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Scheitern den Ruf machtvollen deutschen Volkstums, das nach seiner Staatlichkeit sucht immer noch und immer wieder sucht. Unsere jüngste Vergangenheit ist solch' ver- pflichtender Tragik voll. Jeder Deutsche, insbesondere jeder junge Deutsche und darum auch jeder deutsche Student sollte bis in die einzelnen Zusammenhänge hinein jenes erschütternde Scheitern kennen, das in der Marneschlacht das ganze Scheitern deutschen Willens im Weltkrieg schon vorwegnimmt, um gerade aus dem scheinbar sinnlosen Zerrinnen, dieser herrlichsten Wil- lenswoge, des deutschen Heeres, die Gewißheit von der Zukunft deutschen Volkes zu schöpfen, aber auch den verpflichtenden Ruf der Verantwortung zu vernehmen. Das Gedächtnis an das scheinbar umsonst gebrachte Opfer der jungen Toten von Langemarck schärft heute das Gewissen und stählt den Willen unserer akademischen Jugend. Und wie der Gedanke an den stummen, todestrotzigen Rückmarsch des ungeschlagenen Feldheeres in die zusammenbrechende Heimat sich heute be- reits als wahrhaft volkzeugende Kraft erweist, das können wir schon Tag um Tag mit Händen greifen.

Aber neben dem Gedächtnis tragischen Scheiterns, an dem die deutsche Geschichte allzu reich ist, muß als Forderung und Verheißung das Gedächtnis sieghaft sein Werk vollbringen- den Willens stehen. Und als Tag solchen Gedächtnisses feiern wir den 18. Januar. Es gibt wenige Tage, auch nur relativer Vollendung in der deutschen Geschichte. Wir können keinen entbehren; wir müssen jeden bewahren, um aus ihm das im Sturm flackernde Licht unseres Volksbewußtseins zu nähren. Dazu aber muß neben die vorbereitend-deutende Ar beit des politischen Historikers die öffentliche, immer mehr alle Volkskreise umfassende Feierstunde treten, die öffentliche Feierstunde, in welcher das vom Historiker Erarbeitete seine wahre Vergegenwärtigung erfährt, wo der Ton, den der Histo- riker aus dem Schweigen der Vergangenheit entbindet, zum Brausen des Sturmes wird, der neues Leben zeugt, wo vor der Forderung und Verheißung vergangenen Geschehens die Augen sich öffnen und die Herzen brennen.

So feiern wir den 18. Januar, den Tag der Vereinigung deutscher Stämme im neuen Reich, im neuen Kaisertum, weil wir überzeugt sind, daß, wo solche Tage solchen Geschehens vergessen würden, das Volk stürbe, daß ihr Gedächtnis leben-