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7.11.1914
 
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Druck der Mietzeuer BerlagSdrockcrei, Albin Mein.

Nr. 89.

Samstag, den 7. November 1914. releph°n Nr. m 26. Jahrg.

Ein siegreiches Seegefecht der Deutschen gegen die Engländer. Die Engländer rufen die Japaner schon um Hülfe an.

Weitere Erfolge der deutschen Truppen in Nordfrankreich.

Amtliche Tagesberichte.

WTB. Berlin, 6. Nov. Nach Meldung des eng­lischen Pressebureaus isl am 1. November durch unser. Kreuzergeschwader in der Nähe der chilenischen Küste der englische PanzerkreuzerM o n t m o u t h" vernichlel, der PanzerkreuzerGood Hope" beschädigt worden. Ter kleine KreuzerGlasgow" ist beschädigt entkommen. Auf deutscher Seite waren beteiligt 2. M. Grosze Kreu­zerScharnhor, st" undG n e i s e n a u", 2. M. Klein« KreuzerN ü r n b e r g",L e i p z i g" und Dresden". Unsere Schiffe haben anscheinend nicht gelitten. *

Der stellvertretende Ches des Admiralstabes: gez.: B e h n ci e.

WTB. Großes Hauptquartier, 6. Nov. Am 3. November machten unsere großen und klei­nen Kreuzer einen Angriff aus die englische Küste bei yarmouth. Sie beschossen die dortigen Küstenwerke und einige kleinere Fahrzeuge, die in der Nähe vor Anker lagen und augenscheinlich einen An - griff nicht erwarteten. Stärkere englische Streitkräste wa­ren zum Schutze dieses wichtigen Häsens nicht zur Stelle. Das unfern Kreuzern scheinbar folgende englische Unter­seebootD. 5" ist, wie die englische Admiralität bekannt gibt, aus eine Mine gelaufen und gesunken.

Der Ches des Admiralstabes: gez. v. Pohl.

WTB. Großes Hauptquartier, 6. Nov., vorm. Unsere Offensive nordwestlich und südwestlich Ypern macht gute Fortschritte. Auch bei L a B a s s e e nördlich Arras und in denArgonnen wurde Boden gewonnen.

Unter schweren Verlusten für die Franzosen er - oberten unsere Truppen einen wichtigen Stützpunkt im Bois Vrulee, südöstlich St. Mihiel.

Aus dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts Wesentliches ereignet.

D i e oberste Heeresleitung.

WTB. Berlin, 6. Nov. (Amtlich.) Bis zum 1. November waren in den Gesangenenlagern, Lazaretten usw. nach den dienstlichen Meldungen untergebracht: Franzosen 3138 Offiz., 188 618 Mannschaft.

Russen 3121 OM.. 186 779 Mannschaft.

Belgier 537 Offiz., 31 907 Mannschaft.

Engländer 117 Offiz., 15 730 Mannschaft.

zusammen 7213 Offiz., 126 031 Mannschaft. Die Kriegsgefangenen, die sich noch auf dem Trans­port nach den Lagern befinden, sind hierbei noch nicht mitqezählt.

Bon dem siegreichere Seegefecht

liegen folgende Meldungen vor!

Rotterdam, 6. Nov. (Ctr. Bln.) Meldungen der engl. Blätter über das Seegefecht an der chileni­schen Küste zufolge, sand das Treffen unweit der Insel San Maria auf der Höhe von Coronell statt. Die eng­lischen Schiffe hatten in Coronell Kohlen eingenommen und scheinen von der Anwesenheit der deutschen schiffe nichts gewußt zu haben. Eine Stunde vor Eintreten der Dunkelheit eröffneten die deutschen Schiffe, dieunter dem Befehl des Admirals Spee die englischen Schiffe bei der Insel erwarteten, das Feuer. Die Engländer hatten nicht einmal Zeit, eine Schlachtlinie zu formieren. Als es dunkel wurde, war dev Kampf beendigt. An

