36 Homer Ilias A 163-175— 37 Homer Ilias Z 162-177 13
36 Homer Ilias A 163-175
P. 303, erworben 1928 durch Prof. D. Dr. Carl Schmidt von Händlern aus Madinet el-Faijüm, hoch 11, breit 18 cm, zu einer Rolle gehörig, bietet Peste von Ilias A 163-175 ,, die in ihrer Gesamtheit oder zum Teil auch sonst schon auf Papyri zutage getreten sind:
1. P. Freib. 5 mit V. 173 187; in 173: eeIderat gegen éneοονe̊i der Handschr. u. unseres Pap.;
2. P. Oxy. IV 749 mit V. 160-176 ohne Besonderheiten;
3. P. Ryl. 43 mit V. 121-284 und
4. BKT VI mit V. 164-181 haben beide in 168 mit sämtlichen Handschr.: ennvxe, unser P. ereme. Nur im Venetus A ist énei überge- schrieben. Die Ausgaben bieten énei ce cdu nach Aristarch und Herodian, die nach den Scholien(BL u. A) so gelesen wissen wollten.(VSI. zu der Frage J. de La Roche, Die homerische Textkritik im Altertum, Leipzig 1806, 8. 294 ff., Sowie Et. magn. 400, 7 und Et. Gud. 311, 49.) Eine direkte Uber- lieferung des enei wird also durch unsern Papyrus zum erstenmal geboten.
Seine sonstigen Sonderlesarten: 169 enim: so nur noch die lemmata scholiorum vulgatorum papyri Argentoratensis ed. R. Reitzenstein(Hermes XXXV, 1900, S. 611 ff.); die Handschr. enei i oder ene.- 170 1h: Vulg. iuev.
Keine Lesezeichen; i mutum kommt nicht vor. Rückseite leer. Die Schrift(s. Abbildung S. 12) scheint mir für die Sitte, den Fuß(teilweise auch die Spitze) der Buchstaben durch kleine Querstriche zu zieren, das älteste Beispiel zu sein(vgl. Schubart, Pal. S. 110 f. und 112), älter als Schubart, Pal. Abb. 72(Rede des Hypereides) und P. Gr. Ber. 11 a Menander- komödie), die Schubart in das 1. Jahrh. v. Chr. setzt, älter auch als P. Gr. Ber. 11b(Anapästisches Gedicht), ein Stück, das nach Schubart für diese Gewohnheit das älteste Beispiel unter den von ihm herangezogenen sein Soll, aber auch noch ins I. Jahrh. v. Chr. gesetzt wird. Die Zierstriche er- scheinen in unserem Stück noch nicht regelmäßig, oft steht nur ein kleines Häkchen, oder es ist eine Verdickung des Fußes eingetreten. Das“ be- steht noch aus zwei parallelen und einem dazu senkrechten Strich in der Mitte; das d zeigt die alte Form mit oben überragendem rechten Strich. Das könnte allerdings bei diesem Schreiber, der anscheinend einen etwas feierlichen Stil liebt(auch die Größe und Weiträumigkeit der Schrift ist bemerkenswert), auf altertümelnden Neigungen beruhen; immerhin wird das allzu spät nicht mehr als möglich anzunehmen sein. So möchte ich mit aller gebotenen Vorsicht das Stück um 100 v. Chr. ansetzen, ja viel- leicht wird man ins 2. Jahrh. v. Chr. hinaufgehen müssen.
37 Homer llias 2 162177
P. 304, Bruchstück einer Rolle, erworben 1928 durch Prof. D. Dr. Carl Schmidt von Händlern aus Madinet el-Faijüm, hoch 13, breit 19 cm,
Bei den drei Homerstücken, die hier nicht abgedruckt, nur beschrieben sind, darf wegen der vielen unvollständigen Verse nichts ex silentio ge- schlossen werden.


