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diese furchtbare Erkrankung häufig beide Augen unter den unsäglichsten Schmerzen in wochen- und monatelangem Leiden auf der Höhe des Lebens zur Erblindung bringt, so wird man dapkbar anerkennen, daß diese Leistung allein genügt haben würde, den Namen v. Graefes für immer unsterblich zu machen.

Neben seiner umfassenden wissenschaftlichen und prak- tischen Tätigkeit war v. Graefe auch organisatorisch tätig. Er begründete das Archiv für Ophthalmologie, noch heute eine der angesehensten Fachzeitschriften der Welt und ebenso die Heidelberger ophthalmologische Gesellschaft, jetzt Deutsche ophthalmologische Gesellschaft genannt, in der sich bis zum großen Kriege jährlich die hervorragendsten Augenärzte aller Länder vereinigten, um ihre Erfahrungen auszutauschen und den Fortschritt der Augenheilkunde zu fördern.

Schnell machte sich nun überall das neue Fach selbständig und auch die Regierungen der Länder mußten einsehen, daß die Loslösung der Ophthalmologie von der Chirurgie unbe- dingt erforderlich war. So kam es endlich zur Gründung be- sonderer Augenkliniken. Aber ein tragisches Geschick wollte es, daß Albrecht v. Graefe nur noch zwei Jahre sich der seinem Genius angemessenen Wirkungsstätte erfreuen konnte. Er war im Jahre 1866 zum Ordinarius und im Jahre 1868 zum Direktor der Charité-Augenklinik ernannt, als schon die Ver- heerungen seiner tödlichen Lungenerkrankung seine Kräfte zu vernichten begannen. Rastlos arbeitete er, als Arzt über seinen Zustand völlig im Klaren und dem Tode ins Antlitz sehend, bis zuletzt. Als im Jahre 1870 das zum erstenmal geeinte deutsche Vaterland gegen den Erbfeind zu Felde zog, am Tage nach der Kriegserklärung an Frankreich am 20. Juli 1870 schloß Albrecht v. Graefe für immer seine Augen, zu früh für die Wissenschaft, zu früh für die leidende Menschheit.

Die Reform der Augenheilkunde aber hatte sich durch- gesetzt. Stolz dürfen wir Deutschen aufblicken zu diesen beiden unseren Stammesbrüdern, zu Hermann v. Helmholtz und zu Albrecht v. Graefe, die ein glückhaftes Geschick zu gleicher Zeit unserem Volke bescherte. Stolz dürfen wir für alle Zeiten uns daran erinnern, daß zwei deutsche Gelehrte es waren, die als Lehrmeister aller Völker den jahrtausende alten Kampf um die Erhaltung des Augenlichtes in so hervorragen-