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als Charakteristikum nehmen? Die Zeit seines Werdens und seiner Ausdeh- nung? Dann müßten wWir etwa im zweiten vorchristlichen jahrhundert Halt machen; denn in diesem hebt bereits die mächtige Reaktion gegen den Helle- nismus an(Juden, Agypter, Cato); aber dieser selbe Hellenismus ist es doch, unter dessen Flagge Mithridates gegen Rom kämpft, in dessen Sinn die Frage erörtert wird, was geschehen wäre, Wenn Alexander mit den Römern gekämpft hätte, dessen Größe Hadrian huldigte, als er Athen ebenso glänzend wie Rom schmückte, usw. Und auch, wo der Orientalismus siegreich ist, bedarf er des Helle- nismus, dessen Zähigkeit kein geringeres Wunder ist als seine Ausbreitung. Fügen wir dies alles der Epoche des Hellenismus hinzu, so verlieren wir uns ins Unendliche. Schließlich ist nicht zu vergessen, daß jede Ubertragung des sachlichen Begriffs auf eine Epoche die Gefahr mit sich bringt, daß dann eine chronologischhellenistische Erscheinung als inhaltlichhellenistisch gefaßt wird, was zu neuen Mißverständnissen Anlaß gibt. Ist das Wort dem- nach zur Bezeichnung einer Epoche unentbehrlich, sos müßte man das zweite vorchristliche Jahrhundert als diejenige Epoche ansetzen, Wo derHellenis- mus sich in den Grenzgebieten zumSynkretismus umwandelt, während er im Innern durch den Klassizismus abgelöst wird. Aber tot ist er damals wahrlich noch nicht.

29 Hippias von Elis sagt in Platons Protagoras 337 i nr Anwesende alle, seid von Natur, nicht durch Satzung stammverwandt, zusammengehörig und Bürger eines Reiches; denn das Gleiche ist dem Gleichen von Natur stammverwandt. Ob Hippias den Kreis der Bürger des einen Reiches über Griechenland ausdehnte, ist nicht zu entscheiden; sicher tat es Antiphon a. a. O., der aus der Tatsache, daß alle Menschen gleichmäßig durch Mund und Nase atmen und mit den Händen essen, auf Gleichheit von Griechen und Barbaren schloß. Weiteres Material bei Nestle, Neue Jahrbücher f. d. kl. Al- tertum 41, 1918, S. 230. Im allgemeinen: Siegfried Lorenz, De progressu notionis ga, Leipz. Diss. 1914.

30 Ich freue mich, soeben verwandte Gedanken von Heinrich Rickert in seinem AufsatzDas Leben der Wissenschaft und die griechische Philosophie (Logos XII, 1924, Heft 3, S. 303 ff.) vorgetragen Zzu sehen.

Hochschuldruckerei Darmstadt-Gießen.