Hochansehnliche Festversammlung! Sehr geehrte Kollegen! Liebe Kommilitonen!
An dem Jahresfest der Universität, an dem wir vor der Offentlichkeit und vor uns Rechenschaft über die Arbeit des ver- gangenen jahres ablegen wollen, gedenken wir voll inniger Dank- barkeit des hochherzigen Stifters der Ludoviciana, die seinen Namen lebendig in die Gegenwart hinein erhalten hat, wir ge— denken aller seiner Nachfolger, welche unserer Hochschule ihre Huld gewährt haben, wir gedenken unseres letzten rector magni— ficentissimus, unter dessen weiser Regierung die hessische Landes— universität ihren stärksten Aufschwung genommen hat, so dass sie eine geachtete Stellung in der stolzen Reihe deutscher Hoch— schulen einnimmt. Dieses Gut zu wahren und zu mehren, soll unsere Aufgabe sein, zu deren Durchführung wir tatkräftiger Hilfe nicht entbehren können. Dankbar bekennen wir es, dass der hessische Staat— Regierung und Landtag— trotz aller Schwere der Zeit an dem ungeminderten Bestand seiner Landesuniversität festzuhalten entschlossen ist. Aber Fürsten und Staaten können nur den äusseren Rahmen schaffen, in dem die wissenschaftliche Arbeit und die akademische Lehrtätigkeit sich abspielen sollen; diese selbst Weiter zu entwickeln, ist die Aufgabe, die uns als heilige Pflicht obliegt, und darum ist es im tiefsten Wesen be— rechtigt, wenn der akademische Lehrer, der im Wechsel der Jahre zur Leitung der Universität berufen ist, an einem Thema aus seinem besonderen Arbeitsgebiet die oft so verschlungenen Wege der Forschung darzulegen und ihr deutliche Ziele zu weisen sich bemüht.
Es sind jetzt rund 90 Jahre her, dass johann Gustav Droysen den Begriff des Hellenismus in der Geschichts wissenschaft eingebürgert hat. Das Problem, welches ihn dabei bewegte, lässt
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