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Anmerkungen.

Die akademische Rede sollte nach dem Brauch der festlichen Stunde den Kollegen und Kommilitonen der ganzen Universität ein Bild von der Stellung der Philologie und von ihrem Stand in For- schung und Unterricht an den deutschen Universitäten geben. Die Verhältnisse der nichtdeutschen Länder, die, ebenso traditionsbestimmt wie wir, im Unterricht z. T. ganz verschiedene, aber auch in der Forschung nicht überall dieselben Wege gehen, blieben dabei außer Betracht. Es darf aber wohl gesagt werden, dass gerade durch die neuen Funde auf philologischem und archäologischem Gebiet die Me- thoden sich immer mehr nähern.

Meine Ausführungen sind das Ergebnis der Erfahrungen und der Gesinnung, die ich als Philologe ererbt, erlebt und gelebt habe. Icli wollte mit ihnen nichts grundsätzlich Neues sagen oder die vielen Programmreden und Schriften zur humanistischen Frage und zur philologischen Pädagogik vermehren oder mich mit ihnen auseinander- setzen, sondern in der Beschränkung auf das Thema aus der Geschichte der Philologie die nötigen Schlüsse für ihre Aufgaben in Gegenwart und Jukunft 8

Da ich der Philologie inhaltlich den Gesamtumfang der Al- tertums wissenschaft zuweise, halte ich es für notwendig, ausdrücklich. zu betonen, daß ich vom Standpunkt meines ie das heißt der Philologie im engeren Sinn, gesprochen habe, und daß die persön- liche Trennung der Lehrfächer der An infolge ihrer Spezialisierung für mich ebenso selbstverständlich ist wie 415 Forderung engster Gemeinschaftsarbeit zwischen ihnen und die Un- Mötzüchkeit 58 Scheidung zwischen griechischer und lateinischer Philo- logie.

Die Anmerkungen sollen nur Einzelheiten belegen, die nicht in der allgemein bekannten Literatur(z. B. Paulsen, Geschichte des ge- lehrlen Unterrichts; G. Kaufmann, Geschichte der deutschen Univer- sitälen; Sandys, A history 01 5 scholarship) bequem nachgeprüft werden können, und einige Punkte heller beleuchten. Dabei ermöglichte mir die Verzögerung des Drucks, auch neueste Literatur zur Bestztigung meiner Ausführungen e

1) Als Beleg möge genügen Buch II 134 ff.: Ehe die Athanasie der Philologia den Becher der Unsterblichkeit reicht und sie dann in einer Sänfte in den Himmel auffahren läßt, unterzieht sie die Braut