32 Friedrich Maurer:
Ich habe mit Absicht die sämtlichen Ubereinstimmungen zwischen Beheim und der Münchener Evangelien- Harmonie aufge- führt, soweit sie mit Abweichungen des Beheimschen Evangelien— buchs von unserem Bruchstück zusammenfallen. Mag auch manche Gleichung einen anderen Grund haben oder auf Zufall beruhen, Sicher ist jedenfalls, dab Beheim an einer ganzen Menge von Stellen, WO er von F. abweicht, seine(meist bessere) Lesart aus der Münchener Hs. bezogen hat. Damit ist Walthers Hypothese be- Wiesen.
Es ergibt sich danach etwa folgendes Hss.-Schema:
1
e Münch. Evang.-Harmonie 25 NV 75
* N 3 Bensheimer 8
Fragment 8 1 M. Beheims Evangelienbuch
Allerdings ist hierbei unsicher, wieviel Zwischenstufen zwischen X und F. bzw. X und M. B. einzuschalten sind; ebenso vermag ich nicht zu entscheiden, ob M. B. etwa aus einer F. sehr nahe stehenden und zwischen X und F. einzuschaltenden Vorlage stammt. Dann wird der Stammbaum so aussehen:
5
2 7
72
2.
N 1 Münch. Evang.-Harmonie 8 5 1 8
heim N n M. Beheims Evangelienbuch
Noch eine Kleinigkeit sei hier vermerkt; 14,36 wird in Beheims Evangelienbuch das in ferram der Vulgata mit in der erden wieder— gegeben. Bechstein hat diese überlieferte Formen in: in die erden geändert. Sehen wir nun, dag das Bensheimer Fragment in erden bietet, so ist uns die Entwicklung leicht verständlich: Xł hat in ferram wirklich mit in erden übersetzt; F behält das auch so bei, während MB in der erden schreibt, da ja in terram ihm nicht unmittel- bar vorlag.


