schen Regierung und Universität beruht, wird Lehrkörper und Studentenschaft zu erhalten bestrebt sein durch Pflege des Zusammenhangs mit dem Volk.
Und wieder kann uns der Blick in die Vergangenheit eine Lehre für die Zukunft werden. Als die alten Regierungen unter Metternichs Einfluß der deutschen Studentenschaft ihre Ideale verboten und ihre Einigung zerschlugen, da folgte dar- aus auf der einen Seite politischer Radikalismus, auf der an- dern Rückfall in geistlose Veräußerlichung. Diese beiden Ge- fahren liegen auch jetzt schon auf der Lauer, da sie durch Bewegungen im Volksganzen vorgezeichnet sind. Unsere Stu— dentenschaft aber soll um der Zukunft des Volkes willen, dessen Salz sie werden will, ihre Ideale hochhalten und maß- voll und zäh die großdeutsche Studentenschaft wieder auf- bauen und ausbauen, in der Einigkeit, zu der sie sich aus allen deutschen Gauen, allen Ständen und Weltanschauungen zusammengeschlossen hat. Darum soll sie sich nicht in die Parteipolitik locken lassen, wohl aber sich politisch schulen lassen, damit sie für den späteren Beruf die Ideale und die Schranken aller Parteien verstehen und zum Wohl des Va- terlands wenden kann. Wir Dozenten aber wollen auch dabei ihre Helfer sein und unser Lehr- und Forscheramt als Dienst am Volk ausüben, die einen, indem sie der leiblichen und materiellen Not durch ihre Wissenschaft zu Leibe gehen, die andern, indem sie mit den Waffen der Geistesforschung unser Volk aufrichten und ihm sein Recht unter den Nationen wie- der erstreiten helfen,
Wenn dieser Geist in den deutschen Hochschulen wirkt und sich im Volke durchsetzt, dann dürfen wir mit Uhland schließen:
„Nicht rühmen kann ich, nicht verdammen, Untröstlich ists noch allerwärts,
Doch sah ich manches Auge flammen Und klopfen hört' ich manches Herz.“


