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dieser Schwankung ist in erster Linie das Auftreten einer das Kraut und die Knollen befallende Krankheit, der Phyto phthora infestans. Den berüchtigten Kohlrübenwinter 1916/17 hat uns diese Seuche gebracht. Mit Wildformen aus Amerika, welche immun gegen die Phytophthord sind, werden an verschiedenen Stellen erfolgreich Kreuzungen ausgeführt, so daß wir hoffen können, auch diese Gefahr zu bannen. Welchen Erfolg Immu—- nitätszüchtung haben kann, zeigt die Bekämpfung des Kartoffelkrebses, der ein Feld hundertprozentig vernichtet. Wir haben bereits heute über 100 Zuchtsorten, welche voll- kommen widerstandsfähig gegen den Krebs sind und allen Ansprüchen genügen.
Es steht ferner noch die Schaffung von Weizensorten für Sandböden aus, Kreuzungen von Weizen und Roggen sollen dahin führen, ferner die weitere Verbesserung unseres Wei— zens, um von der Einfuhr des backfähigeren Auslandsweizens mehr und mehr frei zu werden. Die Züchtung eiweißreicher Gersten sowie Gräser- und Kleezüchtung als Eiweißlieferanten spielen eine hochbedeutsame Rolle. Selbstverständlich wird auch emsig an der Verbesserung der Faserqualität unserer Gespinstpflanzen sowie am Glgehalt und der Möglichkeit der Einführung neuer, fettliefernder Pflanzen, wie der Soja, ge- arbeitet. Ein ganz großes Arbeitsfeld bietet die Obst- und Ge- müsezüchtung, das ganz in den Anfängen steckt und nun, nachdem die Forschung das Rüstzeug geliefert hat, große Aus- sichten in volks wirtschaftlicher Hinsicht bietet. Forstpflanzen- züchtung ist bei der steigenden Bedeutung des Holzes in seiner immer vielseitigeren Verwendung ein Gebot der Stunde, sie ver- langt ebenfalls, gebieterisch in die Hand genommen zu werden.
In Deutschland werden alljährlich 20—25 Millionen Mark im Weinbau für Spritzmittel zur Bekämpfung des Mehltaues ausgegeben. Diese Summen, sowie die aufgewandte Arbeit kann erspart werden, wenn es gelingt, gegen den Mehltau im- mune Reben zu erzielen. Man ist auf dem besten Wege, das Ziel zu erreichen. Alljährlich werden einige Millionen Säm- linge künstlich infiziert und aus ihnen die wenigen ausfindig gemacht, welche Widerstandsfähigkeit zeigen. Diese durch- laufen dann noch das Sieb der Immunitätsprüfung gegen die Reblaus, um schließlich dem Weinbau zur Verfügung gestellt zu werden.


