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haben, so muß die Tatsache, daß unsere männlichen Studierenden sich fast ganz zurückgehalten haben, nach mehr als einer Seite nachdenklich stimmen. Wir kennen die tieferen Gründe der Er- scheinung zur Genüge. Der furchtbare wirtschaftliche Druck, welcher in den letzten Semestern unsere Kommilitonen zur Werk- arbeit in den Ferien und oft sogar während des Semesters ge trieben hat, gestattete ihnen nicht, neben der notwendigen Er- werbung des wissenschaftlichen Rüstzeuges selbständige Studien in dem notwendigen Ausmaß anzustellen, zumal das Bestreben vorwalten mußte, baldigst zu einem Abschluß zu gelangen. Neben der wirtschaftlichen Not aber steht die seelische Not. Wer will es unserer von glühendem Patriotismus erfüllten aka- demischen jugend verdenken, wenn sie angesichts der haß- und hohnerfüllter Hetzreden, welche doch bis vor kurzer Zeit fast jeden Sonntag der Draht von jenseits der Vogesen meldete, das Gefühl hat, daß die Not des Vaterlandes über alles geht und dag darum ihr vor allem unser Gedanke bei Tag und Nacht zu gelten hat? Wer wird sich wundern, daß gerade die besten der jugendlichen Köpfe in dieser Lage es als ihre Pflicht betrachten, ihre ganze Kraft den politischen Fragen zuzuwenden? Wir stehen diesen Gefühlen und Stimmungen innerlich viel zu nahe, als daß Wir es wagen könnten, die Berechtigung ihres tieferen Sinnes in Zweifel zu ziehen. Und doch wollen wir uns nicht verhehlen, daß eine dauernde Abkehr von intensiver wissenschaftlicher Ar- beit für unser Vaterland selbst eine Katastrophe bedeuten und das Schicksal, das unsere Feinde dem deutschen Volke zugedacht haben, erst besiegeln würde. Uber dem Eingang der unvergeß- lichen Kaiser-Wilhelms-Universität in Straßburg standen viel- leicht sind sie noch da in goldenen Buchstaben die Worte litteris et patriae, deren Sinn von einem geistvollen Mann einst nicht durch die zunächstliegende Ubersetzung Der Wissenschaft und dem Vaterlande? widergegeben wurde, sondern durch die Ubertragung: Durch die Wissenschaft dienen wir auch dem Vaterlande.? Möchte dieser Gedanke über allem unsern Tun stehen und möchte er Lehrende und Lernende gerade zu dieser Zeit zur höchsten Kraftentfaltung entflammen, auf daß reicher Segen auf unserer aller Arbeit falle!

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