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Uleilstättenverein durch die Erbauung der Heilstätte Seltersberg für Tuberkulose der oberen Luftwege der Universität ein muster- gültiges Forschungs- und Unterrichtsinstitut angegliedert. Großes Entgegenkommen zeigte, wie immer, auch in diesem Jahr die Gießener Stadtverwaltung, was die Universität dankbar aner- kennt. Ferner nenne ich die Gießener Hochschulgesellschaft, die nach besten Kräften unsere Alma mater unterstützt hat. Aber auch sonst noch haben wir Unterstützung erfahren von Leuten, denen die Erhaltung und der Ausbau unserer Univer- sität am Herzen lag. Ihnen allen sage ich tiefgefühlten Dank. So konnte denn die Universität, wenn auch mit knapp be- messenen Mitteln, doch ihre Arbeit im letzten Jahre in Ruhe fortsetzen und ihre hohe Aufgabe in Forschung und Lehre erfüllen.
Ich darf Sie jetzt wohl bitten, mir in das Gebiet der Medizin zu folgen und Ihre Aufmerksamkeit einem Thema zu widmen, das zwar nicht meinem engsten Fachgebiet ent- nommen ist, vielmehr jeden Arzt angeht und auch den Nicht- mediziner interessieren dürfte. Ich möchte sprechen über die Grundlagen der ärztlichen Tätigkeit.
Wer die Kulturentwicklung und dabei die Geschichte der Heilkunde verfolgt, kann die Beobachtung machen, dab von Zeit zu Zeit das Bedürfnis besteht, über die Grundlagen der ärztlichen Tätigkeit oder, kurz gesagt, der Heilkunst sich aus- einander zusetzen, dabei aber auch gleichzeitig sich über die einzuschlagende Richtung klar zu werden. In einer Wissen- schaft wie der Heilkunde besteht natürlich immer eine gewisse Rivalität zwischen alten und neuen Anschauungen. Stillstand bedeutet hier auch Rückschritt. Aber zeitweise wird der Kampf lauter, der Streit heftiger und erregter und er erfaßt dann nicht nur Arzte, sondern bemerkenswerterweise auch Laien. Man spricht von einer Krisis in der Medizin. Die Stellung der Medizin in der menschlichen Gesellschaft, ihre Beziehungen zur Philosophie und zur Natur wissenschaft werden dann erregt erörtert. Man sucht neue Wege, die begangen werden müssen, weil die alten vermeintlich falsch waren,“
In einer, solchen kritischen Zeit befinden wir uns auch heute. Eine Reihe von Xrzten, die es ehrlich meinen, erheben auch heute ihre Stimme, um rechtzeitig zu einer Einkehr oder gar Umkehr zu raten.„Zurück zu Hypokrates, zu Paracelsus,


