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Schriften der Ludwigs-Universität zu Gießen
 
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Objektivität deutscher Wissenschaft ernst zu nehmen, nur deshalb, weil wir all unser Forschen, Fragen, Lehren bestimmt und getragen wissen von dem Willen des Führers; weil unsere Arbeit daraus neue Schwergewichtsverteilung, neue Probleme und eine weitere Verant wortung bekommt. Wissenschaftliche Leistung bleibt Leistung, Stüm⸗ perei bleibt Stümperei; daß aber unser Geist die Fragen und Ant- worten sucht, die aus unserer Blutsheimat kommen und ebendieser Heimat gelten, daß wir das für das Schaffenswerteste halten, was unserem Volk auf seinem Weg dient, daß unser Geist aus einer innersten Begeisterung sich stärkt und unaufhörlich den festen Grund dieser Begeisterung, nämlich unbestechliches Wissen, zu erweitern sich müht: das sehen wir als unsereObjektivität an. Wenn der Natur⸗ forscher der Natur eine von ihm gewünschte Antwort abtrotzen wollte, dann gäbe sie ihm einfach keine Antwort; das heißt: seine Frage und das von ihm befragte Objekt zusammengenommen entscheiden not wendig über die kommende Antwort; und niemals kann der Wunsch zum Vater des Gedankens werden. Aber schon im Felde der Natur wissenschaften künden Worte wie Ersatzstoffe, Rasse, Vererbung, Sicherung der Volksernährung, Seuchenbekämpfung eine innere Am⸗ schichtung an: anders werden die Objekte, die die Forschung sucht, anders die Fragen, mit denen sie an ihren Gegenstand herangeht. And die Geisteswissenschaften: bei ihnen entscheiden nicht Frage und befragtes Objekt schon über die Antworten, weil sie gar keinen Gegen stand haben, der dem der Naturwissenschaften irgendwie vergleich⸗ bar wäre. In ihnen kommt zu Frage und Gegenstand die Wertung hinzu; und sie, die Wertung ist es, die allein den Gegenstand zum Objekt und die Frage fragenswert macht. Darum kennen Geistes⸗ wissenschaftler keine Erkenntnis, die nicht irgendwo tief verbunden ist mit der Tatsache, daß wir Söhne dieser Zeit und dieses Volks und Blutes sind. Wir kennen keine Objektivität im Sinne einer zeit und bindungsunabhängigen Gültigkeit; dafür um so unaufgebbarer unsere Pflicht, unserer Zeit in zäher Arbeit die unbestechliche Wahr⸗ heit zu erobern, die sie braucht wie das tägliche Brot. Das ist der Sinn, wenn wir sagen, das Schaffen unseres Geistes müsse allüberall gespeist sein aus der Quelle der Begeisterung, aus der einen Leiden⸗ schaft zu unserem Volk.

Wir bekennen am Ende unseres Arbeitsjahres stolz unseren Glau ben an den immer gleichen Auftrag, die Wahrheit zu suchen, und an alles, was daraus folgt: die Forderung der Gewissenhaftigkeit, des

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