft, d. h. in den kommenden Generationen werden wir mit diesem Erbübel der Deutschen zu rechnen und vielleicht sogar zu kämpfen haben, einem Verhängnis, an dessen Beseitigung das deutsche Volk immer und rechtzeitig denken muß.
Auch das sog. Meckertum ist— nebenbei bemerkt— durch diese rassische Eigenart vielfach bedingt. Wird ein Sieg gemeldet, so begeistert sich der Franzose und nimmt ihn unbesehen hin. Manche Deutsche glauben ihn noch lange nicht oder machen zum mindesten Einwände, daß es sicherlich große Opfer gekostet habe und daß morgen vielleicht ein Rückschlag kommen könne.
Schon Bismarck sagte einmal:„Die Deutschen sind gut, wenn sie zusammengezwungen sind— vortrefflich, unwiderstehlich, nicht zu überwinden — sonst aber will jeder nach seinem Kopfe.“ Seherisch hat er damals hinzugefügt:„Bei uns hat jeder seine eigene Meinung. Aber wenn sie einmal in großer Zahl dieselbe Meinung haben, ist viel mit den Deutschen anzufangen. Wenn sie sie alle hätten, wären sie allmächtig.“
Wohl ist es unser Schicksal, daß wir unserem Blute untertan sind, aber wenn wir schädliche Eigenschaften erkannt haben, so haben wir uns auch zu bemühen, sie zu beseitigen. Zweifellos war der Zusammenbruch im Jahre 1918 in der Hauptsache auf die Aushungerung Deutschlands, auf die fremde Propaganda und auf den Ausfall der besten Männer, die im Schützengraben lagen oder gefallen waren, zurückzuführen. Hinzu kam aber


