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gen, das dürfte auch dem Fernerstehenden nicht zweifelhaft sein.

Damit habe ich Sie, verehrte Anwesende, von dem Ge danken der Nachhaltigkeit bereits zu dem Gedanken der Wirtschaftlichkeit geleitet.

Ein boden wirtschaftlicher Betrieb kann nachhaltig sein, ohne wirtschaftlich zu sein. An Beispielen dafür fehlt es nicht. Ein boden wirtschaftlicher Betrieb ist aber nur dann auch selbst wieder wirtschaftlich, wenn er zugleich nachhaltig ist.

Hier erkennen wir, daß die Forstwissenschaft ebenso wie die Landwirtschaft eine Wirtschafts wissenschaft in des Wortes vollster Bedeutung ist.

Erkenntnisobjekt der Forstwissenschaft ist somit nicht der Wald, sondern die Forstwirtschaft, auch nicht nur wie sie war oder ist, sondern vor allem wie sie sein soll, in idealer Zielsetzung, den natürlichen Bedingungen der Pro- duktion wie den ökonomischen Forderungen des Betriebs Rech- nung tragend, in privatwirtschaftlicher wie in gemeinwirt- schaftlicher Beziehung.

Der Gedanke der Wirtschaftlichkeit durch- dringt unser ganzes forstliches Denken und Tun.

Es handelt sich hier in weitestem Sinne um das Gebiet der forstlichen Statik, wie wir es nennen, die Lehre vom Abwägen zwischen Aufwand und Erfolg, die ihren letzten Ausdruck in der Lehre vom höchsten Bodenreiner- trag gefunden hat.

Als Begründer der forstlichen Statik, wie ich sie in kur- zea Zügen entwickelt habe, ist wiederum unser Hundes- hagen) zu nennen. Ihm folgten in Gießen auf dem gleichen Wege Karl Heyer und Gustav Heyer, die das Werk vollendeten, das man dieGießener Schule nennt. Es ist die Schule des wirtschaftlichen Denkens im forstlichen Be- trieb, geboren aus dem Geist, der nach Erkenntnis ringt, dem Geist des kritischen Idealismus, des Seinsollens, hier auf wirt- schaftlichem Gebiet.

Was ich hier dargelegt, ist ein Stück von der Geschichte unserer deutschen Forstwirtschaft, die führend in der Welt

) Die Forstabschätzung, Tübingen, 1826.