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Ein neues deutsches Evangelienbruchstück des vierzehnten Jahrhunderts. 15

und es erhebt sich die Frage: steht es in näherer Beziehung zu bereits bekannten Ubersetzungen, und wie verhält es sich zu diesen? i

Zunächst lag es natürlich nahe, die in Neudrucken zur Ver fügung stehenden Ubersetzungen zum Vergleich heranzuziehen: Die sogen. I.(u. 4.) Bibel, den Codex Teplensis? und Beheims Evangelienbuch. Auf den ersten Blick zeigt sich folgendes: S0 wenig unsere Ubersetzung mit der der 1. Bibel und des Codex Teplensis gemein hat, in um so höherem Maße berührt sie sich mit der in Beheims Evangelienbuch. In zweiter Linie habe ich die gesamte mittelalterliche Bibelübersetzung zum Vergleich herangezogen mit Hilfe der Beschreibungen und Proben, die Walther in seinem großen Werke gibt. Danach schien mir nur noch bei einer Hs. die Möglich- keit einer Verwandtschaft zu bestehen, bei der Münchner Hs. von 1435, die Walther als Zweig 14 anführt. Ich verschaffte mir diese? und stellte fest, daß sie sich zwar auch sehr eng an die Vulgata anschließt(in manchen Punkten sogar noch enger als unser Fragment) hieraus erklärt sich auch, daß die Ubersetzung mit der unseres Textes öfter gleichlautet, aber der nähere Vergleich zeigt, dag keine unmittelbare Beziehung besteht. Alle übrigen Evangelien aus dieser Zeit, die Walther bespricht, scheiden schon deshalb von vornherein aus, weil sie nach Ws. Schilderungen Eigenschaften haben, die sich bei unserem Bruchstück in keiner Weise finden(insbesondere solche mit sehrfreier Ubersetzung).

Zum Vergleich drucke ich unten ein Stück der zuletzt er wähnten Münchener Hs. neben Fragment und Beheim ab. Als be sondere Eigenheit dieser Hs., fällt das ständige Bemühen auf, alle fremden Wörter zu meiden und auch die Fachausdrücke dieser Hs. deutsch wiederzugeben.

1 Herausgegeb. von W. Kurrelmeyer, Lit. Ver. 234 ff., Tübingen 1904 ff. 2 Ersch. im Literar. Inst. von Dr. M. Huttler, München-Augsburg 1884. Herausgegeben von R. Bechstein, Leipzig 1867. Die deutsche Bibelübersetzung des Mittelalters, Braunschweig 1889. o C. g. m. 5018; der Verwaltung der Münchener Staatsbibliothek sei für das freundliche Entgegenkommen bestens gedankt.