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s versteht sich, daß auch im verflossenen jahre die Landes- universität in den Strudel der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Vorgänge hineingerissen wurde. Die Infla-

tionsperiode drohte unserem akademischen Leben ein Ende zu bereiten, da der Studierende nicht so leicht Sachwerte erwerben konnte, die Erträgnisse der Werkarbeit dahinschwanden und die Geldsendungen entwertet eintrafen. So hat das studentische Leben im Wintersemester eine starke Einschränkung erfahren müssen. Wenn trotzdem die Studierenden zum größten Teil ihrem Beruf treu blieben, so danken wir dies dem idealen Schwung, der die Studentenschaft beflügelt, wir danken es aber auch den Fürsorge- einrichtungen, die vor allem die Gießener Studentenhilfe in vor- bildlicher Weise getroffen hat. Mein verehrter Herr Amtsvorgänger hat bereits in seinem Jahresbericht auf die Arbeit der Studenten- hilfe hingewiesen, allerdings bereits damals eine Lücke in seinem Bericht gelassen, die Wir wohl der Tatsache zugute halten dürfen, daß seine Beziehungen zu dem Vorsitzenden der Studentenhilfe ganz besonders nahe sind.

Um so mehr drängt es mich, diese Lücke auszufüllen und Ihnen, hochverehrter Herr Kollege Eger, in dieser Stunde und von dieser Stelle den heißen Dank der Landesuniversität für alle die Arbeit zu sagen, die Sie im Dienste unserer Studentenschaft auf sich genommen haben.

Hatte die Inflationsperiode die Studentenschaft vor sehr ernste Fragen gestellt, so haben die mit der Stabilisierung unserer Währung organisch zusammenhängenden Abbaumaßnahmen mit den übrigen staatlichen Einrichtungen die Universitäten bedroht. Auch die Landesuniversität mußte hier ihren Tribut zahlen. Wenn Wir auch vor dauernden Schädigungen des Unterrichtsbetriebs bewahrt blieben, so hat doch das Verschwinden einiger Lektorate und Assistentenstellen sowie die Hinausschiebung der Wieder- besetzung zweier Ordinariate Schwierigkeiten gezeitigt, deren Uber- Windung wir baldigst erhoffen. Nicht minder ist durch die Ein stellung der staatlichen Bautätigkeit die Beschaffung des dringend notwendigen Raumes verzögert worden. Auch hier wollen wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß der Weiterbau noch in diesem

Sommer aufgenommen werden kann. 1*