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Hochansehnliche Versammlung! Herr Staatspräsident! Magnifizenzen!

Verehrte Kollegen, liebe Kommilitonen!

Wir feiern heute den Gründungstag unserer Universität. Ihnen allen, die Sie aus diesem Anlaß zu uns gekommen sind, um die Feier würdig und eindrucksvoll zu gestalten, entbiete ich den Willkommgruß der Ludoviciana. Besonders begrüße ich den Herrn Staatspräsidenten Dr. Adelung, die Rektoren der Tech- nischen Hochschule Darmstadt und der benachbarten Philipps- universität zu Marburg, Magnifizenz Reuleaux und Magnifizenz Thiel, unsere Ehrensenatoren und Ehrendoktoren, die Vertreter der Behörden und der Wehrmacht.

325 Jahre sind im Strom der Zeit dahingeflossen, seitdem die alma mater Ludoviciana nunmehr besteht. Sinnend blicken wir zurück auf diese lange Vergangenheit, die wir ohne Uber- hebung eine ruhmreiche nennen können. Wir gewahren eine ziel- sicher und bis zum heutigen Tage stetig und unaufhaltsam an- steigende Entwicklungslinie der altehrwürdigen Hessischen Lan- desuniversität, deren Tendenz, eigenen Gesetzen folgend, fast un- beeinflußt von der Zeiten Not zu sein scheint. Eine solche For- mulierung wäre aber nicht richtig. Sie muß vielmehr lauten: Trotz der Zeiten schwerer Not, sie überwindend, hat der geistige Fortschritt, das unstillbare Verlangen des Suchens nach Wahr- heit, der Trieb der Dozenten und Studenten nach geistiger Ver- vollkommnung sich nicht nur auf gleicher Höhe gehalten, son- dern sogar gesteigert. Welche gewaltige Leistung! Sie gibt uns Trost und Zuversicht zugleich für eine bessere Zukunft. Denn sie beweist den guten Kern unseres Volkes, das materiell in Fesseln geschlagen, geistig aber nicht unterzukriegen ist, wie es unsere Feinde in blinder Wut erstrebt haben und erstreben. Der Geist aber ist es, der lebendig macht, der sich seine Welt aufbaut. Unsere guten Anlagen, der deutsche Lebenswille und die deutsche Lebenskraft sind nicht auszurotten das lehrt die Geschichte.