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England. Zwei deutsche Augenärzte Baron Wentz e! der ältere, als Hofokulist in London 1790 verstorben, und Wentzel der jüngere als Augenarzt Napoleons I. erfreuten sich groben Ansehens.

Auch Goethes Freund aus der Straßburger Zeit Jung- Stilling wurde einer der bekanntesten Augenoperateure und schließlich nenne ich von manchen anderen noch den aus Gießen stammenden Johann Ernst Neubauer(17421777), der als Anatom in Jena sich auch mit der Ophthalmologie be- schäftigte. Sie alle und viele ihresgleichen in anderen europäi- schen Ländern haben den Aufstieg der Augenheilkunde durch ibre Lebensarbeit vorbereitet.

Die entscheidende Wendung aber in der Augenheilkunde erfolgte durch die Großtat eines deutschen Mannes, dessen Name ewig in der Geschichte der Wissenschaft unvergänglich sein wird. Im Jahre 1850 entdeckte Hermann v. Helmholtz, der Königsberger Professor der Physiologie und allgemeinen Pathologie, dessen Hauptbegabung auf dem Gebiet der Physik lag, den Augenspiegel, der es ermöglichte, das Innere des Auges, Linse, Glaskörper, Netzhaut, Aderhaut und Sehnerven zu über- sehen und bei starker Vergrößerung krankhafte Veränderungen jeder Art zu erkennen. Das erste Modell von Helmholtz, welches mit schräggestellten unbelegten Planglasplatten das Licht reflektierte, wurde schon im nächsten Jahr von Theodor Ruete in Göttingen durch einen durchlochten Hohlspiegel ersetzt. Wenn wir heute dieses einfache Instrument zur Hand nehmen, mit dem wir die Strahlen einer Lichtquelle durch die Pupille des zu Untersuchenden in das Augeninnere reflektieren, unser eigenes Auge aber in den Strahlengang einschalten, so mögen wir Wohl erstaunt fragen, wie es möglich war, daß sowohl im Altertum, als auch in späteren Zeiten diese Methode nicht erfunden wurde. Besaßen doch manche der alten Völker, im Mittelalter ins- besondere die Araber, ausgezeichnete mathematische und physi- kalische Kenntnisse, die sie wohl hätten in den Stand setzen können, die der Erfindung des Augenspiegels zu Grunde liegen- den Betrachtungen anzustellen.

In der Tat gibt es aber nur in der Neuzeit einige wenige Vorläufer dieser wichtigen Entdeckung, die wohl das Problem sahen, seiner Lösung auch nahe kamen, sie aber nicht zu voll-