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Sogenannte Labyrinthstellreflexe, die von den Otolithenapparaten bei abnorm gehaltenem Kopf ausgehen, bringen den Kopf in die Normalstellung zurück. Ist in diesem Fall der Körper noch in anderer Lage und kommt es dabei zu einer Verbiegung oder Verdrehung des Halses, so wirken Halsstellreflexe derart ein, daß der Körper dem Kopf zu folgen und eine symmetrische Stellung einzunehmen gezwungen wird. Außer den Halsstellreflexen kommt es bei asymmetrischer Haltung durch einseitigen Druck des Kör- bers auf die Unterlage und damit durch Reizung von Tiefen- druckapparaten zu Körperstellreflexen, welche gleichfalls zu Sym- metrischer Stellung führen. Bei höheren Säugetieren und beim Menschen kommen noch optische Stellreflexe hinzu. In ganz gesetzmäbßiger Weise wirken ferner die Labyrinth- und Halsreflexe auch auf die Stellung der Augen ein.
Auch daraus erhellt, welch komplizierter Akt die Körperhal- tung und Augenstellung ist.
So kann nun in vielfältiger Weise von zentralen Teilen auf die Bewegungsapparate eingewirkt werden. Werden die moto— rischen Reize in subkortikalen Zentren erzeugt, so kommt es nach Edinger zu Motus, zu unbewußten motorischen Handlungen, werden aber die kortikalen Zentren gereizt, so kommt es zu be- wußten Bewegungen, zu Praxien. Afunktion dieser Zentren kührt zu Apraxien, die am besten bei Sprachstörungen infolge von Verletzungen des Bro ca schen Sprachzentrums studiert sind.
In der Verknüpfung von Gnosien und Praxien durch Asso- ziationen auf dem Wege der Assoziationsbahnen besteht nun ein Teil der geistigen Tätigkeit, während die subkortikalen Zentren mehr dem Instinkt dienend, nur Rezeptionen und Motus durch Relationen im Sinne Edingers miteinander verbinden. Wie sehr auch Tiere psychischer Leistungen fähig sind, ergibt sich aus dem interessanten, neuerdings erschienenen Buch von R. Sommer über Tierpsychologie.
Die Felder für die Gnosien und Praxien nehmen nun aber nur den kleineren Teil der Hirnrinde ein, was geschieht auf den übrigen Feldern? Man nimmt an, daß sie den Assoziationen dienen. Hier ist auch noch folgende Tatsache von Interesse. Nach den Untersuchungen Edingers bildet sich das Stirn- hirn besonders aus, wenn die unterste Stirnwindung sich im An- schluß an das Sprachvermögen vergrößert,„die Sprache hat die Keime der Intelligenz zur Entfaltung gebracht“. Tiere mit kleinem


