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Es darf indessen noch bemerkt werden, daf die Immunität nicht nur rein humoral bedingt ist, die Schutzkörper also nicht nur im Blutserum auftreten, daß sie vielmehr auch noch auf einer Umstellung der Körperzellen beruht, eine Form der Im- munität, die man als Gewebsimmunität bezeichnet.
Und noch eine weitere Erscheinung kommt am immunen Körper zum Ausdruck: Er ist gegenüber den zugehörigen spe- zifischen Antigenen empfindlicher geworden als der nicht im- mune. Eine solche veränderte Reaktionsfähigkeit des immunen Körpers geht unter dem Namen„Allergie“ oder, wenn sie als Uberempfindlichkeit zum Ausdruck kommt, als„Anaphylaxic“.
Legen wir uns nun noch die Frage vor, welchen praktischen Zwecken denn alle diese immunbiologischen Forschungen und die dadurch gewonnenen Ergebnisse dienen, so sind hier vor allem die bei Menschen- und Tierseuchen segensreichen Schutz- impfverfahren für die passive oder aktive Immunisierung zu nennen, zu denen Impfstoffe in Form von Sera oder Vaceins be— nutzt werden.
In der Veterinärmedizin sind als sehr wirksame Impfstoffe hauptsächlich im Gebrauch diejenigen gegen den Milzbrand, gegen die Rinderpest, gegen den Schweinerotlauf, die Schweine- pest, gegen die Geflügelcholera, die Geflügelpocken und Ge- flügeldiphtherie, sowie gegen eine Reihe anderer Infektions- krankheiten, die ich im einzelnen hier nicht aufzählen will. Auch gegen die Aphthenseuche gehen wir neuerdings mit Imp— fungen in Gestalt der Schutz- und Notimpfung vor. Wenn auch bis jetzt der Erfolg und der Anwendungsbereich der Impfungen bei dieser Seuche nur ein beschränkter ist und nach Lage der Dinge vorläufig es nur sein kann, so bedeuten sie doch einen wesentlichen Fortschritt und tragen viel zu ihrer erfolgreichen Bekämpfung bei.
Ich möchte nicht verfehlen, unter den verschiedenen Impf- stoffen und Impfverfahren eines hervorzuheben, das von dem früheren hessischen Landestierarzt, Geheimrat Prof. Dr. Lo- renz in Darmstadt, der jetzt noch hochbetagt dort lebt, her- gestellt wurde.
Schon Pasteur hatte, wie ich bereits erwähnte, ein akti- ves Impfverfahren gegen den Rotlauf der Schweine, eine früher