Bord derGood Hope" wurde eine Erplosion beobach­tet.Montmouth" ging unter,, nachdem mehrere Schüsse auf ihn abgegeben waren, und versuchte beim Unter - gehen einen der deutschen Kreuzer zu rammen. Der deut­sche Admiral äußerte in einer Depesche an die chilenische Behörde sein Bedauern, daß er wegen des stürmischen Wetters keine Boote zur Rettung der Schiffbrüchigen niederlassen könnte. Man vermutet, daßGlasgow" lji. Otranto" nur leicht beschädigt wurden. Beide Schiffe benutzten mitGood Hope" die Dunkelheit, um zu flie­hen.Gneisenau",Scharnhorst" undNürnberg" kön­nen Valparaiso schon wiederum verlassen.Leipzig" u. Dresden" blieben mit vier bewaffneten Transportschif­fen außerhalb des Hafens. Man vermutet, daß das deutsche Geschwader mittelst drahtloser Telegraphie von der Bewegung der Engländer verständigt wurde.

New York Herald" meldet, daßGood Hope" schwer beschädigt auf die Küste aufgelaufen sei. (Berl. Lok.-Anz.)

Die Deutschen überließen den KreuzernD r e s - d e n" UndLeipzig" die Bewachung des Hafens Coronell, für den Fall, daß dieGlasgow" wieder ausfahren würde. Die anderen drei deutschen Kreuzer fuhren nach Välpareiso. (Berl. Tageblatt.)

DieErchänge Telegraph Company" meldet aus Washington: Nach amtlichen Berichten des ameri­kanischen Gesandten in Chile ist der englische Kreuzer Glasgow" in Chile interniert worden.

WTB. B o r d e a u r, 6. Nov. DerPetit Pa- risien" meldet aus London: Nach einem Telegramm aus Valparaiso verfolgt die japanische Flotte die deutschen Kreuzer, welche der britischen Division die Schlacht lieferten.

Die deutsche Marine begnügt sich also nicht mehr damit, durch einzelne Kreuzer auf fernen Meeren nach Handelsschiffen jagen zu lassen, auch nicht durch Unter­seeboote und Minen der, englischen Flotte schwere Schä­den zuzufügen, sie suchte sie vielmehr in glänzend küh­ner Offensive im eigenen, für ganz unzugänglich ge- haltenen Heim aus und vollbrachte hier eine mächtige Waffentat. Das ist ein weltgeschichtliches Er- eignis: der englische Hochmut hat eine tiefe Demütig­ung erfahren.

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Alle wehrfähigen (Engländer gefangen gefetzt.

Die Engländer haben bekanntlich seit Wochen^ alle in ihren Ländern wohnende oder sich aushallende Deut­sche und Oesterreicher in Gefangenschaft gesetzt. Die deut- ! sche Regierung hatte durch Vermittelung des amerika­nischen Botschafters die Freilassung unserer Landsleute > zu erwirken versucht und als Tennin den 5. November angesetzt. Da nun gestern weder eine Antwort noch | die Freilassung erfolgt ist, wurden gestern alle Englän- ; der im Alter von 17 bis 55 Jahren eingeholt, die mOt i als Gefangene in die Nähe von Berlin verbracht wer­den. Allgemeine Zuftimmunq im ganzen deutschen Volk hört man, daß unsere Regierung jetzt nun auch zu Ge- qenmaßregeln greift.

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Die Angst Frankreichs und Englands.

k)ib. Köln, 2. Ncv. Einer .^mischen Telegramm derKöln. Voiksztg-" zufolge, machte eine noch nicht näher bekannte Note G r e y s an die diplomatischen Vertreter, Großbritaniens über das türkische Eingreifen in italienischen politischen Kreisen überaus k l ä g l i ch «n Eindruck, da aus jeder Zeile die Unverhoh­lene Angst. hervorleüchtet.

