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Es gab aber auch schon nichtpriesterliche Arzte und von Sophokles(496-406 v. Chr.) stammt das Wort:Nicht ziemt es dem weisen Arzt, Zaubergesänge anzustimmen, wenn das Ubel den Schnitt erfordert(Zit. nach Hirschberg). Hippokrates aus Kos, der etwa 460 v. Chr. das Licht der Welt erblickte, 80 Jahre lang lebte, und der Vater der wissen- schaftlichen Heilkunde wurde, war nicht Priester, sondern Arzl. In seinen und seiner Schüler Schriften findet sich be- reits eine Augenheilkunde, die sich nicht nur mit äuberen Augenleiden und Augenverletzungen, sondern auch mit funk- tionellen Störungen beschäftigte, den Zusammenhang zwischen Augen- und Allgemeinleiden, eine ausgedehnte lokale und allge- meine Therapie, unter anderen auch eine diätetische kannte. Auch Augenoperationen wurden in größerer Zahl gemacht. Merk- würdigerweise findet man bei den Hippokratikern keine deutliche Erwähnung der Staroperation. Sie wird, wie unser Gießener Kol- lege Kalbfleisch herausgefunden hat, erst im 3. vorchrist- lichen Jahrhundert von Chrysippus erwähnt. Auf diese Zeit der Hippokratiker folgte die der Ale xandriner, auch hellenistische Epoche genannt, die Zeit der groben Bücher- sammlungen in Alexandrien in Agypten und in Pergamon. In dieser Zeit befruchteten Physik und Optik die Wissen- schaft, Euklid schrieb im Jahre 300 v. Chr. das erste Werk über Optik. Leider sind sehr viele Schriften aus dieser Zeit verloren gegangen. Die Griechennachkömmlinge, die in Klein- asien und Kgypten die griechische Heilkunde weiter entwickel- ten, verpflanzten sie später nach Rom. Der Herophiläer Demosthenes schrieb um die Zeit Neros den Ophthal- mik os, ein griechisches Lehrbuch der Augenheilkunde, das im Original verloren ging, nur z. T. nach Auszügen späterer Schriftsteller(Ketius 500 n. Chr. und Paullus Aeginatus 648 n. Chr.) bekannt wurde.

Der Encyclopedist Celsus(18 n. Chr.) gab eine plan- mäßige Schilderung der Augenheilkunde, er kannte 30 Augen- krankheiten und beschrieb auch den Starstich. Auch bei Pli- nius sind die Augenkrankheiten und ihre Behandlung eingehend beschrieben. Galen, in Pergamos geboren, dann in Alexan- qdrien und Rom lebend und als hervorragender Arzt berühmt, wird zu den Schriftstellern über physiologische Optik gerech- net, aber weder er, noch frühere und spätere Gelehrte haben

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