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Phantastische Auslassungen über Rhythmus liest und wenn man von unklaren Bestrebungen hört, die in Nacktkultur und Tanz die Heilung unseres Volkes zu erblicken glauben, so wird der kritisch und unbefangen Blickende den Kopf schütteln müssen und an vergangene umnachtete Jahrhunderte zurückdenken, in denen eine gequälte, irregeführte Menschheit in ähnlichem Taumel das Heil suchte. Solche missleitete Bestrebungen, die der guten Sache nur schaden können, gehen ja auch wohl fast stets von Personen aus, die sich nicht klar darüber sind, dass Körperkultur nur auf der Grundlage streng wissenschaftlicher Erkenntnis des gesunden und kranken Körpers erblühen kann und dass hier der Arzt und Hygieniker das erste und letzte Wort zu sprechen hat. Oder wenn wir gewisse Bestrebungen einer neueren geistigen Kultur betrachten, die sich bewusst abkehrt von der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnis und ihre verblendeten Anhänger mit unklaren und willkürlichen Phantasievorstellungen umnebelt, Werden wir auch da nicht lebhaft erinnert an verwandte Aus wüchse des geistigen Lebens in wirren Zeiten wie der unsrigen, in denen auch die gebildeten Klassen an jedem festen Halt ver 2weifelten; freilich, ich gebe es zu, liegt die Schuld zum Teil wenigstens und in indirekter Form auch bei manchen berufenen Hütern gelehrter Forschung selbst, die in unfruchtbarem Agnosti- zismus es ablehnten, sich über jene höchsten Fragen selbst klar zu werden, soweit es in ihrer Macht stand, die vielmehr diesen Fragen einfach aus dem Wege gingen und den Suchenden Steine gaben statt Brot. Oder wenn man, wie es von manchen Seiten geschieht, den Versuch macht, die soziale Hygiene als Wissen- schaft gänzlich abzutrennen von der allgemeinen Hygiene und ihre Vertretung Persönlichkeiten anzuvertrauen, die zwar soziales Empfinden und soziale Erfahrung haben mögen, denen aber ärztliches und naturwissenschaftliches Wissen abgeht und die demnach nie soziale Hygieniker sein können. Zu welchen Irrtümern aber selbst die bestgemeinten und kostspieligsten Be- strebungen gemeinnütziger Natur führen können, wenn sie ohne das Leitmotiv hygienischer wissenschaftlicher Erkenntnis bleiben, das sehen wir zum Beispiel auf dem Gebiete von Wohnungs- und Städtebau. Da glaubte man früher, dass dem städtischen Wohnungselend durch Anlage von breiten Strassen und Schmuck plätzen abgeholfen werden könnte, Massnahmen, durch die man der vermeintlich schlechten chemischen Beschaffenheit der Luft