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Berlin, 6. Nov. (Ctr. Bln.) lieber Eng­lands Ruf nach einem japanischen Hilss-

korps für Europa wird demVorwärts" von Amsterdam gemeldet. Das Novemberheft derFon - night News" erklärt:

Um auf dem westlichen Kriegsschauplatz eine rasche und völlige Entscheidung zu unseren Gunsten herbeizu- führen, ist die unmittelbare Gegenwart eines Hilfshee­res von 250 000 geübten Soldaten nötig. Ein einziges Land könnte es liefern: Japan.

ImPetit Journal" bedauert der frühere franzö­sische Minister P i ch o n gleichfalls, daß die Verbünde­ten noch nicht die japanische Hilfe für den europäischen Kriegsschauplatz angerufen haben. Die Japaner täten nichts lieber als dieses. DasAmsterdamer Handels - blaad" sagt dazu, die Japaner nach Europa rui- fen, wäre ruchlos.

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(Englands Plänc.

In England ist man schon dabei, das Fell des deutschen Bären zu teilen. Sehr hohe, maßgeb­ende Persönlichkeiten stellen sich die Sache tatsächlich so vor, daß Frankreich alles bis zum Rhein erhält, Westfalen als eine Art Dependance an Belgien gegeben wird. Schleswig-Holstein bis zum Kanal an Dänemark, Ostpreußen an das neu zU errichtende Kö­nigreich Polen, kleine Teile Oesterreichs an ein selbstän­diges Königreich Bayern, der Rest von Oesterreich an ein Königreich Böhmen, und Ungarn an Rußland. Au­ßerdem soll Sachsen seine an Preußen verlorenen Pro­vinzen zurllckerhalten und Württemberg und Baden selb­ständig bleiben. Für Preußen bleibt somit nur Brandenburg und Pommern, und das be­scheidene England, das sich mit unnötig vielem Land nicht belasten will, beschränkt sich auf die beherrschenden Puukte, Kiel, Kaiser-Wilhelm-Kanal und Hamburg nebst umliegenden Ortschaften. Das ist nicht etwa ein Witz, sondern ernsthafte Absicht, und wie man in England stets verstanden hat, für sein Tun eine heuchlerische Phrase zu finden, so nennt man solches: den zentraleuropäischen Gebietsteilen wieder zu ihrem lststorischen Recht" zu verhelfen. Was den Herren vor­schwebt ist also ein mittelalterliches Deutschland.

Heldenmütige Verteidigung Tsingtaus.

WTB. Tokio, 5. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird mitgeteilt: Die Beschießung Tsingtaus wird ener­gisch fortgesetzt. Die Deutschen haben in der Nacht des 3. November einen Ausfall gemacht.

Türkische Kricgsmeldmigetr.

WTB. K o n st a n 1 i n o p e I, 6. Nov. Amtliche Mitteilung des türkischen Hauptquartiers.

An unserer östlichen Grenze sind unsere Truppen auf der ganzen Front in Fühlung mit dem Feinde.

Auf der Reede von Smyrna wurden drei große englische Schisse und mehrere kleinere englische und französische Dampfer beschlag - nahmt, deren Besatzungen gefangen genommen wurden.

In dem englischen und dem russischen Konsulat zu Bagdad wurden die Haussuchungen fortgesetzt. Au­ßer den bereits früher beschlagnahmten Waffen wurden 16 Mannlicher- und Mausergewehre, 32 Revolver, 850 Eewehrpatronen, 170 Revolverpatronen und 15 Bajo­nette beschlagnahmt.

Auf der englischen Botschaft sowie auf der hiesigen französischen Schule St. Benoit wurden Appa­rate für drahtlose Telegraphie gesunden.

WTB. K o n st a n t i n o p e 1, 5. Nov. (Nichtamt­lich.) Amtlicher Kriegsbericht: Gestern hatte unsere hel­denmütige Kavallerie ein Gefecht mit russischen K o s a-