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Eine entscheidende Wendung trat aber erst im 18. Jahr- hundert durch das Bestreben der Landesherren ein, auf die Forstwirtschaft ihrer Staaten Einfluß zu nehmen. Hier kön- nen wir vor allem Preußens großen König nennen, der nicht nur für die Einführung einer geordneten Forstwirt- schaft Sorge trug, sondern auch eine, für die damalige Zeit . Organisation der Forstverwaltung ins Leben rief. An die Stelle einer seither geübten regellosen Plenterwirt- schaft trat der schlagweise geordnete Hochwald. Es galt, die ausgeraubten Wälder, die zumal in den langen Kriegszeiten schwer gelitten hatten, in straffer Zucht wieder aufzubauen.
In kurzer Folge schritten damals auch die übrigen deut- schen Staaten zu einer Ordnung ihrer Forsten.
Ein rascher Aufstieg setzte ein, in Wirtschaft und in Wissenschaft. Das 19. Jahrhundert endlich hinterliesb uns einen, in allen seinen Teilen wohlgeordneten Wirtschafts- wald, in dem wieder namhafte Holzvorräte herangewachsen waren, es hinterließ uns aber auch ein festgefügtes Lehr- gebäude deutscher Forstwissenschaft, zu dem vor 100 Jahren kein geringerer als Hundesha gene), der erste Direktor unseres Gießener Forstinstituts, den festen Grund gelegt hat, auf dem wir heute stehen.
Mit nüchtern wägendem Verstand, mit deutscher Gründ- lichkeit, ging zielbewußt die deutsche Forstwirtschaft durch ein Jahrhundert ihren Weg, auf dem die junge Wissenschaft. sich selbst erst festigend, ihr voranleuchtete.
Man wollte mit den Holzvorräten des Waldes haushalter, vor allem für das, was man nutzte, auch Ersatz durch Jung- wuchs schaffen.
So stand im Anfang als Ziel die Nachhaltigkeit in erster Linie.
Nur so wird auch der Weg, den man, vielfach in starrer Form, zur Regelung der Forstwirtschaft zuerst beschritt, ver- ständlich. Doch danken wir es der straffen Organisation, die ein Jahrhundert lang sich durchgesetzt hat, daß) wir heute einen Wald besitzen, der wohl geordnet in der Folge seiner Altersklassen uns für alle Zeiten, wenn wir auf den bewährten Wegen weiter voranschreiten, den Ertrag, den er nach Klima. Lage, Boden uns zu geben vermag, nachhaltig sicherstellt.
9 Eneyklopädie der Forstwissenschaft. Tübingen, 1821/22.
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