Intelligenzprüfung den Schülern ein durchlöcherter Text vorgelegt Wird, in dem regellos Worte oder Wortteile fehlen, die richtig oder sinnvoll ergänzt werden sollen. Soweit ich die weitere Literatur darüber ein- schen konnte(W. Stern und Wiegmann, Methodensammlung zur In- lelligenzprükung, 2. Aufl. 19225 155 fk. Th. Ziehen, Prinzipien und Methoden der Begabungsprüfung, 1923, 4% ff.), ist diese sehr elemen- lare Methode nicht weiter zur höheren Intelligenzprüfung oder zur Schulung in der Heuristik ausgebaut und ver keinert worden. Bei epi— graphischen Ubungen wird man mit Abklatschen von Inschriften ar- beiten, bei denen ein Rand, dann mit solchen, wo beide Ränder fehlen. Dabei kann man dem angehenden Epigraphiker die technischen Grund- lagen zeigen, auf die er achten muß, z. B. die Grenzen für die Buch- slabenzahl der Zeilen, die noch immer bei der Edition von Inschriften ungenügend beachtet werden, oder die genaue Zeichnung der oft mehr- deutigen Buchstabenreste an den Rändern. Sie sind zum Ansatz der Ergänzung ebenso wichtig wie die Bruchränder einer verstümmelten Statue, die man in früheren Zeiten einfach abschlug, um eine meist sehr kragliche Ergänzung bequemer anstücken zu können. Wie man diese jetzt sorgkältig erhält und Ergänzungen nur in Gips oder an Gipsabgüssen anbringt, so werden die Ergänzungen der Texte durch Klammern und Bezeichnung der verstümmelten Buchstaben gekenn- zeichnet, um Täuschungen zu vermeiden. Wie von einer krüher schlecht ergünzten Statue die Ergänzungen entfernt werden, um unbefangen nach der richtigen zu suchen, so dark auch der Kritiker, dem Er- gänzungen eines Textes nicht gefallen, nicht an diesen herumkorrigieren, sondern er muß sie ganz entfernen und selbständig an den Torso heran- gehen, wodurch das Stück ein ganz anderes Aussehen gewinnen kann. Dagegen wird oft gefehlt wie auch bei der Konjekturalkritik, wo man an Konjekturen herumbessert anstatt auf die verderbte(oder kür ver- derbt gehaltene) Uberlieferung zurückzugehen und von ihr aus einen anderen Weg zu suchen. Ebenso muß man sich hüten, um einer ver- muteten Ergänzung willen an dem erhaltenen Text herumzukorrigieren. Aber neben diesen elementaren technischen Lehren müssen für jede einzelne Urkunde und für jeden literarischen Text die entsprechenden kormalen und sachlichen Kenntnisse zu Gebot stehen, damit die Auk- gabe kür die Divination möglichst verringert wird. Mit einem Gleichnis aus der Physik, für dessen genauere Formulierung ich meinem ver- chrlen Kollegen König zu Dank verpflichtet bin, möchte ich die Textes- lücke mit dem Abstand zweier elektrischer Leiter vergleichen. Je weiter er ist, desto stärker muß die Spannung sein, damit der Funke über- springt. In unserem Fall bestände die Ladung, durch welche die Span- nung in den Leitern erzeugt wird, in den technischen und sachlichen Kenntnissen. Die Schlagweite hängt aber auch noch von dem Zustand des Gases ab, in dem sich der Funke bildet. Das Springen des Funkens kann durch gewisse Einflüsse wie Bestrahlung mit Röntgen- oder radio- aktiven Strahlen leichter ausgelöst werden. Ihnen würde die Divinalious- gabe entsprechen. Sie kann als dA Dalpeo angeboren sein, aber aucl. durch die glückliche Stunde als A dον ausgelöst werden. Sie ist
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Schriften der hessischen Hochschulen / Universität Giessen
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