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Sie sind unser unabänderliches, konstantes Erbgut, mögen wid— rige Umweltfaktoren sie auch da und dort verschleiern oder we— niger vorteilhaft in Erscheinung treten lassen. Es kann aber nicht verschwiegen werden, daßb die seelische und materielle Not mit ungeheurer Wucht auch auf der Wissenschaft, auf dem Leben unserer Universität lastet. Diesen unerträglichen Druck können wir nicht länger tragen, er muß endlich von uns genommen wer- den. Dann erst wird deutsches Geistesleben sich wieder ganz und volh entfalten können. Daran glauben wir und darauf hoffen wir.
Es ist die Aufgabe des Rektors, bei der Feier des Gründungs- tages der Universität die Festrede zu halten, deren Thema aka- demischem Herkommen gemäß aus seinem engeren Wissenschafts- bereich entnommen wird. Ich unter ziehe mich hiermit dieser Auf- gabe. Das Thema meines Vortrages lautet:
„Forstwirtschaft als Ganzheitsproblem“
(„gl. Schriften der Hessischen Hochschulen, Jahrg. 1932, Heft 1).
Ich gehe dazu über, den Bericht über das abgelau—
kene Jahr zu erstatten, und darf beginnen mit dem Aus- druck des Dankes: des Dankes an die Hessische Regierung, in der Zeit einer unerhörten wirtschaftlichen Katastrophe alles ge-
die
tan hat, was ihr möglich war, um unsere wissenschaftlichen For- schungen und eine fruchtbare Lehrtätigkeit zu ermöglichen. Des Dankes an den Senat, alle Dozenten und Assistenten für die nie getrübte Vertrauensgemeinschaft, mit der ich arbeiten konnte, des Dankes an alle Beamten, besonders an meinen unermüdlichen und gewissenhaften Mitarbeiter Bürodirektor Erle, des Dankes an die Studentischen Führer. Das Verhältnis zwischen Rektor und Asta war im Wintersemester nicht immer so freundlich, wie ich es gewünscht hätte. Ich gestehe, daß die Unstimmigkeiten zu den schwersten Sorgen meines Rektorates gehörten. Um so freudiger darf ich heute feststellen, daß sie seit Monaten behoben sind. Do- zentenschaft und Studentenschaft, Rektor und Asta müssen eine Lebensgemeinschaft sein, die im Frieden und gegenseitigen Ver- trauen zusammen arbeitet. Möge das gute Einverständnis Dauer haben!


