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Schriften der Ludwigs-Universität zu Gießen
 
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Rasse ist andererseits der Ausspruch so charakteristisch wie für die nordische: Der Starke ist am mächtigsten allein. Weitgesteckte Ziele sind immer das geistige Charakteristikum einzelner und dann meist nordisch bedingter Führerpersönlichkeiten gewesen.

Niemals haben von dieser Haltung ausgehend daher auch andere Völker und Rassen in ihrer Geschichte einen so ausgesprochenen aktiven Durchschlags krieg begonnen wie die Germanen. So ist es kein Wunder, daß der nordisch germanische Soldat als geborener Krieger stets der gesuchteste gewesen ist. Seine Tapferkeit, seine Zuverlässigkeit und seine Treue, sein Organisations⸗ talent und sein Führertum waren in aller Welt und zu allen Zeiten aner kannte und hervorragende soldatische Eigenschaften.

Der deutsche Soldat früher ein Söldner der Welt.

Wie ungeheuer groß das Ansehen des nordisch-germanisch bedingten Menschen als Soldat in der Geschichte gewesen ist, geht daraus hervor, daß er auf allen Schlachtfeldern der Welt gekämpft hat und daß er stets ein bewährter Soldat im Dienste von aufstrebenden anderen Staaten gewesen ist. So war er durch die Jahrhunderte hindurch der Söldner der Welt. Wohl ist dies ein politisch klägliches Lied mit all seiner Tragik, aber es wird dennoch ein unvergängliches Heldenlied bleiben, wenn auch die dadurch entstandenen Blutverluste unwiederbringliche waren und bleiben. Einige Beispiele aus der deutschen Geschichte mögen dies unter Beweis stellen:

Nicht nur vor, sondern auch nach dem Zojährigen Kriege haben Zehn tausende und Aberzehntausende deutscher Menschen in fremden Heeren gestanden und für England, Frankreich, Holland und andere Staaten und Völker ihr Leben gelassen. Es ist bekannt, daß damals deutsche Fürsten aus Geldgier ganze Regimenter ihrer Landeskinder verschacherten und deutsches Blut nutzlos in fremden Ländern untergehen ließen.

Ein sächsischer, d. h. germanischer Edeling wurde der Gründer der französischen Herrschaft und Ahnherr aller französischen Königsfamilien. Germanische Adelige und Knechte haben Paris verteidigt, als es von den Normannen bedroht wurde. Noch sind es keine looo Jahre her, daß Paris als Hauptstadt und Residenz der französischen Könige mit Hilfe deutscher Kaiser behauptet und der Herrschaftsbereich der französischen Könige mit Hilfe deutscher Söldner erobert wurde. So hatte König Philipp Augustus II. (11801223) zeitweilig nicht weniger als 20 ooo deutsche Söldner in seinem Heer. Mehr als 150 Jahre hindurch bildeten Tausende von deutschen Lands⸗ knechten den Kern des französischen Heeres. Die Franzosen haben selbst einmal ausgerechnet, daß im Laufe der Jahrhunderte mindestens 750 O00 Deutsche, allein aus der Schweiz, in Frankreich gedient haben, ganz abge⸗ sehen von den hunderttausenden deutschstämmiger Menschen, die aus anderen Gebieten des volksdeutschen Raumes kamen und im Dienste Frankreichs standen und starben.

Noch vor 400 Jahren erhielt Heinrich II. von Frankreich, der grausame Verfolger der französischen protestantischen Hugenotten, von Seiten der deutschen Protestanten eine Waffenhilfe von 60 ooo Mann Kavallerie und

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