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deutung ist. Der Mittelwald des französischen Ostens ist bestimmt nicht nur aus forstwirtschaftlichen Gründen beibehalten worden, son⸗ dern es haben dabei auch Gründe der Landesverteidigung mitge—
sprochen.
Ich kann damit die Frage der räumlichen Ordnung verlassen und werde jetzt sprechen über die zeitliche Ordnung im Wald. Diese ist aufs engste verbunden mit der Ertragsregelung, d. h. mit der Bemessung des nachhaltig beziehbaren Hiebssatzes. Die Wurzel der zeitlichen Ordnung liegt auf wirtschaftswissenschaftlichem Gebiet. Mit der Umtriebszeit und der Bemessung der Produktionsdauer ist auch die zeitliche Ordnung in der Idee gegeben. Wenn beispielsweise die Amtriebszeit 140 Jahre beträgt, dann müssen im idealen Fall 140 Altersstufen vom ersten bis 140. Jahr vertreten sein. Die Aufgabe der zeitlichen Ordnung besteht darin, die wirkliche Altersgliederung des Waldes der idealen anzupassen. Die Ertragsregelung ordnet das Altersklassenverhältnis und die zeitliche Ordnung.
Es gibt zahllose Methoden, nach denen die Ertragsregelung durchgeführt werden kann. Ich will hier nur wenige streifen.
Die ältesten Methoden der Ertragsregelung sind einfache Ver— teilungsmethoden, bei denen die zeitliche und räumliche Ordnung in einem Akt gelöst wurden. Die einzelnen Abteilungen wurden auf die verschiedenen Perioden der Umtriebszeit derart verteilt, daß jede Periode entweder mit gleichen Flächen oder mit gleichen Massen oder mit gleichen Flächen und Massen ausgestattet war. Dement⸗ sprechend unterschied man ein Flächenfachwerk, ein Massen— fachwerk und ein kombiniertes Fachwerk. Das Fachwerk hat ein ganzes Jahrhundert seine Herrschaft über den deutschen Wald ausgeübt, und die heutige zeitliche und räumliche Gliederung des Waldes ist im wesentlichen ein Ergebnis dieser Ertragsregelungs— methode. Das Fachwerk dachte und plante in Jahrhunderten. Es wur—⸗ den Wirtschaftspläne aufgestellt für eine Zeitdauer bis zu 200 Jahren, ein Beginnen, das in jeder anderen Wirtschaft als utopisch bezeichnet würde. Den Forstmann aber befreite dieses Denken von dem Egois— mus des Tages, er stellte sein ganzes Denken und Tun zwischen die Geschlechter, und das stolze Wort von Schiller, das dieser einmal den Forstleuten seiner Zeit widmete, wird auch noch von der Gegen— wart als ein hohes Lob empfunden.


