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carmen caymini, numerus numero, pes pedi, modus modo, latinismus graecismo res pondeat. Im Gefängnis, krank, nur mit einer deutschen Bibel versehen, verfaßte er in i Monaten eine Hebraeis, jüdische Ge- schichte, in 12 500 lateinischen Hexametern und 2 biblische Komödien. Sein pedantischer Kollege und Todfeind Martin Crusius schrieb von 15621604 alle deutschen Predigten seiner Kollegen, in der Kirche mit dem lleft auf dem Knie sitzend, in teils lateinischer, meist griechischer Ubersetzung nach und sammelte sid in 21 Ouartbände, 6804 Predigten nach seiner eigenen Rechnung, alle erhalten auf der Täbinger Universitätsbibliothek.(Der Titel eines Bandes heißt: Conciones, quas Tybingae in templo S. Georgii eæcepi, eh ore theologorum nostrorum, germanicè concionantium, seribens sup genua mea). W. Schmid, Verz. d. griech. Handschr. der K. Univ-Bibl. zu Tübingen, Dekanatsprogramm 1902, S. Hoff.

7) Der Prozeß beginnt mit der revolutionären Tat des Privatdozenten Christian Thomasius, der am 24. Oktober 1687 am schwarzen Brett in Leipzig in deutscher Sprache eine deutsch zu haltende Vorlesung ankündigt(vgl. M. Fleischmann, Christian Thomasius, Hallische Uni-

versitätsreden Nr. 39, Halle 1929). Er wird abgesehen von der Altertumswissenschaft im wesentlichen in der zweiten Hälfte des

XIX. Jahrh. abgeschlossen. Durch eine Verfügung der preuß. Unter- richtsyerwaltung von 1867 wird erlaubt, daß Preisaufgaben und Dissertationen in den medizinischen und philosophischen Fakultäten in deutscher Sprache abge faßt werden dürfen, 1876 dasselbe kür die juristischen Fakultäten; 1900 wird für die preuß. Universitäten der Gebrauch der deutschen Sprache in weitestem Umfang angeordnet (Zentralblatt f. d. ges. Unt.-Verw. in Preußen 1869, 268. 530. 1876, 13 T. 1900, A0). Auch die lateinischen Dissertationen aus der Philo- logie werden allem Anschein nach in den nächsten Jahren in Deutsch- land aussterben, und man wird sagen dürfen, so wie die Dinge liegen, dals das ihren wissenschaftlichen Wert jedenfalls nicht vermindern wird. Eine zusammenfassende Darstellung der ganzen Entwicklung wäre jetzt wohl am Platz. Die ältere Literatur ist gesammelt bei Erman und Horn, Bibliogr. d. deutsch. Univ. I, 190g, 3358. Uber das Latein in der medizinischen und juristischen Fakultät in Dorpat in der ersten lälfte des XIX. Jahrh. gibt interessante Mitteilungen W. Süß in seiner kür die deutsche Universitätsgeschichte, insonderheit für die der Philo- logie von 17701850 sehr aufschlußreichen Studie: Karl Morgenstern, Ein kulturhistorischer Versuch, Dorpat 1928, S. 164 fkk. Mancher wird mit mir bedauern, dass das Latein auch immer mehr aus den Doktor- diplomen und akademischen Glückwunschadressen verschwindet und mit ihm der Sinn für Tradition und Stil. Mir scheint es dafür wich- tiger als Talar und Barett, die oft beides nur vortäuschen.

s) Die Erzählung darüber in seines Schwiegersohns W. Körte Leben und Studien Fr. A. Wolfs, des Philologen(1833) J 40. 46 f. führte zu der Legende, dab der 8. April 1777 der Geburts- oder Namenstag der Philologie geworden sei. Sie ist berichtigt von Edward