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Kinder lieben. Die zukünftige Generation unseres Volkes aber wird in ihrem biologischen Wert, der die organische Grund- lage abgibt für alles andere, von den Naturgesetzen der Ver- erbung beherrscht, deren Kenntnis wir in erster Linie dem lange in seiner wahrhaft bahnbrechenden Bedeutung verkannten Abt Gregor Mendel verdanken!). Wir wissen heute, dass jedes lebende Einzelwesen, so wie es uns erscheint, ein Produkt dar

stellt von Einwirkungen der Aussenwelt einerseits und den von

den Eltern her vererbten inneren Anlagen andererseits; wir wissen aber weiter, dass dieser Erscheinungstypus nur das Einzel- Wesen, nicht aber seine Nachkommen bestimmt, welche letzteren vielmehr von den Erbanlagen allein beherrscht werden. Diese Erbanlagen können während des individuellen Lebens der Eltern ihrer allgemeinen Natur nach beeinflusst werden; insbesondere steht fest, dass sie durch gewisse Gifte, 2. B. Alkohol, Schädi gungen erleiden, und so dürfen wir wohl auch umgekehrt an nehmen, dass sie durch gesundheitsgemässes Leben ihres Trägers verbessert werden, oder doch jedenfalls dann eine um so grössere Fülle ihrer natürlichen Entwicklungs möglichkeiten auszuwirken vermögen. Aber eine willkürliche Beeinflussung in einem ganz bestimmten, von dem Träger dieser Erbanlagen beabsichtigten Sinne, so dass eine solche im individuellen Leben erworbene Verbesserung in derselben Richtung auf die Nachkommen über tragen werden könnte, ist nach dem gegenwärtigen Zustand unserer Kenntnisse auszuschliessen. Um es an, einem Beispiel zu verdeutlichen, ein muskelschwacher, mit fehlerhaftem Bau des

Brustkorbes behafteter und dadurch für Lungenschwindsucht

disponierter Mann kann zwar durch persönliche Ertüchtigung diese ungünstigen Eigenschaften weitgehend verbessern und sich selbst dadurch gesund erhalten, aber er vermag nicht, diese per- sönlich erworbenen Verbesserungen auf seine Nachkommen zu vererben, die vielmehr nach ehernen Gesetzen dem Einfluss der selben Erbanlagen unterliegen, die ihr Erzeuger selbst mit auf die Welt gebracht hatte. Diese harte Erkenntnis, die der volks- tümlichen Meinung geradezu zuwiderläuft, könnte uns entmutigen, Wenn nicht die Hygiene der Fortpflanzung über ein anderes Mittel verfügte, um die Nachkommenschaft zu verbessern, nämlich

11) Vergl. insbesondere W. Johannsen. Elemente der exakten Erb- lichkeitslehre. 2. Deutsche Ausgabe. Jena(G. Fischer) 1913.