Mein Gruß gilt den Herren Vertretern unserer Wehrmacht, auf die wir so stolz sind. Ich begrüße insbesondere den Herrn Kommandieren⸗ den General des IX. A. K., Herrn Winisterialrat Ringshausen und die übrigen Herren Vertreter der Landesregierung, die stets bemüht sind, den gewiß oft unbequemen Anforderungen der Aniversität mit Verständnis zu begegnen, damit hier die Waffen des Geistes scharf gehalten werden können. Ich begrüße die Herren Vertreter der Lehr— anstalten und der Behörden und endlich die vielen Freunde der Uni⸗ versität, die ihr zum Teil seit Jahrzehnten die Treue halten.
Nach altem Brauch spricht der Rektor an diesem Festtag über ein Thema aus seinem Fachgebiet, und ich gebe mir daher die Ehre, vor Ihnen über
„die räumliche und zeitliche Ordnung im Wald'
zu sprechen. Es ist mir sehr wohlbekannt, wie sehr das deutsche Volk am deutschen Wald hängt, und daß der Wald von ihm oft mit den Maßstäben des Gefühls und des Herzens gemessen wird. Ich aber spreche von dem Wirtschaftswald als einer nie versiegenden Roh- stoffquelle für die deutsche Nationalwirtschaft. und es mag für Sie aufschlußreich sein, einmal einen Einblick zu gewinnen in das Denken eines Forstmannes. n
Der Gegenstand der Forstwissenschaft ist die Forstwirtschaft. Ob⸗ jekt der Forstwirtschaft aber ist der Wirtschaftswald. Die Grundlagen der Forstwissenschaft sind somit vornehmlich die Wirtschaftswissen⸗ schaften und die Naturwissenschaften.
Wenn hier von einer nachhaltigen Forstwirtschaft die Rede ist, so sei zunächst erklärt, was unter Nachhaltigkeit zu ver⸗ stehen ist. Die Nachhaltigkeit begreift das Streben nach der Dauer, der Stetigkeit und dem Gleichmaß der Nutzungen. Das ist ein Wirt⸗ schaftsprinzip von hoher sittlicher Bedeutung. Die Forstwirtschaft ist nicht abgestellt auf Konjunktur, nicht auf eine Anpassung an hohe oder niedere Holzpreise. Die Nachhaltigkeit ist vielmehr der Aus⸗ druck für das unbedingte Primat der Bedarfsdeckung, das vor der Rentabilität steht. Dieser Wirtschaftsgrundsatz ist nun keineswegs jüngeren Datums und etwa ein Ergebnis nationalsozialistischer Wirt⸗ schaftsauffassung, vielmehr stellt die Nachhaltforderung die ursprüng⸗ liche deutsche Auffassung von den Aufgaben der Wirtschaft über⸗ haupt dar. Daß dieser Grundsatz sich in der Forstwirtschaft über das ganze Zeitalter des Liberalismus hinweg erhalten hat, mag einmal in der engen Naturverbundenheit dieser Wirtschaftsweise liegen, vor


