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Anmerkungen.

1) S. 13. Der AusdruckAnthropologie ist gerade heute, wo mit über- raschender Gleichzeitigkeit auf den verschiedensten Gebieten dasanthro- pologische Problem wieder gesehen wird, mehrdeutig. Zum Verständnis seines hier vorliegenden Gebrauchs mögen die folgenden kurzen Hinweise dienen.Anthropologie kann zunächst eine beschreibende Fachwissen- schaft vom Menschen sein, welche der Zoologie sei es zu parallelisieren, sei es einzugliedern wäre. Hier ist der Mensch dem Wissenschaft trei- benden Menschen in derselben Weise Gegenstand, wie alles Gegebene ihm Gegenstand wissenschaftlich beschreibender Bestimmung sein kann. Diese Anthropologie würde die bisher so bezeichnetenaturwissenschaftliche Disziplin umfassen zusammen mit allem, was bisher als Psychologie (des Menschen) betrieben wurde. Dabei erhebt sich natürlich sofort die Frage, auf welche Weise die bisherige naturwissenschaftliche Anthro- pologie und die Psychologie zu einer methodischen Einheit zu bringen seien. Eine solche Einheit könnte jedenfalls nur geschaffen werden durch eineallgemeine Anthropologie, eine bisher mindestens seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark vernachlässigte Disziplin (gl. dazu J. Rehmke, Die philosophische Erbsünde undWas bin ich? Marburg 1924 und ders. Der Mensch, Leipzig 1928). Bei Feuer- bach sprang diese anthropologische Frage in dem Augenblick thema- tisch heraus, Wo ihm die idealistische Anthropologie(Mensch wesentlich Geist') nicht mehr genügte. Eine solche allgemeine Anthropologie ist durchaus noch möglich alsphilosophischer Teil jener beschreiben- den Fachwissenschaft vom Menschen. Es fragt sich allerdings, ob sie, recht in Angriff genommen, nicht sofort über sich selbst hinaus weise; insofern nämlich, als dabei nicht übersehen werden könnte, dab der Mensch sich selbst noch in einer besonderen Weise zum Gegenstand seines Nachdenkens werden könne, welche so, primär jedenfalls, bei keinem anderen Gegenstand möglich ist. Wir bezeichnen diesen Unter- schied am besten durch denjenigen, welchen Dilthey für die Psycho- logie eingeführt hat: der Mensch kann sich nicht bloß er klären d bestimmen, sondern er kann sich in sich und in anderen seines Ge- schlechts auch verstehen.(Und alles Verstehen, das er etwa auch dem Tier und der Pflanze entgegenbringen kann, geht allemal den Weg über sein Verstehen seiner selbst.) Dieses Verstehen seiner selbs kann nun aber entweder ein Verstehen seines Wesens oder ein Ver- stehen seiner jedesmaligen, ihm zu eigenen Wirklichkeit sein. Sein